© jip film & verleih 2026

Ghost School

Pakistan, Deutschland, Saudi-Arabien 2024

Als Rabia zur Schule kommt, ist das Tor verschlossen. Der Lehrer soll von einem Dschinn besessen sein. Die Zehnjährige glaubt das nicht – und macht sich auf die Suche. Was sie findet: leere Gebäude, bezahlte Fantasielehrkräfte, Großgrundbesitzer, die Bildung als Privileg verwalten. Seemab Guls Film folgt einem Mädchen durch ein System, das so tut, als würde es funktionieren. Ein präziser, stiller Film über Macht, Korruption und das Recht auf Bildung.

Genre

Drama , Kinder- und Jugendfilm

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Erdkunde, Geschichte, Ethik, Politik, Sozialkunde, fächerübergreifend: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Themen

Mädchen/Frauen, Recht auf Bildung, Bildung, Schule, Geschlechtergerechtigkeit, Korruption, Care-Arbeit, koloniale Strukturen; staatliche Macht und Willkür, Politik, Pakistan

Kinostart

03.09.2026

Die zehnjährige Rabia lebt im ländlichen Pakistan. Als sie zum ersten Schultag des neuen Schuljahres aufbricht, findet sie das Schultor verschlossen. Der offizielle Grund: Ein Dschinn habe den Lehrer besessen. Rabia glaubt dieser Erklärung nicht – und macht sich allein auf die Suche nach der Wahrheit. Was sie dabei entdeckt, ist ein System: Schulen, die auf dem Papier existieren und in der Realität leer stehen; Lehrkräfte, die Gehälter kassieren, ohne zu unterrichten; ein Großgrundbesitzer, der Schmiergeld verlangt, damit überhaupt Unterricht stattfindet. Und eine weitere Tatsache, die von niemandem erklärt werden muss: Die einzige verbleibende Schule im Nachbardorf nimmt keine Mädchen auf. Der folgt Rabia durch Behördengänge und bei Begegnungen mit Erwachsenen, die die Verhältnisse hinnehmen.
GHOST SCHOOL ist kein Anklagfilm. Er gibt einem Kind das Wort – und das Kind stellt fest, dass niemand zuhört. Seemab Gul, britisch-pakistanische Filmemacherin, inszeniert ohne Spektakel. Die Kamera von Zamarin Wahdat folgt Rabia auf Augenhöhe – in ihrem Tempo, auf ihren Wegen zu Fuß. Das Publikum schaut mit ihr, wartet mit ihr, versteht mit ihr. Die Langsamkeit des Films ist Methode. Die verlassenen Gebäude, an denen Rabia vorbeikommt, werden nie kommentiert. Die Kamera hält inne, das Bild bleibt: Vegetation in Fensterlöchern, Türen offen ins Nichts. Das Sounddesign arbeitet mit Stille und traditionellen pakistanischen Instrumenten. Ob ein Dschinn wirklich in der leeren Schule wohnt, lässt Gul absichtlich offen – Gerüchte brauchen keine Wahrheit, um zu wirken. Hauptdarstellerin Nazualiya Arsalan trägt den Film mit außergewöhnlicher Präsenz. Sie fragt, versteht und handelt. Und lässt uns dabei teilhaben.
GHOST SCHOOL bietet Anknüpfungspunkte für politische Bildung, Filmanalyse und Genderthemen. Im Zentrum stehen Fragen des Bildungszugangs, staatlicher Verantwortung und Geschlechter(un)gleichheit – verankert in einer konkreten Lebenswirklichkeit, die zugleich globale Strukturen sichtbar macht. Das Konzept der Geisterschulen ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Korruption und dem Recht auf Bildung. Rabias Erfahrung als Mädchen öffnet Zugänge zu Care-Arbeit und der Frage, wer Bildung verdient – und wer darüber entscheidet. Der Film lädt dazu ein, Verbindungen zum deutschen Bildungssystem herzustellen, ohne den Blick auf Pakistan zu exotisieren. Die filmische Umsetzung eignet sich besonders für die genaue Betrachtung der ästhetischen Mittel: Die konsequente Kameraführung auf Augenhöhe der jungen Protagonistin, das langsame Erzähltempo, der bewusste Einsatz von Stille und die offene Behandlung des Dschinn-Gerüchts laden zur Analyse von Perspektive, Ton-Bild-Verhältnis und Ambiguität im dokumentarischen Erzählen ein.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Meis Alkhafaji , 30.07.2026 , letzte Aktualisierung: 06.08.2026

Regie

Seemab Gul

Buch

Seemab Gul

Darsteller*innen

Nazualiya Arsalan, Adnan Shah Tipu, Samina Seher, Vajdaan Shah, Muhammad Zaman u. a.

Länge

88 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Urdu mit deutschen oder englischen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

jip film & verleih

Festivals

Toronto International Film Festival 2025; Berlinale 2026, Sektion Generation u. v. a. m.

Impressum
Sitemap
Datenschutz