Inhalt
In naher Zukunft leisten KI-Androiden den Menschen Gesellschaft. Eine dieser künstlichen Begleiterinnen ist die neugierige Klara, die technisch etwas überholt ist. Dennoch hofft die Optimistin im Schaufenster eines Fachgeschäfts tagtäglich auf eine „Adoption“. Tatsächlich wählt die Jugendliche Josie, die fast nur Kontakt zu ihrem besten Freund Rick hat, Klara als Gefährtin. In ihren Gesprächen mit Josie entwickelt Klara ihre Vorstellungen von der Welt weiter und stellt grundlegende Fragen über das Menschsein. In ihrem neuen Zuhause auf dem Land begegnet die solarbetriebene Androidin dabei auch den Widersprüchen menschlichen Denkens und Handelns und spinnt ihr eigensinniges Weltbild weiter. Die Sonne erscheint ihr als göttliche Kraft, die qualmenden Maschinen in den Straßen und auf den Weizenfeldern hingegen als „Monster“. Besonders interessiert sich Klara für die Liebe. Und darüber bringt sie schließlich auch den Menschen noch etwas bei.
Umsetzung
Nach dem 2021 publizierten Roman von Kazuo Ishiguro inszeniert Taika Waititi KLARA UND DIE SONNE als buntes und skurriles Märchen mit sonnendurchfluteten Bildern. Die herzliche Art des Roboter-Sonnenscheins Klara, ihr naiver Blick auf die Welt und die überspitzten Figuren erzeugen mitunter Kitsch; unter der Oberfläche stellt die Geschichte aber philosophische Fragen zu einer möglichen Zukunft, in der künstliche Wesen fast menschlicher wirken als die Menschen selbst. Die neonbeleuchtete Stadt, die großen Pixelblöcke im Bild, die Klaras Ich-Perspektiven anzeigen, und der saubere Digitallook definieren das Science-Fiction-Szenario, während Waititi mit Schwenks über Josies Schallplatten oder ihre Bücher auch das Analoge beschwört. Am Ende steht die tröstliche Botschaft, dass es „okay“ ist, „angeknackst“ zu sein.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„Hallo Sonne,“ grüßt Klara zum Auftakt, „danke!“ Damit ist ihre Faszination für den Himmelskörper früh etabliert. Das Leitmotiv des Films lädt dazu ein, sich mit der Kulturgeschichte der Sonne als Gottheit und ihrer Rolle für das irdische Leben zu beschäftigen. Eine Filmanalyse kann zudem ihren ästhetischen Spuren nachgehen: Bei der ersten Begegnung mit Klara tritt Josie aus einem überbelichteten Bild heraus, als wäre sie selbst die Sonne, später stilisieren warm schimmernde Bilder oder Lichtreflexe auf der Kameralinse den Stern. Inhaltlich regt der Film eine Diskussion über Einsamkeit und die mögliche Rolle der KI-Robotik in der Zukunft an. Wie wirkt sich die Technik auf soziale Beziehungen aus? Können Roboter Menschen ersetzen? Josies Mutter Chris unternimmt den Versuch, indem sie eine Kopie ihrer todkranken Tochter erstellen lässt. Und was ist von den genetisch optimierten Menschen zu halten, die sich „Gehobene“ nennen und Rick als „Neandertaler“ abtun?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christian Horn, 29.10.2026,
letzte Aktualisierung:
29.10.2026
Regie
Taika Waititi
Buch
Taika Waititi, Dahvi Waller, Kazuo Ishiguro nach dem Roman von Kazuo Ishiguro
Darsteller*innen
Jenna Ortega, Amy Adams, Mia Tharia, Aran Murphy, Steve Buscemi, Natasha Lyonne u. a.
Länge
117 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Sony Pictures