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Deutschland, Österreich 2026

Infiziert mit einem meist tödlich wirkenden Virus, das ihrem Mann und ihrem Sohn das Leben gekostet hat, führt die Ärztin Hanna ein isoliertes Leben fernab der Gesellschaft – bis die konsequente Einzelkämpferin in einem Camp verfolgter Infizierter auf eine junge Schwangere trifft und mit ihr zur Flucht über die Alpen gezwungen ist. Spannendes dystopisches Post-Pandemie-Drama um Überlebenswillen, Grenzerfahrungen, gesellschaftliche Ausgrenzung und die Bedeutung von Menschlichkeit in Krisenzeiten.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Sozialkunde, Philosophie, Biologie, fächerübergreifend: Demokratiebildung

Themen

Diskriminierung, Pandemie, Isolation Individuum (und Gesellschaft), Grenzerfahrungen, Natur, Freiheit, Resilienz, Flucht, Verlust, Trauer, Stigmatisierung, moralische Dilemmata, Solidarität, Menschlichkeit

Kinostart

22.10.2026

Die Ärztin Hanna gehört zu den Infizierten, die mit dem tödlich ansteckenden Virus einer Seuche leben können. Die postpandemische Gesellschaft ist zu trügerischer Normalität zurückgekehrt, indem Infizierte davon ausgeschlossen und ohne Aussicht auf Heilung in Lagern interniert sind. Hanna, die ihre Familie durch das Virus verloren hat, lebt versteckt im Wald. Ihr medizinisches Wissen ist elementar für ihr Überleben; so kann sie etwa eine Wunde selber nähen. Der Zivilisation kommt sie kaum näher als auf gelegentlichen Beutezügen in leerstehende Häuser; ein Kurbelradio versorgt sie mit Nachrichten und Musik. Seltene Begegnungen mit anderen Menschen sind immer eine Entscheidung über Leben und Tod. Als Hanna gezwungen ist, ihre Waldhütte aufzugeben, führt ihr Weg sie zu einer alten Frau auf einem abgelegenen Hof und in ein improvisiertes Zeltlager mit anderen Infizierten – schließlich flieht sie über die Alpen, gemeinsam mit einer jungen Schwangeren.
Die Protagonistin wird als entschlossene Person eingeführt, die ihr Leben im Wald längst routiniert meistert. Anders als im klassischen Aussteiger-Abenteuer ist Hanna keine Heldin im Überlebenskampf mit der Wildnis, sondern eine gebrochene Frau, die alles verloren hat. Im Fokus dieser Charakterstudie steht das innere Erleben von Verlust, Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe. Ohne menschliches Miteinander gibt es keine Gespräche, der erste Dialog findet nach gut 20 Minuten statt. Leise Geräusche, die sonst im Lärm der Zivilisation untergehen (z. B. das Kratzen einer Gabel auf dem Teller), verleihen kleinen Dingen Bedeutung. Naturgeräusche und die Abwesenheit menschlicher Stimmen verstärken die Atmosphäre der Isolation, aber auch der erlebten Freiheit. Statt in Hochglanzästhetik prächtiger Berge und Landschaften ist die Wildnis dokumentarisch-nüchtern inszeniert, als Sinnbild für Hannas Einsamkeit und Ausgrenzung durch eine mitleidlose Gesellschaft.
Die Schüler*innen werden beauftragt, auf Besonderheiten der Tonebene – Geräusche, (kein) Dialog – zu achten, und untersuchen diese auf ihre narrative Funktion und Wirkung. Für ein Figurenportrait bieten Hannas Mimik, ihre Handlungen und Entscheidungen Rückschlüsse auf ihren Charakter und ihr früheres Leben. Welche Grenzerfahrungen macht sie? Wie geht sie mit der Trauer um ihr Kind um? Hannas Aussage, es mache keinen Unterschied, ob sie lebt oder stirbt, eröffnet ein Gespräch über den Wert des Lebens. Wie wird dieser im Film vermittelt? Das Bild, das der Film von der Gesellschaft zeichnet, führt zur Frage, was der Umgang mit Krankheit über eine Gesellschaft aussagt. Abschließend wird das Filmende interpretiert, ob/inwiefern es Anlass zu Hoffnung gibt.

Triggerwarnung: Der Film thematisiert eine tödliche Seuche, Infektion und Isolation. Die Darstellung kann insbesondere bei Schüler*innen, die die Corona-Pandemie als belastend oder traumatisierend erlebt haben, belastende Erinnerungen auslösen.

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ulrike Seyffarth, 28.09.2026, letzte Aktualisierung: 01.10.2026

Regie

Mariko Minoguchi

Buch

Mariko Minoguchi

Darsteller*innen

Nina Hoss, Precious Mariam Sanusi, Barbara Petritsch u. a.

Länge

106 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

X-Verleih

Festivals

Filmfest Hamburg 2026

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