Inhalt
Den adeligen Langweiler Hamish will die 19-jährige Alice auf keinen Fall heiraten, auch nicht, um ihrer Familie einen Gefallen zu tun. So ergreift sie nach dem öffentlichen Heiratsantrag auf einem großen Sommerfest kurzerhand die Flucht. Als sie einem weißen Kaninchen folgt, stürzt sie in dessen Bau und findet sich plötzlich in einer wundersamen Welt wieder, in der jegliche Regeln der Realität außer Kraft gesetzt sind. Man scheint sie dort gut zu kennen. Doch im Gegensatz zu dem weißen sprechenden Kaninchen oder dem verrückten Hutmacher kann Alice sich erst nicht erinnern. Zumindest teilweise scheint Alice diejenige zu sein, auf die alle gewartet haben. Alice soll gemäß einer Vorhersage gegen das Monster Jabberwocky antreten. Doch dies führt das anfangs so zurückhaltende Mädchen direkt in einen Konflikt der regierenden Roten Königin mit deren Schwester, der Weißen Königin.
Umsetzung
Trotz des Titels handelt es sich bei "Alice im Wunderland" nicht um eine Literaturverfilmung. Fantasievoll wird stattdessen die Handlung aus Lewis Carrolls Büchern "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" aufgegriffen und fortgeführt. Aus der Geschichte eines Kindes an der Schwelle zur Teenagerin wird ein Film über den Übergang vom Jugendalter ins Erwachsensein. Regisseur Tim Burton bleibt dabei seinem Faible für düster-surreale Welten treu und inszeniert die Reise von Alice als ebenso magischen wie bedrohlichen Trip, in der farbenfrohe Paläste und Landschaften fließend in morbide und düstere Kulissen übergehen. In der dreidimensionalen Fassung überzeugt der Film vor allem in den Passagen im Wunderland. Während die Effekte in der realen Umgebung die erzählte Geschichte nicht unterstützen, entfalten sie in der Fantasiewelt ihre Wirkung und tragen zum plastischen Eindruck eines intensiven Traums bei.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Für eine Beschäftigung mit dem Film im Unterricht eignet sich in den Fächern Englisch oder Deutsch ein Vergleich mit den beiden Romanen von Lewis Carroll. Leitend können hier insbesondere die Fragen sein, welche Entsprechungen die verspielten Formulierungen in Tim Burtons Film (auch in visueller Form) finden und wie angemessen die "Fortsetzung" der Geschichte mit einer älteren Alice nach der Meinung der Schüler/innen ist. Diese Neuinterpretation, die auch als metaphorische Emanzipationsgeschichte gelesen werden kann, bietet auch Ansatzpunkte für das Fach Ethik/Religion, denn Alice widersetzt sich nicht nur den gesellschaftlichen Regeln im Viktorianischen England, sondern befindet sich auch in einer Lebensphase, die Jugendlichen vertraut ist und in der sich alles um die Zukunft dreht: Was soll ich mit meinem Leben anfangen? Die Reise von Alice stellt so auch einen Abschied von der Jugend dar, in der wie in der Fantasie alles möglich zu sein scheint. Die visuelle Gestaltung des Wunderlands mit seinen düsteren und prächtigen Seiten kann im Fach Kunst thematisiert werden auch im Vergleich mit anderen Filmadaptionen wie etwa dem Disney-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1951 oder mit Filmen, die Motive aus "Alice im Wunderland" aufgreifen, wie etwa "The Matrix" oder "Donnie Darko" (für ältere Schüler/innen).
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
letzte Aktualisierung:
04.10.2016
Regie
Tim Burton
Buch
Linda Woolverton
Darsteller*innen
Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Crispin Clover, u.a.
Länge
108 Min
Sprachfassung
deutsche Synchronfassung; englische Originalfassung
Format
35mm
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Walt Disney Motion Pictures Germany