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Materia Prima - New Energy. Old Powers?

Deutschland 2026

Ohne Lithium würden unsere High-Tech-Gesellschaften schnell kollabieren. Deshalb sind die großen Lithium-Vorkommen in Bolivien so wertvoll und begehrt. Der mit imposanten Landschaftspanoramen operierende Dokumentarfilm von Jens Schanze schildert anschaulich den Wettlauf um die lukrativen Abbau-Lizenzen, bei dem die Interessen europäischer und bolivianischer Unternehmen mit denen von indigenen Landwirten, Minenarbeitern und Frauengruppen kollidieren.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Spanisch, Erdkunde, Sozialkunde, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Ethik, fächerübergreifend: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Themen

Südamerika, Rohstoffe, Indigene, Globalisierung, Digitalisierung, Umweltschutz, EU, Wirtschaft, Kolonialismus, Kapitalismus, soziale Gerechtigkeit

Kinostart

22.10.2026

Der Dokumentarfilm schildert am Beispiel von Bolivien den globalen Wettlauf um Lithium. Das silberweiße Leichtmetall ist ein zentraler Rohstoff für Lithium-Ionen-Batterien und damit auch für Elektroautos, Laptops und Smartphones. Im bolivianischen Hochland liegt eines der weltweit größten Vorkommen. Allerdings würden der Abbau und die Weiterverarbeitung des Rohstoffs aus der riesigen Salzwüste Salar de Uyuni Umweltbelastungen wie sinkende Grundwasserstände und Staubwolken verursachen. Während europäische Unternehmen sich um Lizenzen zum Abbau bemühen, pocht die Regierung darauf, dass das Land nicht nur Rohstofflieferant bleibt, sondern an der Wertschöpfungskette teilnimmt. Teile der lokalen Bevölkerung suchen Wege aus der Armut, während indigene Landwirte um die Gesundheit ihres Viehs fürchten. In ländlichen Gebieten formiert sich Widerstand gegen die ungesteuerte Ressourcenausbeutung in zivilgesellschaftlichen Gruppen, die vor allem von Frauen organisiert werden.
Der Film ist durch eine multiperspektivische Erzählstruktur gekennzeichnet und vermeidet explizite Wertungen des komplexen Konfliktfeldes. Statements von Indigenen, Arbeiter*innen, Hirt*innen, Unternehmer*innen, Diplomat*innen und Politiker*innen wechseln sich ab mit Alltagsbeobachtungen aus Bergwerksiedlungen sowie Panorama-Einstellungen der schier endlosen Salzseen, die der facettenreichen Darstellung Ruhepunkte liefern. In einer alternierenden Montage werden hin und wieder Auszüge aus einer Chronik aus dem Jahr 1613 eingebunden, die eine Sprecherin aus dem Off vorträgt. Der Inka Felipe Guamán Poma de Ayala schrieb sie in Form eines Briefes an den spanischen König Philipp III. und weist darin auf Gräueltaten der spanischen Konquistadoren hin. Es ist die einzige bekannte Quelle aus der Kolonialzeit, die die Ereignisse aus einer indigenen Perspektive darstellt.
Der vielstimmige Disput über die Lithiumgewinnung liefert Ansatzpunkte für eine Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile der Globalisierung. Warum beziehen europäische Länder mit eigenen Lithiumreserven das Metall lieber aus Ländern des globalisierten Südens? Was würden Schüler*innen sagen, wenn sie mit Umweltschäden des Abbaus in der eigenen Region konfrontiert wären? Die zitierte Chronik schlägt einen Bogen zur spanischen Kolonialherrschaft in Bolivien, die 1825 endete. Inwiefern wirken die kolonialen Ausbeutungsmechanismen bis heute fort? Der Film endet mit der Einblendung, dass Dorfgemeinschaften einen Gerichtsentscheid in erster Instanz erwirkt haben, wonach sie Gelegenheit bekommen müssen, bei der Rohstoffausbeutung ihr Recht auf Selbstbestimmung auszuüben. Warum ist es für die indigene Bevölkerung so wichtig, dass Mitspracherechte für ihr Territorium in der Verfassung verankert sind? Die iranische Komponistin Atena Esthiaghi begleitet die imposanten Landschaftspanoramen mit abwechslungsreichen Musikflächen. Mit welchen musikalischen Mitteln gelingen ihr meditative Stimmungen?
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Reinhard Kleber, 27.09.2026, letzte Aktualisierung: 01.10.2026

Regie

Jens Schanze

Buch

Jens Schanze

Darsteller*innen

Mitwirkende: David Horgan, Félix Fernández-Shaw, Miguel Angel Bautista, Celia Alanes, Dunja Karina Borja u. a.

Länge

94 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Cine Gobal

Festivals

(2026) DOK.fest München: Musikpreis für die Komponistin Atena Esthiaghi; CPH:DOX Kopenhagen

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