© W-Film 2026

Wer weiß schon, was ein Leben ist

Deutschland 2026

Formal originelles Dokumentar-Format mit Spielfilmelementen zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker. Die Künstlerin widmete ihr Leben kompromisslos der Malerei, erkämpfte sich entschlossen gegen alle Konventionen ihre künstlerische und weibliche Selbstbestimmung und schuf ein umfangreiches Werk, das sie nicht nur als Ausnahmekünstlerin und Wegbereiterin von Moderne und Expressionismus, sondern aus heutiger Sicht auch als feministische Ikone kennzeichnet.

Genre

Biografie, Dokumentarfilm mit Spielfilmelementen, Essayfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Kunst, Geschichte, Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Philosophie, Politik, Französisch

Themen

Kunst, Künstler*innenbiografie, Künstler*innen, Feminismus, Selbstbestimmung, Selbstermächtigung, Moderne, Kunstgeschichte, Freiheit, Gleichberechtigung, Identität, Rezeption, Interpretation, Konventionen, Kulturpolitik

Kinostart

03.09.2026

Wer war Paula Modersohn-Becker (1876-1907)? Anlässlich des 150. Geburtstages der Wegbereiterin von Moderne und Expressionismus wirft der Film einen frischen Blick auf die Künstlerin, die ihr kurzes, intensives Leben entschlossen der Malerei widmete und ein so umfangreiches wie kompromissloses Werk schuf. In einem fiktiven Spielfilm begibt sich eine junge Schauspielerin in Vorbereitung auf ihre Filmrolle als Paula auf Spurensuche zu zentralen Schaffensorten der Malerin – ins Künstlerdorf Worpswede bei Bremen und nach Paris – und zu ihren wichtigsten Bezugspersonen Clara Westhoff, deren späteren Ehemann Rainer Maria Rilke, Heinrich Vogeler und Paulas Ehemann Otto Modersohn. Von diesem als Frau ihrer Zeit finanziell abhängig und weiteren gesellschaftlichen Hürden zum Trotz behauptet Paula ihren Anspruch auf künstlerische Freiheit und weibliche Autonomie. Ihre radikalen Frauen-, Kinder- und Selbst-Portraits verweigern sich gängigen Schönheitsbegriffen und dem in der Kunst üblichen männlichen Blick. All das macht sie aus heutiger Sicht zu einer feministischen Ikone.
Ausgangspunkt dieses hybriden, dokufiktionalen Essayfilms ist ein fiktiver Spielfilm über die Malerin, vom Casting über Recherchereisen, Proben und Spielszenen bis zum Drehstart. Die persönliche Annäherung der Schauspielerin an ihre historische Figur wird dabei als reflexive Begegnung mit sich selbst erzählt. Zusätzlich fließen reale kunsthistorische Einordnungen, Bildinterpretationen und Interviews mit internationalen Expert*innen ein; es wird aus Tagebüchern und Briefen der Künstlerin sowie aus Biographien zitiert. Visuelle Verfremdungen – Collagen, Schwarz-Weiß-Interviews, Newsticker-Laufschrift usw. – unterstützen die Verwischung der Grenzen zwischen den Zeitebenen, zwischen Darsteller*innen und Figuren, Kunst und Realität, Dokumentar- und Spielfilm. Damit ist der Film selbst Beleg seiner These, dass Interpretation von Kunst und Künstler*in stets ein soziokulturell, geschichtlich und medial bedingtes Konstrukt ist.
Die Schüler*innen rekonstruieren das Bild, das der Film von Paula Modersohn-Becker als Künstlerin und als Frau ihrer Zeit vermittelt und diskutieren, inwiefern sie als moderne Frau und feministische Ikone verstanden werden kann. Wie ist es heute um Frauen in der Kunstwelt bestellt? Ein Vergleich der weiblichen Portraits von Paula Modersohn-Becker mit Frauenbildnissen zeitgenössischer männlicher Künstler schärft den Blick für gendertypische Unterschiede. Darauf aufbauend können die jeder Interpretation zugrunde liegenden Faktoren (Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen; Kontextualisierung von soziokulturellem Milieu, Epoche und Medium) analysiert werden. Die Schüler*innen sollten bei der Filmsichtung auf formale Besonderheiten achten und sich anschließend über deren vermutete Funktion und erzielte Wirkung austauschen. Definitionen zu Doku-Fiktion und Essayfilm geben Impulse für ein Gespräch über Vor- und Nachteile solcher Hybridformen im Vergleich zu klassischen Dokumentarfilm-Formaten.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ulrike Seyffarth, 17.08.2026, letzte Aktualisierung: 21.08.2026

Regie

Annelie Boroş, Vera Brückner

Buch

Anja Salomonowitz (Originaldrehbuch), Annelie Boroş, Vera Brückner

Darsteller*innen

Katharina Stark, Dominique Devenport, Enno Trebs, Merlin Rose, Florian Lukas u. a.

Länge

95 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung mit deutsch untertitelten Dialogen (Französisch, Englisch)

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

W-Film

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