© Leonine Distribution 2026

Corpus Delicti

Deutschland 2026

Sicherheit und Gesundheit als Recht und Pflicht für alle. – Während die Neurologin Mia von der neuen Welt überzeugt ist und wie alle einen Chip trägt, über den ihre Daten ausgelesen werden, sucht ihr Bruder Moritz in den Nischen der totalen Überwachung nach Freiheit. Als er durch die „unfehlbaren Methode“ des Systems des Mordes angeklagt wird, beginnt Mia zu zweifeln. Damit gerät sie ins Visier einer Staatsmacht, die Zweifel als Rebellion wertet.

Genre

Drama, Science Fiction, Literaturadaption

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Politik, Ethik, Sozialkunde, Geschichte, Kunst fächerübergreifend: Demokratiebildung

Themen

Freiheit, Demokratie, Technokratie, Werte, Freiheit versus Sicherheit, totalitäre Systeme, Überwachung, Staat, Macht, Zukunft, Dystopie, Wahrheit, Gesundheit

Kinostart

01.10.2026

Gesundheit und Sicherheit für alle! – Was zunächst gut klingt, hat einen hohen Preis: die Freiheit. Das „richtige“ Leben der Bürger*innen wird durch einen implantierten Chip überwacht, der ihre Bio-Daten permanent ans System sendet und kontrolliert. Alkohol ist verboten, die Natur wird zur Sperrzone. Während die erfolgreiche Neurologin Mia Holl von der neuen Welt überzeugt ist, versucht ihr Bruder Moritz in den Nischen der totalen Überwachung illegal ein freies Leben zu führen. Als das System ihn des Mordes an einer jungen Frau anklagt und ihm das „Einfrieren“ droht, zerreißt es Mia zwischen ihrem Glauben an die Unfehlbarkeit des Systems und dem Vertrauen in die Unschuld ihres Bruders. Sie begibt sich aus ihrerzwangsentspannten Welt, auf die Suche nach dem Fehler in der Beweisführung. Unweigerlich gerät sie dabei ins Visier der Staatsmacht. In einem System, das Wahrheit beansprucht, wird jeder Zweifel als rebellischer Akt gewertet und unerbittlich ausgemerzt!
Nach den Regeln der dystopischen Erzählung spitzt die Literaturadaption die bedrohlichen Entwicklungen von heute zu und projiziert sie in eine albtraumhafte Zukunft. Die Erzählung folgt dabei konsequent der Protagonistin Mia. Gemeinsam mit ihr entdeckt das Publikum Schritt für Schritt die Abgründe hinter der makellosen Oberfläche des Systems. In der Darstellung von Zukunft bleibt der Film bewusst nah an der Gegenwart. Es sind kleine Veränderungen, über die CORPUS DELICTI seine Zukunftsvision erzählt. Reale (Dreh-) Orte werden durch digitale Erweiterungen ergänzt, um eine europäische Großstadt der nahen Zukunft anzudeuten. Wichtige Gebäude – wie Justiz, Universität oder Zentrale – sind monumental ins Bild gesetzt und lassen die Macht des Systems fast physisch spürbar werden. Spuren persönlichen Lebens sind hier ausradiert. Wohnorte mit Büchern, Familienfotos und Nippes werden zu Überbleibseln einer vergangenen Zeit. Die Musik unterstützt diese Dualität: Elektronische Klänge unterstreichen Präzision und Kälte des Systems, klassische Musik dagegen menschliche Emotionen.
Anhand der dystopischen Vision einer nahen Zukunft können Freiheits- und Grundrechte der Demokratie in ihrer lebensweltlichen Bedeutung reflektiert werden. Was sind die Konsequenzen eines berechtigten Wunsches nach mehr Sicherheit? Welche Gefahren drohen durch neue Techniken der digitalen Datenerfassung? Und wo liegen die Kipppunkte, an denen ein demokratisches System in ein autoritäres bzw. totalitäres umschlägt? Auch die Auseinandersetzung mit der Frage, wie in Gemeinschaften „Wahrheit“ definiert und anerkannt wird und welche Auswirkungen dies auf das Wesen eines Staates hat, ist ein wichtiges Diskussionsfeld der Demokratiebildung – dies insbesondere in Zeiten, in denen viele „Wahrheiten“ und Verschwörungsmythen in den sozialen Medien kursieren, die Absolutheit beanspruchen. Neben der Beschäftigung mit den filmischen Genres „Thriller“ und „Dystopie“, kann deren filmästhetische Umsetzung am konkreten Bild beobachtet werden. Lohnend ist auch die Auseinandersetzung mit der Inszenierung von schwer fassbaren Dingen wie „Zukunft“ oder „Macht“.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Melanie Rohde, 18.09.2026, letzte Aktualisierung: 22.09.2026

Regie

Lena Stahl

Buch

Lena Stahl nach dem gleichnamigen Roman von Juli Zeh

Darsteller*innen

Hannah Herzsprung, Damian Hardung, Alexander Fehling, Haley Louise Jones, Christian Friedel, Imogen Kogge, Leopold Hornung, Agnes Decker, Esther Bechtold u. a.

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Leonine Distribution

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