© Warner Bros. Pictures Germany

Geister

Deutschland 2026

Es ist die große Liebe auf den ersten Blick – aber das Schicksal verwehrt eine gemeinsame Zukunft: Farasha stirbt bei einem Autounfall, Faris gibt sich die Schuld. Vierzig Nächte lang können sie einander im Traum begegnen – doch was wird danach? Fatih Akins lebensbejahender Film im Stil des magischen Realismus erzählt von zwei jungen Menschen, deren Liebe die Grenze von Leben und Tod überwindet, vom Trauern, der Suche nach Sinn und vom Loslassen.

Genre

Drama, Liebesfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Religion, Sozialkunde, Kunst, Musik, Philosophie

Themen

Liebe, Tod, Trauer/Trauerbewältigung, Verlust, Schuld, Sehnsucht, Traumwelt, Jenseits, Spiritualität, Suizid/Selbstverletzung, Jugend, Familie, Islam, Tradition, Glaube, Romantik, magischer Realismus

Kinostart

05.11.2026

Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich Faris und Farasha auf einer Abiparty im Hamburger Fernsehturm begegnen, die erste Liebe für die beiden Zwanzigjährigen. Doch auf der gemeinsamen Heimfahrt mit Faris‘ Freund Max und Farashas Freundin Una kommt es zum Autounfall, bei dem Farasha stirbt. Als Geist wird sie Zeuge der Trauer ihrer syrischen Familie und der von Faris, der sich zudem die Schuld an ihrem Tod gibt. Auf ihrer eigenen Beisetzung erfährt Farasha von ihrem verstorbenen Vater, dass sie Faris für 40 Nächte – die islamische Trauerzeit – in dessen Träumen begegnen kann. Dort treffen sich die Liebenden fortan und suchen nach Wegen, um zusammenzubleiben. Faris zieht sich immer mehr aus dem Leben zurück, trifft eine folgenschwere Entscheidung. Erst dann erkennen Faris, der nach und nach mehr über den Unfall erfährt, und Farasha, was unsterbliche Liebe bedeutet…
Das zeitlose Motiv der romantischen Liebe, „larger than life“ und über den Tod hinaus, verbindet den Film mit berühmten Vorbildern. Die stärksten inhaltlichen und formalen Referenzen bestehen zu Hitchcocks VERTIGO – AUS DEM REICH DER TOTEN (1958): Liebe, Tod und Schuld, Sehnsucht bis zur Obsession, inszeniert an charakteristischen Schauplätzen einer Stadt (hier: Hamburg) und mit einem eingängigen musikalischen Leitmotiv der Liebenden. Der berühmte Vertigo-Kameraeffekt erhebt eine an sich unspektakuläre Szene zum Schlüsselmoment. Die verschwimmenden Grenzen zwischen Realität und Traum, die Geisterbegegnung dienen als spirituelle Metaphern für Trauerbewältigung und Verlust und verorten den Film im magischen Realismus. Auf der Bildebene wird dies etwa durch „Lense flares“ oder verzerrte, gekippte Kameraperspektiven („Dutch Angle“) visualisiert. Letztere verweisen außerdem, wie auch die leuchtend-bunt illustrierten Zwischentitel, auf die Bildästhetik von Animes.
Recherchen zum Begriff „magischer Realismus“ helfen, den Film einzuordnen: Wie ist der Umgang mit Jenseits und Geist, formal und inhaltlich? In der islamischen Trauertradition finden sich Hinweise auf die „40 Nächte“. Es kann diskutiert werden, ob der Geist „real“ oder nur in Faris‘ Psyche existiert. Wie verändert sich Faris‘ Trauer durch die Geistbegegnungen? Die vergleichende Filmanalyse mit Hitchcocks VERTIGO offenbart die inhaltlichen und formalen Referenzen. Berücksichtigt werden z. B. Liebes- und Jenseits-Thematik, Schauplätze, Handlung, Kameraarbeit, Musik (Liebesthema/Leitmotiv, Transdiegetik). Der berühmte Vertigo-Effekt sollte zunächst ohne technische Anleitung entschlüsselt und dann via Smartphone rekonstruiert werden. Sind den Schüler*innen weitere Beispiele aus Film oder Literatur bekannt, die sie an Inhalt, Machart oder Themen des Films erinnern? In Teams werden Bezüge der Bildgestaltung zu Animes und die Aufgabe des Color Grading erarbeitet. Welche Vermutungen lassen sich über Wirkung der existierenden Schwarzweißfassung anstellen?

Content Note: Der Film behandelt die Themen Selbstverletzung und Suizidgedanken. Die Auseinandersetzung damit kann für manche Zuschauer*innen belastend sein.

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ulrike Seyffarth, 02.11.2026, letzte Aktualisierung: 03.11.2026

Regie

Fatih Akin

Buch

Fatih Akin, Ruth Thoma

Darsteller*innen

Eren M. Güvercin, Mariam Dawoud, Lama Alhalabi, Carlotta von Falkenhayn, Gabriel-Winner Amorin u. a.

Länge

106 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung mit arabischen und türkischen Dialogen (deutsch untertitelt), barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe und Schwarzweiß

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Warner Bros. Pictures Germany

Festivals

(2026) San Sebastian Filmfest, Filmfest Hamburg

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