© eksystent filmverleih 2026

Everytime

Deutschland 2026

Nach dem tragischen Tod von Jessie ist nichts mehr wie es war, während alles weitergeht wie zuvor. Jessies Mutter Ella und ihre kleine Schwester Melli finden sich in einem Alltag zu zweit ein, Jessies Freund Lux beendet die Schule, geht auf Reisen. Von Jessie bleiben Fotos, Videos, Sprachnachrichten. Auf einer gemeinsamen Reise von Ella, Melli und Lux nach Teneriffa falten sich Raum und Zeit zusammen und formen eine neue Wirklichkeit. Ein vielschichtiger Film über Trauer, Verlust und die Verflechtung von Bildern und Erinnerungen.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Deutsch, Philosophie, Psychologie

Themen

Trauer, Tod, Erinnerung, Familie, Schuld

Kinostart

06.08.2026

Berlin, Sommer. Die Sonne schiebt sich über die Dächer der Stadt, wo die siebzehnjährige Jessie und ihr Freund Lux die Nacht ausklingen lassen. Dann fällt Jessie. Und während man meinen könnte, dass die Welt in diesem Moment stehen bleibt, geht alles seinen gewohnten Lauf. Auch das Leben derer, die bleiben: Jessies Mutter Ella, ihre kleine Schwester Melli, ihr Freund Lux. Ein Jahr später sind alle, so gut es geht, zu einem Alltag zurückgekehrt. Was von Jessie bleibt, sind Fotos, Videos vergangener Urlaube, Chats, Sprachnachrichten und eine spürbare Leerstelle. Auf eine zufällige Begegnung von Ella und Melli mit Lux folgt eine Annäherung der drei und der Beginn einer gemeinsamen Suche – nach einem Umgang mit dem Verlust, nach einer Antwort auf die Frage, was passiert ist und wie es weiter gehen kann. Das Trio, das sich um Jessies Abwesenheit formt, findet sich in Teneriffa wieder. Dort erleben sie, wie Erinnerung und Bilder der Vergangenheit zu Gegenwart werden, wie die Zeit stehen bleibt, wenn sich inneres Erleben über die äußere Welt legt. Ob Wirklichkeit, Traum oder Vorstellung: Was wäre, wenn es doch möglich wäre, die eine Welt zu verlassen und eine andere zu betreten?
EVERYTIME erzählt das Dazwischen, Alltägliches, fernab des Dramatischen. Die realistische, dokumentarisch anmutende Darstellung der Welt vor und nach Jessies Tod wird durch zwei weitere Bildebenen ergänzt: die verpixelte Hügellandschaft eines Sandbox-Spiels und verbildlichte Erinnerungen in Form von Fotos und dem Urlaubsvideo. Die Kamera beobachtet immer wieder aus großer Distanz, suchend, zunächst als hilflose Zeugin des Unheils, später als unsichtbare Einheit, die über allem zu schweben scheint. Zunehmend werden Verschiebungen spürbar: Bilder, Einstellungen, Sätze wiederholen sich und formatieren sich neu. Stimmen vergangener Gespräche klingen aus dem Off, die Musik schwankt zwischen diegetisch und extradiegetisch und bricht abrupt ab. So entstehen kleine Risse in der Erzählung, die sich, im zweiten Teil des Films, gänzlich neu ordnet. Die zunächst voneinander getrennten Bildebenen verschmelzen zu einer (surrealen) Welt - ein Spiel mit Erinnerungen und den Möglichkeiten des filmischen Erzählens.
Trauer ist individuell, unberechenbar, nicht-linear. Die Lücke, die der Tod eines Menschen hinterlässt, bleibt. EVERYTIME bietet einen Einstieg in dieses Thema: Die drei Figuren verbindet die Trauer über den Verlust von Jessie, doch unterscheidet sich ihr inneres Erleben davon. In einem Austausch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Hauptfiguren können sich die Schüler*innen der Frage annähern, was Trauer bedeuten und wie ein Umgang damit aussehen kann. Eine Analyse der drei Bildebenen des Films eröffnet einen Austausch über filmästhetische, erzählerische und inhaltliche Aspekte des Films: Die äußere Realität, das Videospiel (als Welt ohne feste Regeln, die von den Spieler*innen gestaltet wird), das Urlaubsvideo und die Fotos als verbildlichte Erinnerung. Zunächst können die Schüler*innen die Merkmale der einzelnen Bildebenen herausarbeiten und darauf aufbauend deren Bedeutung für die Erzählung reflektieren. Anschließend stellt sich die Frage, welche Verschränkungen der Bildebene im zweiten Teil des Films stattfinden und welche Bedeutungen diese für die Erzählung und die Wahrnehmung der Figuren hat.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Anna Eberhardt , letzte Aktualisierung: 03.08.2026

Regie

Sandra Wollner

Buch

Sandra Wollner

Darsteller*innen

Birgit Minichmayr, Lotte Shirin Keiling, Tristán López, Carla Hüttermann u. a.

Länge

124 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

eksystent filmverleih

Festivals

Internationale Filmfestspiele Cannes 2026, Reihe Un certain regard

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