Unrecht und Widerstand - Romani Rose und die Bürgerrechtsbewegung

Deutschland, Österreich 2022

Peter Nestlers Dokumentarfilm zeichnet die Geschichte der Verfolgung von Sinti* und Roma* vom Nationalsozialismus bis in die Gegenwart nach. Ausgehend von der Familiengeschichte und dem politischen Engagement von Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, erzählt er vom Kampf um die Anerkennung des Völkermords, gegen anhaltenden Antiziganismus und für Gleichberechtigung. Historische Aufnahmen und persönliche Erinnerungen machen Verfolgung, Widerstand und Selbstbehauptung sichtbar.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Sozialkunde, Ethik, Philosophie

Themen

Sinti* und Roma*, Antiziganismus, Nationalsozialismus, Völkermord, Widerstand, Bürgerrechtsbewegung, Diskriminierung, Erinnerungskultur, Selbstvertretung, politische Teilhabe, Menschenwürde/-rechte

Peter Nestlers Dokumentarfilm zeichnet die Geschichte der Verfolgung von Sinti* und Roma* in Deutschland vom Nationalsozialismus bis in die Gegenwart nach. Im Mittelpunkt steht Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Ausgehend von seiner Familiengeschichte und seinem jahrzehntelangen politischen Engagement thematisiert der Film den nationalsozialistischen Völkermord, dessen lange verweigerte Anerkennung sowie die Fortsetzung antiziganistischer Diskriminierung nach 1945. Zugleich erzählt er die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung, die für die Anerkennung des erlittenen Unrechts, für Entschädigung und gesellschaftliche Gleichberechtigung kämpfte. Damit ist UNRECHT UND WIDERSTAND nicht nur eine Geschichte von Verfolgung, sondern auch von Selbstorganisation und politischer Selbstbehauptung.
Der Dokumentarfilm verbindet persönliche Erinnerungen von Romani Rose und Einordnungen durch ihn und weitere Expert*innen mit historischen Fernseh- und Archivaufnahmen sowie gegenwärtigen Momenten des Gedenkens. Diese Vielfalt lädt dazu ein, über die Auswahl, Gestaltung und Wirkung dokumentarischer Bilder nachzudenken. Die historischen Aufnahmen der Bürgerrechtsbewegung sind für sich beeindruckende und bedeutsame, gleichsam selten gezeigte Quellen. Längere, stille Einstellungen geben immer wieder Zeit, Informationen und Emotionen zu verarbeiten. Gerahmt wird der Film durch das Gedenken in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, besonders eindrücklich durch einen diegetischen Klagegesang einer Nachfahrin von Holocaust Überlebenden.
Der Film eignet sich für die Auseinandersetzung mit der Verfolgung von Sinti* und Roma* zur Zeit des Nationalsozialismus, der sogenannten „zweiten Verfolgung“ nach 1945 sowie der Geschichte und Bedeutung der Bürgerrechtsbewegung. Schüler*innen können untersuchen, wie und weshalb die Anerkennung des Völkermords über Jahrzehnte erkämpft werden musste und welche Rolle politische Selbstorganisation für gesellschaftliche Veränderungen spielt. Darüber hinaus eröffnet der Film Möglichkeiten, über Antiziganismus in Geschichte und Gegenwart, historische Verantwortung sowie Selbstvertretung und Erinnerungskultur zu diskutieren. Auch die filmische Gestaltung bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte. Die Verbindung von historischen Aufnahmen mit persönlichen Erinnerungen und gegenwärtigen Bildern machen verschiedene Perspektiven auf die Geschichte sichtbar, zwischen Selbst- und Fremddarstellung, Gedenken und Erinnern.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Juri Kreuz, 19.10.2026, letzte Aktualisierung: 21.10.2026

Regie

Peter Nestler

Buch

Peter Nestler

Darsteller*innen

Mitwirkende: Romani Rose, Petra Gelbart, Daniela Gress, Herbert Heuss, Antonia Leugers, Reinhard Marx, Frank Reuter, Dorothee Roos, Petra Rosenberg, Raphael Toledano u. a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, teils in Französisch, Romanes/Romnes/Romani

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Festivals

Duisburger Filmwoche 2022: 3sat-Dokumentarfilmpreis; Diagonale 2023; Grimme Preis 2023, Kategorie Information & Kultur

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