© X Verleih 2026

Lieblingsmenschen - Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes und Amir

Deutschland 2026

Was verbindet die 101-jährige Berlinerin Agnes mit dem jungen, aus dem Iran geflohenen Sportmediziner Amir? Auf den ersten Blick nichts – außer der Suche nach einem Miteinander. Agnes braucht einen Mitbewohner, damit sie nicht ins Heim muss, und Amir braucht eine Wohnung, um einen Job zu finden. So halten und leben die beiden zusammen. Aus dem ungewöhnlichen, ungleichen Duo entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Basierend auf einer wahren Begebenheit.

Genre

Tragikomödie

Klassenstufe

ab 6. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Politik, Deutsch, Sozialkunde, Religion, Geschichte, Wirtschaft, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

Freundschaft, Generationen, Solidarität, Tanzen, Einsamkeit, autoritäre Regime, Alter, Homosexualität, Queerfeindlichkeit, Verfolgung

Kinostart

19.11.2026

Die 101-jährige Agnes lebt allein in ihrer großen Wohnung in Berlin. Täglich schaut sie aus dem Fenster auf ihre geliebte Parkbank, die ihr verstorbener Mann ihr gewidmet hatte. Eines Tages sieht sie den jungen Mann Amir auf der Bank liegen, was ihr ganz und gar nicht passt. Der Sportmediziner Amir, geflohen aus dem Iran, nachdem sein Geliebter bei Protesten ermordet wurde, hat zuvor das Geflüchtetenheim verlassen und ist nun obdachlos. Agnes geht mit ihrem Rollator hinaus und bittet Amir schroff darum, seine Füße nicht auf die Bank zu legen. Diese gehöre schließlich ihr. Zwischen den beiden unterschiedlichen Menschen entsteht ein Gespräch. Und als Agnes eine Wohnungsbesichtigung startet, da sie nicht mehr allein leben kann und eine*n Mitbewohner*in sucht, kommt auch Amir dazu. Agnes fasst den Entschluss, mit Amir zusammenzuleben – und zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft, in der Agnes ihre alte Leidenschaft für das Tanzen wiederentdeckt und Amir, trotz seiner drohenden Abschiebung in den Iran, versucht, sich ein neues Leben aufzubauen.
Besonders auffällig ist die musikalische Untermalung. Der Mix aus Klaviermusik, Jazz und Pop kulminiert in Tanz- und emotionalen Szenen. Ein weiteres gestalterisches Merkmal ist die visuelle Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart. Während Amir seine Geschichte über sein modernes Smartphone teilt, wird Agnes’ Vergangenheit durch alte Rollfilm-Aufnahmen visualisiert. Diese Gegenüberstellung unterstreicht eine thematische Parallele: die Konfrontation mit autoritären Regimen. Abgerundet wird diese Ebene durch die echten Fotos des Duos am Ende des Films, die die wahre Begebenheit betonen. Getragen wird die Inszenierung von einem Humor, der charmant, teilweise aber auch schroff ist. Die Umsetzung bleibt in einigen Aspekten oberflächlich, klischeehaft und vorhersehbar. Besonders die Nebenfiguren wirken eindimensional und stereotyp. Auch die komplexen Themen, die der Film aufgreift – Einsamkeit im Alter und traumatische Verfolgung – werden nicht ausreichend vertieft. Über diese Schwächen der Inszenierung hinaus entfaltet sich eine warmherzige Geschichte darüber, wie sich aus scheinbar unüberbrückbaren Lebenssituationen eine lebensnahe Freundschaft entwickeln kann.
Interessant für Schüler*innen ist die wahre Geschichte hinter dem Film: Das Projekt von Amir Farahani, „GenerationenHaus Deutschland“, bietet Informationen darüber, wie generationsübergreifendes Zusammenleben gestaltet werden kann und warum dieses ein Modell der Zukunft mit Relevanz ist. Wie ist der Umgang mit älteren Menschen in unserer Gesellschaft? Welche Parallelen lassen sich zu anderen Personengruppen finden, beispielsweise zu Geflüchteten? Politisch ist ein Vergleich autoritärer Regime spannend: Was machen staatliche Willkür, gesellschaftliche Denunziation und Freiheitsbeschränkungen mit Menschen? Filmästhetisch können Schüler*innen die musikalische Untermalung und die visualisierte Gegenüberstellung der Schicksale analysieren. Wie verändert sich die Komposition der Bilder, wenn Amir und Agnes zusammen sind, im Vergleich zu den Szenen, in denen sie allein sind?
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ílyas Inevi, 29.10.2026, letzte Aktualisierung: 04.11.2026

Regie

Helena Hufnagel

Buch

Malte Welding, nach einer Vorlage von Paul M. Feldmann

Darsteller*innen

Katharina Thalbach, Bardo Böhlefeld, Ulrike Kriener, Ronald Zehrfeld, Sara Fazilat, Noah Saavedra, Rainer Bock, Benjamin Radjaipour, Anna Thalbach, Nellie Thalbach, Marten Baum, Arman Kaschmiri, Mo Ahmadi, Jannik Schümann u. a.

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

X Verleih

Festivals

43. Filmfest München 2026: One-Future-Preis, Audience Award National

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