© jip film & verleih 2026

Hanami

Schweiz, Portugal, Kap Verde 2024

Auf der Vulkaninsel Fogo wächst Nana ohne ihre Mutter auf. Als sie selbst schwer erkrankt, erlebt sie eine Welt zwischen Traum und Wirklichkeit. Jahre später kehrt ihre Mutter zurück und möchte sie mitnehmen. In HANAMI erzählt Denise Fernandes mit poetischen Bildern, wenigen Dialogen und einer eindringlichen Klanggestaltung von Heimat, Sehnsucht und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Der Film lädt dazu ein, über Zugehörigkeit und die Bedeutung von Herkunft nachzudenken.

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Kunst, Deutsch, Ethik, Philosophie, Erdkunde, Sozialkunde, Politik

Themen

Identität, Zugehörigkeit, Heimat, Mutter-Tochter-Beziehung, Verlassenwerden, Migration, transnationale Familien, Sehnsucht, Einsamkeit, Erwachsenwerden, Natur, Traum und Wirklichkeit; transkulturelle Begegnung, Poesie

Kinostart

05.11.2026

Auf der kapverdischen Vulkaninsel Fogo wächst Nana bei der Familie ihres Vaters auf. Ihre Mutter Nia hat die Insel kurz nach Nanas Geburt verlassen und lebt im Exil. Als Nana erfährt, dass ihre Mutter an einer mysteriösen Krankheit leidet, bekommt auch sie hohes Fieber. Zur Behandlung wird sie an den Fuß des Vulkans geschickt. Dort erlebt Nana eine Welt, in der Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. Während viele Menschen die Insel verlassen möchten, fühlt sie sich ihrer Heimat und der Landschaft zunehmend verbunden. Jahre später kehrt Nia zurück. Nana ist inzwischen eine Jugendliche und steht vor der Frage, ob sie mit ihrer Mutter fortgehen oder an dem Ort bleiben will, der ihr vertraut geworden ist. Ihre Entscheidung erzählt von einer Tochter, die ihren eigenen Weg finden muss; zwischen der Sehnsucht nach der Mutter und der Bindung an ihre Heimat.
Mit wenigen Dialogen, einer ruhigen Erzählweise und einer ausdrucksstarken Bild- und Klanggestaltung folgt HANAMI Nanas innerer Entwicklung. Die karge Vulkanlandschaft, dunkle Lavaflächen und das Meer prägen die Bilder ebenso wie die Farben und das Licht in den bewohnten Räumen. Die Natur ist dabei mehr als eine Kulisse: Sie wird zu einem Gegenüber, zu dem Nana eine Beziehung aufbaut. Besonders während ihrer fieberhaften Erkrankung lösen sich die Grenzen zwischen alltäglicher Wahrnehmung, Traum und Wirklichkeit auf. Die Kamera, die Musik von Rahel Zimmermann und die Geräusche der Umgebung tragen dazu bei, Stimmungen und Gefühle auch ohne erklärende Worte erfahrbar zu machen. Die langsame Erzählung aus der Perspektive der Heranwachsenden Protagonistin lässt Raum für Beobachtungen und Zwischentöne. Statt alle Zusammenhänge eindeutig aufzulösen, vertraut der Film auf Bilder, Symbole und Auslassungen. So entsteht ein poetischer Zugang zu Nanas Sehnsucht, Einsamkeit und wachsender Selbstständigkeit.
Der Film eröffnet einen Zugang zu Fragen von Identität und Zugehörigkeit sowie zu den Spannungen zwischen Heimat, Aufbruch und Bleiben. Nanas Beziehung zu ihrer Mutter und ihre Suche nach dem eigenen Platz in der Welt können zum Ausgangspunkt für Gespräche über Herkunft, Familie und persönliche Entscheidungen werden. Auch Migration und transnationale Familien lassen sich thematisieren: Die Insel ist von der Spannung zwischen Aufbruch und Bleiben geprägt. Der Film vermittelt, welche emotionalen Folgen Migration und das Zurückbleiben von Familienmitgliedern haben können. Für eine Filmanalyse können die Schüler*innen die Szene am Vulkan mit anderen Sequenzen vergleichen: Wie vermitteln Farben, Licht, Landschaft, Musik und Stille Gefühle, wenn Figuren kaum darüber sprechen? So lässt sich untersuchen, wie die Filmsprache Nanas innere Welt sichtbar und hörbar macht.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Farnaz Sassanzadeh, 28.10.2026, letzte Aktualisierung: 30.10.2026

Regie

Denise Fernandes

Buch

Denise Fernandes, Telmo Churro

Darsteller*innen

Sanaya Andrade, Daílma Mendes, Alice Da Luz, Nha Nha Rodrigues, João „Galinha“ Mendes, Yuta Nakano, Cláudio Do Canto, Fábio Barros u. a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

kapverdisches Kreol, Japanisch, Französisch, Englisch mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

jip film & verleih

Festivals

(2024) Locarno Film Festival: Best Emerging Director Award, Special Mention als bester Debütfilm; Chicago International Film Festival: Roger Ebert Award; Französische Filmtage Tübingen: Grand Prix; Göteborg Film Festival 2025: Ingmar Bergman International Debut Award u. v. a. m.

Impressum
Sitemap
Datenschutz