Inhalt
Der Norweger Asgeir Helgestad erkundet seit Jahrzehnten die Natur und Tierwelt im hohen Norden mit Foto- und Filmkamera. In seinem Dokumentarfilm mit dem zunächst rätselhaften Filmtitel FROST OHNE SCHNEE UND EIS versammelt er Aufnahmen, die in einem Zeitraum von über zehn Jahren entstanden sind. 2013 beobachtet er zum ersten Mal eine Eisbärin mit ihren Jungtieren, und diese Begegnung beeinflusst ihn nachhaltig. Er gibt den drei Tieren Namen – Frost, Eis und Schnee – und erzählt ihr Leben insbesondere aus der Perspektive des Muttertiers. Helgestad kehrt immer wieder zu Frost nach Spitzbergen zurück, in eine zunehmend von der Klimakrise geprägte Region. Durch die Eisschmelze schrumpft der Lebensraum aller wilden Tiere, von denen einige in die Siedlungen bzw. Häuser der Menschen eindringen: Einst waren Eisbären beliebte „Postertiere“ als Klimabotschafter, nun werden sie zu „Problembären“, die man als Bedrohung ansieht.
Umsetzung
Der Film zeigt Helgestad zu Beginn und am Ende mit einem Stift, als ob er der Eisbärin „Frost“ einen Brief schreibt; so wird der Dokumentarfilm als eine sehr persönlich erzählte Geschichte gerahmt. Sein Ziel ist es, weniger analytisch als vielmehr über emotionale Inhalte – seine Erzählung aus dem Off, den Wechsel zwischen Stille und Musik sowie die eindrucksvollen Bilder von Tieren und Wildnis – dazu anzuregen, die Beziehung zwischen Menschen und Tieren im Zeitalter der menschengemachten Klimakrise zu überdenken, denn der für viele abstrakte Klimawandel wird filmisch miterlebbar. Der Film blendet die zwar unschöne, aber notwendige Seite der Natur vom Fressen und Gefressenwerden nicht aus. Dies trägt jedoch dazu bei, den Tod aller Eisbären im Film durch Menschenhand als besonders sinnlos wirken zu lassen – Helgestads Brief entpuppt sich als Abschiedsbrief.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Filmemacher spricht selbst von Ehrfurcht, Erstaunen und Neugier und seinem Wunsch, mehr über die Natur zu erfahren. All dies könnte der Film beim Publikum auslösen, ebenso aber tiefe Enttäuschung und Betroffenheit über den Umgang des Menschen nicht nur mit Eisbären. Diskutiert werden kann die ethische Frage der Verantwortung dafür, dass sich das Verhalten der Tiere infolge der menschengemachten Klimakrise und der Veränderungen ihrer Lebensräume bzw. Ökosysteme verändert. Welche Informationen über Klimawandel, Landschaften und Tierwelt vermittelt der Film? Welche weiteren Aspekte fehlen aus Sicht der Schüler*innen und sollten recherchiert werden? Es kann hinterfragt werden, ob der Film die Tiere zu sehr vermenschlicht oder ob umgekehrt das gängige Absprechen von Empfindungen dazu dient, Tiere zu domestizieren und zu töten. Welche Aufgabe hat die Musik als filmisches Mittel und wie bewerten die Schüler*innen ihre Verwendung?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Olaf Selg
,
04.08.2026
,
letzte Aktualisierung:
24.08.2026
Regie
Asgeir Helgestad
Buch
Ageliki Lefkaditou, Anne Elvedal, Asgeir Helgestad
Darsteller*innen
Mitwirkende: Asgeir Helgestad und die Eisbären Frost, Snow und Ice
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Filmwelt Verleihagentur
Festivals
Internationales Filmfest Emden-Norderney 2026: Focus Future Award