© Tobis Film 2026

Lügen über meine Mutter

Deutschland 2026

Ela hört viele Zuschreibungen über ihre Mutter Cornelia: Sie sei zu dick, nicht vorzeigbar und zu unangepasst. Doch das siebenjährige Mädchen erkennt, dass ihre Mutter viel mehr ist, als Vater Werner ihr weismachen will. Ela beobachtet, wie ihre Mutter im Deutschland der 1980er Jahre langsam ihren steinigen Weg zur Selbstbestimmung geht. LÜGEN ÜBER MEINE MUTTER erzählt diesen Weg zum Empowerment feinfühlig, humorvoll und berührend.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Kunst, Ethik, Politik, Psychologie

Themen

Sexismus, Misogynie, Familie, Selbstbestimmung, (psychische) Gewalt, Fettfeindlichkeit, Schönheitsideale, Frauen, Patriarchat, Empowerment, Familien- und Generationenbeziehungen, chronische Schmerzen, Ableismus

Kinostart

08.10.2026

Westdeutschland der 1980er-Jahre: Die 7-jährige Ela lebt mit ihrer Mutter Cornelia, ihrem Vater Werner und ihrer Oma Martha zusammen. Ela ist eine feinfühlige Beobachterin und merkt, dass es zwischen ihren Eltern nicht gut läuft. Werner ist zunehmend frustriert, weil eine Beförderung, die er für sich beansprucht, ausbleibt. Er gibt Cornelia die Schuld: Ihr Äußeres und ihr Gewicht seien der Grund dafür, dass er keine „vorzeigbare“ Frau habe. Cornelia leidet unter ihrer einschränkenden Rolle als Mutter und Hausfrau und möchte gerne wieder als Sekretärin arbeiten. Doch auf Verständnis stößt sie nicht. Selbst ihre eigenen Eltern raten ihr, trotz der psychischen Erniedrigungen bei Werner zu bleiben. Tochter Ela wundert sich über die Annahmen, die über ihre Mutter verbreitet werden, und fragt sich, welches Potenzial ihre Mutter eigentlich hat. Obwohl Werner zunehmend versucht, ihre Mutter bei ihr schlecht dastehen zu lassen, fragt sich Ela: Wer lügt hier eigentlich über wen?
Der Film setzt den Fokus auf eine kindliche Perspektive, leisen Humor und die bedingungslose Liebe zur Mutter. Überraschend ist, dass die Erzählerin Ela die vierte Wand durchbricht: Sie spricht die Zuschauer*innen direkt an, reflektiert über ihre Mutter, stellt offene Fragen und gibt Fakten weiter. Neben der kindlichen Sicht dominieren weibliche Kraft und unterdrückte Wut, die der Film feinfühlig einfängt. Die Kamera arbeitet mit Nahaufnahmen, die Körper und Gesichter der Protagonist*innen betonen. Durch die Perspektive des Kindes blickt sie häufig aus einer unteren Ebene auf die Erwachsenen, was Elas Position zwischen den Fronten verstärkt. Auffällig ist das detaillierte Setting: Kleidung, Haus und Alltagsgegenstände verorten die Handlung authentisch in den 1980er-Jahren. Zusätzlich werden künstliche Archivaufnahmen der Familie eingeblendet, die die Erinnerungsebene verstärken.
Schüler*innen können die Erzählebene analysieren. Insbesondere Elas Durchbrechen der vierten Wand kann auf seine Wirkung hin analysiert werden und lädt dazu ein, Aspekte des Brecht’schen Theaters zu untersuchen. Gesellschaftlich-historisch sind folgende Fragen für Schüler*innen interessant: Warum waren damals berufliche Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen eingeschränkt? Wie zeigen sich patriarchale Strukturen in den Beziehungen zwischen Cornelia, ihrem Ehemann Werner, ihrer Schwiegermutter und ihren eigenen Eltern? Ein weiteres Thema im Film ist die Darstellung von Schönheitsidealen und der Krankheit Fibromyalgie: Der Film bezeichnet die Krankheit als Rheuma und als „in den Körper geweinte Depression“ – für die damalige Zeit eine typische Bezeichnung. Relevant ist, dass die Krankheit als „Frauenkrankheit“ galt und dementsprechend häufig nicht als körperliches Leid anerkannt wurde. Heute weiß man, dass es sich wahrscheinlich um eine Störung des Schmerzzentrums im Gehirn handelt. Interessant ist auch ein Vergleich mit der literarischen Vorlage.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Ílyas Ínevi , 27.07.2026 , letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Regie

Aron Lehmann

Buch

Rosalie Thomass nach gleichnamigen Roman von Daniela Dröscher

Darsteller*innen

Rosalie Thomass, Elise Lindner, Golo Euler, Johanna Gastdorf, Juliane Köhler, Anneke Kim Sarnau, Rainer Laupichler, Lena Brückner, Ulrich Brandhoff, Emma Mütze u. a.

Länge

106 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Tobis Film

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