Inhalt
Das Ehepaar Shaban und Hatixhe lebt mit seinen drei Töchtern im ländlichen Dorf Çikatova e Vjetër im Kosovo. Beide sind ein eingespieltes Team und verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Milch. Auf dem Bauernhof leben außerdem Shabans zwei Brüder mit ihren Familien sowie die Mutter der Brüder, die als Matriarchin den Hof leitet. Eines Tages sind Shabans Kühe verschwunden. Sein Bruder Liridon, der um Geld gebeten hatte, hat sie heimlich verkauft und hat sich mit dem Erlös nach Deutschland davongemacht. Damit hat die Familie ihre Existenzgrundlage verloren. Gedemütigt ziehen Shaban und seine Familie nach Pristina, die Hauptstadt des Kosovo. Hatixhes Schwester Adelina und ihr wohlhabender Mann Alban bieten der Familie zwar Unterkunft an, verlangen dafür jedoch Hilfe im Geschäft und im Haushalt. Während Hatixhe den schwerkranken Vater von Alban pflegt, sucht Shaban auf der Straße nach Gelegenheitsjobs. Denn das Einkommen, das Alban zahlt, reicht nicht aus. Das missfällt Alban – und die Konflikte zwischen den beiden unterschiedlichen Männern drohen zu eskalieren.
Umsetzung
Die Kamera begleitet die Figuren mit Fahrten, ist dabei aber auch zu einigen Teilen statisch – vor allem in Totalen, die sich mit Nahaufnahmen abwechseln und so das Setting in Szene setzen. Generell wurde an authentischen Orten gedreht: Während im Dorf Natur und Landschaft dominieren, fängt die Kamera in der Stadt die Anonymität und das rasche Treiben auf den Straßen ein. Besonders in den Nahaufnahmen werden die Hierarchien zwischen den Figuren eingefangen, und psychische Zustände werden metaphorisch durch Details betont (etwa durch zertrümmerte Möbel oder abgeriegelte Orte). Musikalisch wird der Film mit traditioneller Musik untermalt, die unter anderem Chorgesang, Akkordeon, Tapan, Zurna und Çifteli umfasst. Erzählerisch interessant ist der Einsatz schwarzer Bildschirme, die als Kapiteltrenner fungieren und so die Narration gliedern.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Schüler*innen können sich mit dem Land Kosovo und seiner Geschichte beschäftigen. Relevant sind die gesellschaftlichen Veränderungen nach dem Krieg von 1999, die Entwicklung hin zu westlichen, marktwirtschaftlichen Strukturen sowie die Urbanisierung. Der Bereich zwischen traditionellen Werten und einer sich verändernden, kapitalistisch geprägten Gesellschaft (Stichwort: Kulturwandel) ist dabei besonders spannend. Eine Analyse der Dramaturgie ermöglichen die schrittweise Eskalation sowie die Darstellung von Shabans psychischen Problemen. Filmästhetisch interessant sind das Setting, die Kameraarbeit sowie die Untermalung durch traditionelle Musik, die ebenfalls als Gegenstück zur „Modernität“ fungiert. Der Film zeigt zentrale Kontraste: Armut vs. Reichtum, traditionelle vs. moderne Werte, ländliche vs. urbane Strukturen sowie Geschlechterbilder, die mit Klassismus verknüpft sind.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ílyas Ínevi
,
18.08.2026
,
letzte Aktualisierung:
21.08.2026
Regie
Visar Morina
Buch
Visar Morina, Doruntina Basha
Darsteller*innen
Astrit Kabashi, Flonja Kodheli, Kumrije Hoxha, Aria Shala, Fiona Gllavica, Abdinaser Beka, Tristan Halilaj, Riga Morina, Melika Gashi, Alban Ukaj, Selman Lokaj u. a.
Länge
129 Min
Sprachfassung
albanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
eksystent filmverleih
Festivals
(2026) Sundance Film Festival: Grand Jury Prize; Filmfest München: Auszeichnung im Wettbewerb Cinemasters; Sarajewo Filmfestival; Sidney Filmfestival