Inhalt
Der Dokumentarfilm schildert am Beispiel von Bolivien den globalen Wettlauf um Lithium. Das silberweiße Leichtmetall ist ein zentraler Rohstoff für Lithium-Ionen-Batterien und damit auch für Elektroautos, Laptops und Smartphones. Im bolivianischen Hochland liegt eines der weltweit größten Vorkommen. Allerdings würden der Abbau und die Weiterverarbeitung des Rohstoffs aus der riesigen Salzwüste Salar de Uyuni Umweltbelastungen wie sinkende Grundwasserstände und Staubwolken verursachen. Während europäische Unternehmen sich um Lizenzen zum Abbau bemühen, pocht die Regierung darauf, dass das Land nicht nur Rohstofflieferant bleibt, sondern an der Wertschöpfungskette teilnimmt. Teile der lokalen Bevölkerung suchen Wege aus der Armut, während indigene Landwirte um die Gesundheit ihres Viehs fürchten. In ländlichen Gebieten formiert sich Widerstand gegen die ungesteuerte Ressourcenausbeutung in zivilgesellschaftlichen Gruppen, die vor allem von Frauen organisiert werden.
Umsetzung
Der Film ist durch eine multiperspektivische Erzählstruktur gekennzeichnet und vermeidet explizite Wertungen des komplexen Konfliktfeldes. Statements von Indigenen, Arbeiter*innen, Hirt*innen, Unternehmer*innen, Diplomat*innen und Politiker*innen wechseln sich ab mit Alltagsbeobachtungen aus Bergwerksiedlungen sowie Panorama-Einstellungen der schier endlosen Salzseen, die der facettenreichen Darstellung Ruhepunkte liefern. In einer alternierenden Montage werden hin und wieder Auszüge aus einer Chronik aus dem Jahr 1613 eingebunden, die eine Sprecherin aus dem Off vorträgt. Der Inka Felipe Guamán Poma de Ayala schrieb sie in Form eines Briefes an den spanischen König Philipp III. und weist darin auf Gräueltaten der spanischen Konquistadoren hin. Es ist die einzige bekannte Quelle aus der Kolonialzeit, die die Ereignisse aus einer indigenen Perspektive darstellt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der vielstimmige Disput über die Lithiumgewinnung liefert Ansatzpunkte für eine Auseinandersetzung über Vor- und Nachteile der Globalisierung. Warum beziehen europäische Länder mit eigenen Lithiumreserven das Metall lieber aus Ländern des globalisierten Südens? Was würden Schüler*innen sagen, wenn sie mit Umweltschäden des Abbaus in der eigenen Region konfrontiert wären? Die zitierte Chronik schlägt einen Bogen zur spanischen Kolonialherrschaft in Bolivien, die 1825 endete. Inwiefern wirken die kolonialen Ausbeutungsmechanismen bis heute fort? Der Film endet mit der Einblendung, dass Dorfgemeinschaften einen Gerichtsentscheid in erster Instanz erwirkt haben, wonach sie Gelegenheit bekommen müssen, bei der Rohstoffausbeutung ihr Recht auf Selbstbestimmung auszuüben. Warum ist es für die indigene Bevölkerung so wichtig, dass Mitspracherechte für ihr Territorium in der Verfassung verankert sind? Die iranische Komponistin Atena Esthiaghi begleitet die imposanten Landschaftspanoramen mit abwechslungsreichen Musikflächen. Mit welchen musikalischen Mitteln gelingen ihr meditative Stimmungen?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Kleber, 27.09.2026,
letzte Aktualisierung:
01.10.2026
Regie
Jens Schanze
Buch
Jens Schanze
Darsteller*innen
Mitwirkende: David Horgan, Félix Fernández-Shaw, Miguel Angel Bautista, Celia Alanes, Dunja Karina Borja u. a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Cine Gobal
Festivals
(2026) DOK.fest München: Musikpreis für die Komponistin Atena Esthiaghi; CPH:DOX Kopenhagen