Inhalt
Was wird aus den Freundschaften, wenn die Lebenswege sich nach der Schule trennen? Wenn neue Lieben die alten Beziehungen überschreiben? Und kann man überhaupt Freundschaft und Liebe immer so klar unterscheiden? Der Film erzählt aus junger Perspektive von einer Frauenfreundschaft im „Transitland“ zwischen 18 und 25. Leonie und Marlene glauben am Ende der Schule, dass nichts sie trennen kann. Doch als Leonie sich in eine Frau verliebt, die sich selbst verletzt und sie in einer ständigen Ungewissheit zwischen Nähe und Distanz lässt, beginnt die andere ein Studium und verliebt sich in einen Mann. Nach ihrer Trennung sucht Leonie wieder Kontakt zu ihrer Schulfreundin, die sie nach ihrer alles dominierenden Beziehung erst wieder für sich gewinnen muss. Eine intime Langzeitstudie, gespielt und unkonventionell gedreht von jener Altersgruppe, die der Film beschreibt. Entstanden ist ein intensives, ehrliches und autonomes Porträt junger, queerer Frauen – und die Chronik einer Freundschaft, die das aufregende Leben Jahre von Anfang bis Mitte Zwanzig überdauert.
Umsetzung
NINJA MOTHERF*CKING DESTRUCTION wurde im Kollektiv, ohne Geld und jenseits der Filmschule gedreht. Über acht Jahre trafen sich Filmcrew und Schauspieler*innen jedes Jahr wieder, um die intensive, aber auch verletzliche Zeit zwischen dem Ende der Schule und der Zeit des Suchens nach neuen Horizonten aus ihrer jeweiligen Altersperspektive weiterzuschreiben. Keine Spekulation auf ein zukünftiges Alter und keine Erinnerung an vergangene Lebenszeit, sondern authentisches, lebensnahes Kino, in dem sich vieles von den eigenen Lebensrealitäten, Gefühlen und Erfahrungen der Filmschaffenden, die sich über die Jahre des Drehs verändern, widerspiegelt. Der Fokus auf nahe Bildeinstellungen der Protagonist*innen gibt den Zuschauenden das Gefühl, beim Feiern und Rumalbern, bei den intimen Gesprächen oder den ersten Schritten im Arbeitsleben mit dabei zu sein. Keine Vogelperspektive, keine großen Erklärungen – fast dokumentarisch vermittelt der Film das Rasen der Moleküle dieser Zeit.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die eigenwillige, authentische Erzählung von Jugend bieten viele Anknüpfungspunkte, um darüber zu diskutieren, wie gemeinhin Jugend im Film inszeniert wird oder wie Role Models und Stars von einer potenten Industrie geschaffen und vermarktet werden. Wie wünschen sich Schüler*innen Filme über ihre Altersklasse – authentisch oder als überhöhtes Filmspektakel? In ihrem Regiestatement beschreibt die Regisseurin den Wunsch nach einem Raum im Kino, in dem ein junger weiblicher oder queerer Körper gezeigt wird, ohne nach marktüblichen Mustern in Szene gesetzt zu werden – also entweder sexuell begehrenswert oder im Fall von queeren Frauen skandalisiert. Was macht Lotta Schwerk anders? Auch die Nähe von Alter und Lebensrealitäten der Filmschaffenden zu Alter und Geschichte der Hauptfiguren kann diskutiert werden: Welche Wirkung entsteht, wenn Erfahrungen nahezu zeitgleich filmisch verarbeitet werden. Wodurch unterscheidet sich diese Form des Erzählens von rückblickenden Coming-of-Age-Filmen?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Melanie Rohde
,
26.07.2026
,
letzte Aktualisierung:
31.07.2026
Regie
Lotta Schwerk
Buch
Lotta Schwerk
Darsteller*innen
Emma Suthe, Marie Tragousti, Merle von Mach, Yildiz Tiryakioglu u. a.
Länge
77 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Salzgeber
Festivals
achtung berlin filmfestival 2025: Beste Regie und Bestes Schauspiel, Filmfestival Max Ophüls Preis 2025, Crossing Europe Filmfestival Linz 2026