© Plaion Pictures 2026

Staatsschutz

Deutschland 2026

Seyo Kim ist Staatsanwältin in einer deutschen Kleinstadt und glaubt an die „objektivste Behörde der Welt“. Nachdem sie selbst Opfer eines rassistischen Angriffs wird, lernt die junge Frau die Justiz aus einer anderen Perspektive kennen – und sieht sie bald auch mit anderen Augen. Der zweite Kinofilm von Faraz Shariat erzählt fiktional von rechtsextremer Gewalt in Deutschland und den allzu bekannten Mängeln der juristischen Aufarbeitung.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Politik, Sozialkunde, Ethik, Kunst, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

Justiz, Rassismus, struktureller Rassismus, Rechtsextremismus, Recht und Gerechtigkeit, Rechtssystem,

Kinostart

27.08.2026

Seyo Kim ist eine junge Staatsanwältin an einem Gericht in einer ostdeutschen Kleinstadt. Als Berufsanfängerin scheint sie von der Maxime geprägt, für die „objektivste Behörde der Welt“ zu arbeiten. So verhindert sie etwa in einem Prozess, dass die mutmaßlich politischen Motive einer Straftat berücksichtigt werden: Nach streng sachlicher Ermittlung sei es bloß ein Fall von Kleinkriminalität. Eines Tages wird Seyo in einem öffentlichen Park selbst Opfer eines rassistischen Angriffs. Sie überlebt mit leichten Brandverletzungen, beteiligt sich vor Ort an der Spurensicherung und findet in eigener Mission wenig später einen der Tatverdächtigen. Vor Gericht ist sie als Geschädigte und Nebenklägerin nun in ungewohnter Position. Sie beginnt, die Rolle der Staatsanwaltschaft in Zweifel zu ziehen, als diese kaum zum Motiv des Angeklagten und dessen Verbindungen zur Neonazi-Szene ermittelt. In ihren Nachforschungen stößt Seyo auf weitere Gewalttaten, die in der Gegend durch ein rechtsextremes Netzwerk verübt wurden.
STAATSSCHUTZ behandelt fiktionale Ereignisse, die an reale Fälle in Deutschland erinnern, etwa an die rechtsterroristischen NSU-Morde oder weitere rassistisch motivierte Verbrechen. Der Film erzählt sowohl aus der Perspektive einer Betroffenen als auch mit Blick auf eine Institution. Neben Aspekten des Gerichtsfilms ist STAATSSCHUTZ auch eine rassismuskritische Gegenerzählung mit Popmusik und Elementen des Thriller-Genres. So erkämpft sich Seyo nach dem Neonazi-Angriff peu à peu wieder Haltung und Handlungsmacht. Mit einem kugelsicheren Sportwagen, der an die 1980er-Jahre-Serie „Knight Rider“ erinnert, und R‘ n ‘B-Sounds aus den Auto-Lautsprechern sammelt die Juristin eigenhändig Indizien zu rechtsextremen Strukturen und den Versäumnissen ihrer eigenen Behörde. Die empowernde Inszenierung einer post-migrantischen und queeren Hauptfigur unterscheidet sich signifikant von anderen medialen Erzählungen über rassistische Gewalt und deren Folgen.
Die Gerichtsszenen bieten anschauliches Material, um Aufgabe und Selbstverständnis der Staatsanwaltschaft zu erarbeiten: Woher stammt der Satz, die deutsche Staatsanwaltschaft sei die „objektivste Behörde der Welt“ – und inwiefern setzt der Film ihn in Bezug zur juristischen Aufarbeitung politischer Straftaten? Am Beispiel von Seyo sowie einigen Nebenfiguren lässt sich diskutieren, wie Betroffene von Rassismus die Justiz im Film erleben. In Kleingruppen kann zudem recherchiert werden, welche realen Fälle in den letzten 20 Jahren in Deutschland STAATSSCHUTZ inspiriert haben könnten. Die Facetten und die Entwicklung der Hauptfigur Seyo Kim sollten in einer Figurenanalyse erarbeitet werden. Wie erzählt der Film ihren charakterlichen und politischen Wandel, etwa durch Stilmittel wie Kostüme, Requisiten, Soundtrack und Bildgestaltung? Welche Haltung hat Seyo am Ende des Films zum Justiz-System? Im Plenum lässt sich diskutieren, ob sich diese Haltung eigentlich mit der Position des Films deckt – oder von ihr abweicht.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Jan-Philipp Kohlmann , 07.06.2026 , letzte Aktualisierung: 20.07.2026

Regie

Faraz Shariat

Buch

Claudia Schaefer (Co-Autor*innen: Jee-Un Kim, Dr. Sun-Ju Choi)

Darsteller*innen

Chen Emilie Yan, Julia Jentsch, Alev Irmak, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky u. a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Plaion Pictures

Festivals

(2026) Berlinale: Panorama Publikums-Preis als bester Spielfilm, CICAE ART Cinema Award, Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung

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