© Little Dream Pictures 2026

All My Sisters

Österreich, Frankreich, Deutschland, Iran 2025

18 Jahre lang begleitet der Filmemacher Massoud Bakhshi seine Nichten Mahya, Zahra und Maleka durch ihr Leben in Teheran. Zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden geraten ihre Lebenswege zunehmend in Konflikt mit gesellschaftlichen Normen und familiären Erwartungen. Jahre später blicken sie auf das Filmmaterial ihrer Kindheit zurück und kommentieren ihre eigene Geschichte. Ein intimes Schwestern-Porträt und ein Blick auf gesellschaftlichen Wandel im Iran.

Originaltitel

سه خواهر (Seh khahar)

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 8. Klasse

Altersempfehlung

ab 13 Jahre

Unterrichtsfächer

Politik, Sozialkunde, Ethik, Religion, Deutsch, Medienbildung, Kunst, Philosophie, Geschichte, fächerübergreifend: Demokratiebildung

Themen

Aufwachsen, Identität, Kindheit/Jugend, Geschlechterrollen, Normen, Selbstbestimmung, Generationenkonflikte, Feminismus, Widerstand, Autoritarismus, Macht, ziviler Ungehorsam

Kinostart

20.08.2026

Seit ihrer Kindheit werden die Schwestern Mahya und Zahra und später auch ihre jüngere Schwester Maleka von ihrem Onkel, dem Filmemacher Massoud Bakhshi, mit der Kamera begleitet. Von 2007 bis 2025 verfolgt der Dokumentarfilm ihren Alltag in Teheran zwischen Familienleben, Spielen und Schule. Mit steigendem Alter verändern sich Leben und Selbstverständnis der Mädchen: Kopftuchpflicht, konservative Erziehung und die moralisch aufgeladenen Erzählungen der Großmutter prägen ihre Wahrnehmung und ihren Übergang ins Jugendalter. Der Film folgt den Schwestern bis ins junge Erwachsenenalter und zeigt, wie sie sich zwischen familiären Konflikten und persönlicher Entwicklung zunehmend kritisch mit ihrer gesellschaftlichen Rolle auseinandersetzen. In einer zweiten Zeitebene schauen die inzwischen erwachsenen Schwestern die früheren Aufnahmen an und kommentieren ihr damaliges Leben. So verschränkt der Film Vergangenheit und Gegenwart und setzt die Erfahrungen der Kinder mit den Perspektiven der jungen Frauen in Beziehung, zu denen sie herangewachsen sind.
ALL MY SISTERS ist eine Langzeitdokumentation, die Aufnahmen aus verschiedenen Lebens- und Entwicklungsphasen der Schwestern zu einer über Jahre gewachsenen Erzählstruktur verbindet. Der Film zeigt sie in alltäglichen Situationen und schafft große Nähe zu ihren kindlichen und jugendlichen Perspektiven. Die Kamera bleibt meist auf Augenhöhe und verzichtet weitgehend auf kommentierende Eingriffe. Das Material umfasst unterschiedliche Aufnahmeformate, von professionellen Aufnahmen bis zu mobilen Geräten, und nimmt so teilweise den Charakter eines privaten Familienarchivs an. Eine zentrale Struktur bildet die reflexive zweite Ebene: Die erwachsenen Schwestern betrachten frühere Aufnahmen und kommentieren ihr damaliges Verhalten, wodurch der Film seine eigene Entstehung mitreflektiert. Gegenwärtige politische und gesellschaftliche Entwicklungen im Iran erscheinen indirekt über Alltagsbeobachtungen und -erfahrungen, mediale Hintergrundgeräusche und familiäre Dynamiken.
Im Unterricht kann untersucht werden, wie sich Identität unter familiären Erwartungen und gesellschaftlichen Normensystemen formt und wie sich politische Haltung und Widerstand entwickeln. Die Schüler*innen können nachvollziehen, wie sich die Wahrnehmung der Protagonistinnen über mehrere Lebensphasen hinweg verändert und wie der Film diesen Prozess durch die Gegenüberstellung von Kindheits- und Gegenwartsmaterial sichtbar macht. Besonders eignet sich eine Analyse der Langzeitbeobachtung als filmische Form sowie der selbstreflexiven Struktur, in der die Protagonistinnen das Archivmaterial von sich sehen und kommentieren. Filmsprachlich kann untersucht werden, wie durch Handkamera, Nähe zu den Protagonistinnen und die daraus entstehende Homevideo-Ästhetik Intimität erzeugt wird. Wie wird zugleich durch Montage und die Rahmung als „Film im Film“ eine reflektierende Distanz zur eigenen Biografie aufgebaut? Zudem kann analysiert werden, wie Bakhshi mit optischen Tricks arbeitet, um mit staatlicher Kontrolle über die Sichtbarkeit von Frauenkörpern im Film umzugehen.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: GAH , 24.06.2026 , letzte Aktualisierung: 24.07.2026

Regie

Massoud Bakhshi

Buch

Massoud Bakhshi

Darsteller*innen

Mitwirkende: Zahra, Mahya, Maleka u. a.

Länge

81 Min

Sprachfassung

persische Originalfassung mit deutschem Voice-Over; deutsche u. engl. Untertitel

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Little Dream Pictures

Festivals

International Documentary Film Festival Amsterdam 2025; Diagonale 2026; Marrakech International Film Festival; Luxembourg City Film Festival

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