Ausbruch statt Ordnung: Die stille Luana hängt ihren Job als Erzieherin an den Nagel, um mit einer Black-Metal-Band auf Tour zu gehen. Dabei verliebt sie sich in den charismatischen Sänger Wiktor. Erst spät beginnt sie ihn und seine rechte Weltanschauung zu hinterfragen. Der mit vielen energiegeladenen Konzertszenen aufwartende Film stellt die Frage nach der Verführbarkeit durch Liebe und Ideologie.
Das geordnete Leben als Kindergärtnerin in der Schweiz wird der 23-jährigen Luana zu eng. Sie wohnt noch bei ihrer Mutter, der von der Familie getrennt lebende Vater ist schwer krank. Einen Ausweg aus dieser unbefriedigenden Situation verspricht die Black-Metal-Band „WLVS“ ihres Cousins Domi. Sie begleitet die noch unbekannte Band auf Tour und kümmert sich unter anderem um deren Social-Media-Auftritt. Zwischen dem neuen Sänger Wiktor und Luana entwickelt sich bald eine Beziehung, die stark zwischen Zärtlichkeit und Zurückweisung schwankt. Der aus Polen stammende Wiktor fasziniert mit seinem geheimnisvollen Charisma, entzieht sich aber einer klaren Positionsbestimmung, sobald es um seine politischen Überzeugungen geht. Als er auf einem Konzert ein Tattoo mit rechter Symbolik zeigt, eskalieren die Spannungen in der Band und Luana muss daraufhin entscheiden, wo sie ihre Prioritäten setzt.
Umsetzung
Die Stärke von WOLVES liegt in der authentischen Darstellung des Konzerterlebnisses und des Touralltags einer kleinen Underground-Gruppe. Die Band „WLVS“ wurde extra für den Film gegründet und spielte reale Konzerte. Die Faszination und Energie, die vom rauen Black-Metal ausgehen, werden in den furiosen Live-Szenen erlebbar. Im Gegensatz zur treibenden Musik ist das Erzähltempo des Filmes sehr zurückgenommen. Die Figuren sind nur rudimentär skizziert, die Zuschauenden erfahren von Luana relativ wenige Details aus ihrem Leben, von Wiktor werden gar keine Hintergründe offengelegt. Der Film ist konsequent aus der Sicht der introvertierten Luana erzählt, die ihren Platz in der männerdominierten Subkultur finden will. Vieles wird nur angedeutet, was vom Publikum Hintergrundwissen in Bezug auf rechte Codes und die Differenzierungen innerhalb der Metal-Szene verlangt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit den Schüler*innen kann die komplexe Beziehungsdynamik zwischen den beiden Hauptfiguren analysiert werden: Wie bewerten sie die Entscheidungen, die Luana in Bezug auf Wiktor trifft? Können ideologischen und politische Unterschiede im Namen der Liebe überwunden werden und wo liegen die Grenzen? WOLVES bietet außerdem einen guten Anlass, sich mit den in der rechtsextremen Szene verwendeten Codes und kulturellen Auffassungen auseinanderzusetzen. Woran erkenne ich rechtes Gedankengut und welche Rolle kann Musik dabei spielen, um politische Überzeugungen zu transportieren? Gleichzeitig sollte differenziert werden: Die Metal-Szene ist sehr vielfältig und in weiten Teilen nicht rechtsradikal. In Bezug auf die Formsprache des Films kann untersucht werden, wie sich die Bildgestaltung und Farbgebung von den Konzert- und Alltagsszenen unterscheiden und wie sie dadurch charakterisiert werden.
Video(s) zum Film
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