Inhalt
Alex liebt seine Freundin Lisa und seine kleine Tochter Josefine, aber das reicht nicht, um sie glücklich zu machen. Ständig versetzt er die beiden und Geld bringt er als arbeitsloser Schauspieler auch nicht nach Hause. Lisa findet das verantwortungslos und setzt ihn vor die Tür. Gezwungenermaßen muss Alex sich eine neue Bleibe und einen Job suchen. Er wird auf Probe in einem Heim für Menschen mit Behinderungen angestellt. Dort leistet er sich als Betreuer einige Fehltritte, doch seine Schützlinge mögen den ausgelassenen jungen Mann, der endlich Abwechslung in den straff durchorganisierten Alltag bringt. Als Alex die Gesangskünste der Gruppe entdeckt, will er sie bei einer TV-Talentshow anmelden - eine Idee, mit der bei den Behinderten auf Begeisterung und bei deren Eltern auf massive Widerstände stößt. Gemeinsam mit der Gruppe wächst Alex über sich hinaus und lernt Verantwortung zu übernehmen.
Umsetzung
In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Behindertentheater Glada Hudik hat die Regisseurin Lena Koppel die Erfolgsgeschichte des Ensembles in einer Filmkomödie verdichtet. Entlang der Spannungskurve einer klassischen Komödie erzählt sie sowohl vom Erwachsenwerden des Kindskopfs Axel als auch von der Selbstbewusstwerdung seiner Betreuungsgruppe. Die anfangs grundverschiedenen Welten prallen mit Humor aufeinander, der vor allem durch witzige Dialoge und Situationskomik entsteht. In den Begegnungen mit der Außenwelt werden hingegen in ernsterem Ton Widerstände und Vorurteile aufgezeigt, mit denen sich Behinderte oder Querdenker wie Axel häufig konfrontiert sehen. Am Beispiel von Leifs Leiden wird zudem die Tragik deutlich, die Behinderungen mit sich bringen können. Insgesamt überwiegt jedoch der leichte Humor eines Feel-Good-Movies, der Konflikte stellenweise zu einfach auflöst.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderungen, ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und die Forderung nach einer integrativen Gesellschaft sind die unmissverständlichen Botschaften dieses Films. Ein Kinobesuch bietet einen guten Anlass, um mit Schüler/innen mit oder ohne Behinderungen Erfahrungen und Gedanken zu diesen Themen auszutauschen. Anknüpfend an die Idee, die hinter dem Glada Hudik Theater steckt, können Visionen und eigene integrative Projekte entwickelt werden. Zuschauer/innen mit Behinderung regt der Film sicherlich zur kritischen Betrachtung der individuellen Situation an und motiviert dazu, neue Aktivitäten auszuprobieren. Hierbei sollten allerdings auch die zum Teil stark vereinfachten Handlungsverläufe angesprochen werden. Die Frage, welche Figuren und Szenen anders hätten gestaltet werden können, um realitätsnäher zu wirken, stellt nicht nur eine wertvolle Ergänzung zur Debatte der Themen des Films dar, sondern beleuchtet gleichzeitig die Mittel und Möglichkeiten des Genres Komödie.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Gadatsch
,
20.02.2012
,
letzte Aktualisierung:
29.04.2020
Regie
Lena Koppel
Buch
Lena Koppel, Trine Piil, Pär Johansson
Darsteller*innen
Sverrir Gudnason, Vanna Rosenberg, Mats Melin, Theresia Widarsson, Bosse Östlin, Ellinore Holmer
Länge
101 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, digital
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
MFA+ FilmDistribution
Festivals
Aktion Mensch "überall dabei" Tournee 2012/2013, Nordische Filmtage Lübeck