Inhalt
Für die 17-jährige Ivy gab es aufgrund ihrer Krebserkrankung lange keine Normalität. Nach überstandener Krankheit hat sie sich in ein Schneckenhaus aus Wut und Fatalismus zurückgezogen. Von der Idee des „Chemo-Camps“ ist das junge Mädchen alles andere als begeistert und fährt nur ihren Eltern zuliebe. Wider Erwarten freundet sie sich jedoch mit der Clique der Camp-Außenseiter*innen an, die sich seit Jahren jeden Sommer dort treffen: Ella will dieses Jahr endlich ihren ersten Sex erleben – mit Betreuer Tristan. Ralph reißt ständig schlechte Witze, Archie weiß alles über Knoten, Maisie hat für jede*n einen spirituellen Rat und Jake wirft gleich zu Beginn ein Auge auf die rebellische Ivy. Zwischen Outdoortrips und Ausflügen auf den Rummelplatz schlagen die Jugendlichen immer wieder über die Stränge, das kann auch der leicht peinliche Camp-Leiter Patrick nicht verhindern. Doch trotz aller Ausgelassenheit leben die Protagonist*innen in dem Bewusstsein: Nicht alle haben ihre Krankheit endgültig besiegt.
Umsetzung
Nachwuchsregisseur George Jaques erzählt in SUNNY DANCER eine klassische Coming-of-Age-Geschichte. Seine Protagonist*innen rebellieren gegen die Erwachsenenwelt, schließen Freundschaften und erleben die erste Liebe. Obwohl es ein Film über krebserkrankte Jugendliche ist, werden keine Bilder gezeigt, die man mit „Krankheit“ assoziieren würde. Der Krebs wird am Rande erwähnt, ansonsten schlagen sich Ivy und ihre Freund*innen mit all den typischen Unsicherheiten herum wie gesunde Jugendliche auch. Von Gleichaltrigen unterscheidet sie jedoch das Wissen um die Fragilität ihres Daseins. Manche aus der Gruppe kehren nie wieder in das Camp zurück. Der von einem exzellenten Ensemble getragene Film balanciert gekonnt das Komische und das Tragische, die Leichtigkeit und den Ernst. Neben wunderschönen Aufnahmen der schottischen Landschaft lebt der Film auch von seinem mitreißendem Pop-Soundtrack.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Krebserkrankungen kommen in vielen Familien vor. Der sehr emotionale Film regt zum Nachdenken darüber an, wie man mit Krankheit und erkrankten Menschen umgehen kann. So sagt Ivy von sich, sie sei nur irgendwann noch „Ivy mit Krebs“ gewesen. Wie gelingt es, Menschen nicht auf ihre Krankheit zu reduzieren? Gleichzeitig kann über Krebs und Krebsprävention aufgeklärt werden. Im Englischunterricht kann der Film im Original mit besonderem Hinblick auf britische Jugendsprache gesehen werden. Im. Musik- oder Sportunterricht könnte eine eigene Choreografie zum zentralen Disco-Song „I don’t feel like dancing“ von den Scissor Sisters geschaffen werden. Musik und Tanz können als Mittel thematisiert werden, die eigene Stimmung positiv zu beeinflussen. SUNNY DANCER weist die typische Dramaturgie eines Coming-of-Age-Films auf: Was macht das Genre aus? Wie verhalten sich die dramatischen Höhepunkte zu den retardierenden Elementen? Und nach welchen Maßstäben könnte die Clique zusammengestellt worden sein?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dörthe Gromes
,
10.07.2026
,
letzte Aktualisierung:
20.07.2026
Regie
George Jacques
Buch
George Jacques
Darsteller*innen
Bella Ramsey, Neil Patrick Harris, Daniel Quinn-Toye, Ruby Stokes, Earl Cave, Conrad Khan, Jasmine Elcock, Jessica Gunning, James Norton u. a.
Länge
106 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englische Originalfassung mit dt. Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
liegt noch nicht vor
Verleih
Capelight Pictures
Festivals
Berlinale 2026, Sektion Generation