Inhalt
100 Tage, 100 Dinge, darauf einigen sich die Freunde Paul und Toni nach einem Streit, in dem die erfolgreichen Start-Up-Unternehmer sich gegenseitig ihre überbordende Konsumsucht vorgeworfen haben. 100 Tage soll eine Wette laufen, bei der sie splitternackt in einer ausgeräumten Wohnung bei Null anfangen und sich jeden Tag um Mitternacht nur jeweils einen ihrer ausgelagerten Gegenstände zurückholen dürfen. Was ist wichtiger: Ein Mantel oder das Smartphone? Ein Paar Schuhe oder der Schlafsack? Schnell stellen sich den beiden noch weitaus existentiellere Fragen, nicht zuletzt durch die Begegnung mit der geheimnisvollen Lucie, die nachts ein zweites Leben im Lagerhaus führt und mit Pauls Oma, deren kostbare Lebenserinnerungen in einen kleinen Koffer passen. Auch der Millionendeal mit dem Internet-Milliardär David Zuckermann, der eine von Paul und Toni entwickelte App kaufen will, erscheint plötzlich nicht mehr als das Beste, was den Jungunternehmern im Leben passieren könnte.
Umsetzung
Das Drehbuch von Florian David Fitz stützt sich auf ein Selbstexperiment, das der finnische Filmemacher Petri Luukkainen für seinen Dokumentarfilm „My Stuff“ (2013) durchführte. Er verstaute alle Sachen, die er besaß, in einem Lager und holte ein Jahr lang täglich nur einen Gegenstand in sein Leben zurück. Fitz verwandelt diese Grundidee in einen kuriosen Wettstreit zweier Freunde, die sich in punkto Konsumverzicht übertrumpfen wollen. Hinter der temporeichen und mit viel Witz erzählten Geschichte werden soziale Prägungen und die (scheinbare) Abhängigkeit des Menschen von Dingen sichtbar. Neben den vielen komödiantischen Szenen bietet der Film immer wieder Momente, die zum Nachdenken über eine materialistische Welt anregen und die das Potential haben, nachhaltig zu wirken.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Welche von den Dingen, die wir besitzen, brauchen wir wirklich? Macht Konsum glücklich und ist die Anzahl der Dinge, die wir besitzen, ein Maßstab dafür, wie glücklich wir sind? Dies sind Fragen, über die nach dem Film in der Klasse philosophiert werden könnte. Was passieren kann, wenn z. B. der Besitz von Designerkleidung und dem allerneuesten Handy zum Maß aller Dinge wird, wird in der Figur Lucie deutlich, die Privatinsolvenz anmelden musste und gezwungen ist, die nächsten sieben Jahre sehr prekär zu leben. Anlass, um im Unterricht über den richtigen Umgang mit Geld und die Vermeidung von Schulden zu sprechen, denn laut Schuldnerberatung sind bereits viele Jugendliche von Überschuldung betroffen. Schließlich ist der Umgang mit persönlichen Daten ein wichtiges Thema, das der Film aufgreift. So kann das Bewusstsein der Schüler*innen dafür geschärft werden, dass Apps und andere Anwendungen, die das Leben erleichtern oder Spaß machen, dem Anbieter häufig zum Datensammeln und der Platzierung von maßgeschneiderter Werbung dienen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sabine Genz
,
19.11.2018
,
letzte Aktualisierung:
05.12.2018
Regie
Florian David Fitz
Buch
Florian David Fitz
Darsteller*innen
Florian David Fitz, Matthias Schweighöfer, Miriam Stein, Hannelore Elsner, Wolfgang Stumph, Maria Furtwängler, Katharina Thalbach u. a.
Länge
111 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen verfügbar
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat "wertvoll"
Verleih
Warner Bros. Pictures Germany