Where the Waves Took Her

Deutschland 2025

Frauen, die auf der Flucht über das Mittelmeer Gewalt, Unsicherheit und lebensbedrohliche Situationen erlebt haben, stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms WHERE THE WAVES TOOK HER - sowie eine Hebamme bei ihrem ersten Einsatz auf einem Rettungsschiff. Zwischen Seenotrettung und persönlichen Berichten der Frauen entsteht eine Geschichte über die Suche nach einer neuen Zukunft – erzählt in einer ungewöhnlichen, teils poetischen Bildsprache.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Kunst, Politik, Sozialkunde, Ethik, Philosophie, Religion, fächerübergreifend: Demokratiebildung

Themen

Migration, Flucht/Geflüchtete, Menschenrechte/-würde, Frauenrechte, Frauengesundheit, Seenotrettung, Zivilcourage, Zivilgesellschaft, Schwangerschaft, Asyl

Kinostart

03.09.2026

Für viele Menschen ist Europa noch immer ein Sehnsuchtsort, verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Deshalb wagen sie die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer – darunter auch viele Frauen und Kinder. Gerade Schwangeren fehlt dabei häufig die notwendige medizinische Versorgung. Deshalb gehört auf dem Rettungsschiff der Organisation "SOS Humanity" inzwischen auch eine Hebamme zur Besatzung. Eine von ihnen ist die Berlinerin Anne-Katrin Klotzsch. Der Dokumentarfilm WHERE THE WAVES TOOK HER von Jana Stallein begleitet sie bei ihrem ersten Einsatz. Die Reise geht von Syrakus auf Sizilien bis vor die libysche Küste, eine der wichtigsten Transit- und Abfahrtszonen für Geflüchtete. Immer wieder kommt es hier zu schweren Bootsunglücken. Während das Team Hunderte Menschen aus Seenot rettet, verknüpft der Film die Mission mit den Berichten überlebender Frauen über Flucht, Gewalt und eine ungewisse Zukunft.
WHERE THE WAVES TOOK HER verbindet beobachtenden Dokumentarfilm mit einer außergewöhnlichen Bildsprache. Die Kamera begleitet Anne-Katrin Klotzsch und das weibliche Versorgungsteam bei ihrer Arbeit, während die Rettungseinsätze durch Langzeitbelichtungen und Bewegungsunschärfen verfremdet werden. Dieses künstlerische und zugleich ethische Stilmittel schützt die Identität der geretteten Frauen und Kinder, deren Einverständnis vor Ort nicht eingeholt werden konnte. Ergänzt werden die dokumentarischen Beobachtungen durch in einem Studio inszenierte Sequenzen, in denen einige der Frauen ihre Flucht schildern. Der mit Wasser bedeckte Boden und eine Projektion erinnern an die Überfahrt über das Meer. Zusammen mit der zurückhaltenden Musik entstehen eindringliche, oftmals poetische Szenen, die sich bewusst jeglichem Voyeurismus entziehen.
Die Flucht über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Migrationsrouten der Welt. Der Film eröffnet einen assoziativen Zugang zu diesem Thema, bleibt dabei jedoch bewusst fragmentarisch. Viele Hintergründe und Einzelschicksale werden nur angedeutet und laden dazu ein, sie durch eigene Recherchen zu Fluchtursachen, Fluchtwegen, Seenotrettung und der humanitären Situation im Mittelmeer zu vertiefen. Auch unterschiedliche Positionen zur Rolle ziviler Seenotrettungsorganisationen können kritisch eingeordnet werden. Besonders ergiebig ist die Analyse der poetisch-abstrahierten Filmsprache, die Ästhetik mit ethischer Verantwortung verbindet. Diskutieren lässt sich etwa, wie dokumentarische Wirklichkeit dargestellt wird, ob die kunstvoll verfremdeten Sequenzen Nähe oder Distanz erzeugen und inwiefern sich der Film von klassischen Nachrichtenbildern abhebt.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ula Brunner , 11.08.2026 , letzte Aktualisierung: 21.08.2026

Regie

Jana Stallein

Buch

Jana Stallein

Darsteller*innen

Anne-Katrin Klotzsch, Fahma Abdukader Farah, Jeanin Tchokotte, Joseline Cabry Fotsing, Julie Tankeu Yonga, Mariame Diallo u. a.

Länge

83 Min

Sprachfassung

Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Somali | mit deutschen oder englischen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

UCM.ONE

Festivals

59. Internationale Hofer Filmtage 2025: Lobende Erwähnung; Internationales Frauen Filmfest Dortmund+Köln 2026: Female Gaze – CineOne & sPOTTlight Nationalen Preis für Bildgestalter*innen (Kamera: Sophia Fenn)

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