Inhalt
Die 11jährige Johanna aus Leipzig ist neugierig und aufgeweckt. Als überraschend ihr Großvater Kito aus Tansania zum ersten Mal zu Besuch kommt, ist nichts mehr wie zuvor. Sie freut sich sehr, ihn endlich kennenzulernen und durch ihn mehr über ihre tansanaischen Wurzeln zu erfahren. Gemeinsam besuchen die beiden das ethnologische Museum, wo Kito eine alte Maske entdeckt. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass sie während der Kolonialzeit aus seinem Dorf geraubt wurde – ein fehlendes Stück an der Maske ist für ihn der Beweis. Nur wenig später wird genau diese Maske der Makonde aus dem Museum gestohlen. Die Polizei verdächtigt Kito – zu Unrecht? Johanna will beweisen, dass ihr Großvater unschuldig ist. Sie begibt sich mit ihren Freund*innen – der mutigen Sweta und dem cleveren Anton – auf eine spannende Spurensuche, wobei die drei detektivische Superkräfte entwickeln und Unglaubliches aufdecken. Sie bringen die Maske sicher wieder zurück, alles findet seinen richtigen Platz – und Johanna entdeckt dabei auch ein bisher unbekanntes Stück von sich selbst.
Umsetzung
Der Regisseurin ist es gelungen, komplexe Themen wie koloniales Raubgut und die Bedeutung der eigenen Herkunft bzw. Familiengeschichte – eingebettet in eine Detektivgeschichte – spannend zu erzählen. Aus der Perspektive der 11-jährigen Johanna und ihrer Freund*innen zeigt der Film, wie wichtig Familie, Freundschaft und Zughörigkeit sind. Handys, Walkie-Talkies und selbstgebaute Drohnen – die moderne Welt der Technik trifft in Leipzig auf historische Masken und Kunstgegenstände aus kolonialisierten Ländern und Kulturen des globalen Südens. Handy-Nachrichten ploppen hier und da als Animationen im Bild auf und erzeugen eine unmittelbare Nähe zum Geschehen. Einiges ist zwar vorhersehbar und führt gelegentlich zu kleineren Längen, diese werden jedoch durch Slapstickelemente – etwa das tollpatschige Polizist*innen-Duo oder Gastauftritte von „Checker Julian“ und „Checker Marina“ – gut aufgefangen. Die Musik mit ihren empowernden Texten fügt dem Film eine weitere Ebene hinzu und wirkt zugleich als tragendes wie belebendes Element.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Wie kommt eine historische Maske aus Tansania in ein Museum nach Leipzig? Die Frage ist ein guter Ausgangspunkt, um sich mit Kolonialismus, dessen Strukturen und den Spuren in der Gegenwart auseinanderzusetzen – bis zu ihren heutigen Folgen hinsichtlich Rassismus, Herkunft und Zugehörigkeit. Ursprung und Bedeutung von (ost-)afrikanischen Masken lassen sich erforschen und eigene Masken können angefertigt werden. Die Musik ist ein wichtiges Element in dem Film. Die Schüler*innen können untersuchen, wie Bild und Musik zusammenarbeiten und herausfinden, wie es wäre, wenn man in manchen Szenen die Musik verändern oder weglassen würde. Auch die Frage nach der eigenen Identität regt zur Diskussion und Selbstreflexion über die eigene Familiengeschichte an. Johanna und ihre Freund*innen lösen den Fall gemeinsam, was sie stärker verbindet – dazu kann ein Plakat über Zusammenhalt und Werte in Freundschaften und Familie erstellt werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Jasmine Ghandtchi
,
29.07.2026
,
letzte Aktualisierung:
06.08.2026
Regie
Nancy Mac Granaky-Quaye
Buch
Anna Maria Praßler, Eva Lezzi
Darsteller*innen
Muiné Keune, Morris Mayer, Greta Kasalo, Malick Bauer, Peri Baumeister, Komi Mizrajim Togbonou u. a.
Länge
100 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
farbfilm verleih
Festivals
2026: Internationales Kinderfilmfestival Montreal; Filmfest München, Sektion Cinekindl