© eksystent filmverleih 2026

Von Scham und Geld

Nordmazedonien, Deutschland, Belgien, Albanien, Slowenien, Kosovo 2026

Eine raue Welt, in der das Schicksal eines Einzelnen egal ist: Dort hinein werden Shaban und Hatixhe mit ihrer Familie geworfen, als sie ihren Bauernhof verlieren, aus dem ländlichen Kosovo nach Pristina ziehen müssen und verarmen. Gedemütigt von seinem Schwager, sucht Shaban auf der Straße nach Arbeit. Er merkt spät, dass er als Mann vom Dorf die Regeln des Geldes nicht versteht. Scham sei Luxus und jeder Mensch habe seinen Platz – doch wie viel Erniedrigung kann man ertragen?

Originaltitel

Shame and Money

Genre

Drama , (Sozial-)Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Wirtschaft/WAT, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

Klassismus, soziale Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Familie, (prekäre) Arbeit, Migration, Ausbeutung, Moral, psychische Belastung, Gewalt, Menschenwürde

Kinostart

24.09.2026

Das Ehepaar Shaban und Hatixhe lebt mit seinen drei Töchtern im ländlichen Dorf Çikatova e Vjetër im Kosovo. Beide sind ein eingespieltes Team und verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Milch. Auf dem Bauernhof leben außerdem Shabans zwei Brüder mit ihren Familien sowie die Mutter der Brüder, die als Matriarchin den Hof leitet. Eines Tages sind Shabans Kühe verschwunden. Sein Bruder Liridon, der um Geld gebeten hatte, hat sie heimlich verkauft und hat sich mit dem Erlös nach Deutschland davongemacht. Damit hat die Familie ihre Existenzgrundlage verloren. Gedemütigt ziehen Shaban und seine Familie nach Pristina, die Hauptstadt des Kosovo. Hatixhes Schwester Adelina und ihr wohlhabender Mann Alban bieten der Familie zwar Unterkunft an, verlangen dafür jedoch Hilfe im Geschäft und im Haushalt. Während Hatixhe den schwerkranken Vater von Alban pflegt, sucht Shaban auf der Straße nach Gelegenheitsjobs. Denn das Einkommen, das Alban zahlt, reicht nicht aus. Das missfällt Alban – und die Konflikte zwischen den beiden unterschiedlichen Männern drohen zu eskalieren.
Die Kamera begleitet die Figuren mit Fahrten, ist dabei aber auch zu einigen Teilen statisch – vor allem in Totalen, die sich mit Nahaufnahmen abwechseln und so das Setting in Szene setzen. Generell wurde an authentischen Orten gedreht: Während im Dorf Natur und Landschaft dominieren, fängt die Kamera in der Stadt die Anonymität und das rasche Treiben auf den Straßen ein. Besonders in den Nahaufnahmen werden die Hierarchien zwischen den Figuren eingefangen, und psychische Zustände werden metaphorisch durch Details betont (etwa durch zertrümmerte Möbel oder abgeriegelte Orte). Musikalisch wird der Film mit traditioneller Musik untermalt, die unter anderem Chorgesang, Akkordeon, Tapan, Zurna und Çifteli umfasst. Erzählerisch interessant ist der Einsatz schwarzer Bildschirme, die als Kapiteltrenner fungieren und so die Narration gliedern.
Schüler*innen können sich mit dem Land Kosovo und seiner Geschichte beschäftigen. Relevant sind die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Krieg von 1999, die Entwicklung hin zu westlichen, marktwirtschaftlichen Strukturen sowie die Urbanisierung. Der Bereich zwischen traditionellen Werten und einer sich verändernden, kapitalistisch geprägten Gesellschaft (Stichwort: Kulturwandel) ist dabei besonders spannend. Eine Analyse der Dramaturgie ermöglichen die schrittweise Eskalation sowie die Darstellung von Shabans psychischen Problemen. Filmästhetisch interessant sind das Setting, die Kameraarbeit sowie die Untermalung durch traditionelle Musik, die ebenfalls als Gegenstück zur „Modernität“ fungiert. Der Film zeigt zentrale Kontraste: Armut vs. Reichtum, traditionelle vs. moderne Werte, ländliche vs. urbane Strukturen sowie Geschlechterbilder, die mit Klassismus verknüpft sind.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ílyas Ínevi , 18.08.2026 , letzte Aktualisierung: 21.08.2026

Regie

Visar Morina

Buch

Visar Morina, Doruntina Basha

Darsteller*innen

Astrit Kabashi, Flonja Kodheli, Kumrije Hoxha, Aria Shala, Fiona Gllavica, Abdinaser Beka, Tristan Halilaj, Riga Morina, Melika Gashi, Alban Ukaj, Selman Lokaj u. a.

Länge

129 Min

Sprachfassung

albanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

eksystent filmverleih

Festivals

(2026) Sundance Film Festival: Grand Jury Prize; Filmfest München: Auszeichnung im Wettbewerb Cinemasters; Sarajewo Filmfestival; Sidney Filmfestival

Impressum
Sitemap
Datenschutz