Inhalt
Die winzigen Borger nehmen sich nur solche Dinge, die die Menschen achtlos liegen gelassen haben oder nicht vermissen. Versteckt vor deren Blicken leben sie in einer Miniaturwelt unter den Dielen der Menschenhäuser und sind vor allem darauf bedacht, nicht entdeckt zu werden. Mit ihren fast vierzehn Jahren fühlt sich Arrietty nun alt genug, um ihren Vater bei dessen nächtlichen Borger-Erkundungen zu begleiten. Doch schon bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug blickt sie plötzlich in die Augen von Sho, dem zwölfjährigen Neffen der Hausbesitzerin, der sich in wenigen Tagen einer Herzoperation unterziehen muss. Arrietty kann mit ihrem Vater fliehen, hat aber große Angst. Obwohl sie weiß, dass sie ihre Familie damit in Gefahr bringen kann, will sie mehr erfahren über diesen Jungen.
Umsetzung
Nach der Romanreihe Die Borger" von Mary Norton schrieb Hayao Miyazaki (Ponyo", Chihiros Reise ins Zauberland") das Drehbuch für diesen japanischen Zeichentrickfilm (Anime), der von Hiromasa Yonebayashi inszeniert wurde. Die Geschichte der Romanvorlage wurde aus den 1950er-Jahren in die Gegenwart verlagert und in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Tokio angesiedelt. Außergewöhnlich und bemerkenswert ist neben der detaillierten Gestaltung der Hintergrundzeichnungen, die durch Lichteffekte realistisch und plastisch wirken, insbesondere die poetisch-melancholische Stimmung, die der Film vermittelt. Anstatt Actionszenen dominieren ruhige, genaue Beobachtungen der ungleichen Figuren, deren Freundschaft sich allmählich entwickelt. Die träumerische, keltisch klingende Harfen-Musik von Cécile Corbel verstärkt unaufdringlich die emotionale Wirkung.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Arrietty führt als Identifikationsfigur durch den Film, weil viele ihrer Wünsche auch bereits Kindern im Grundschulalter bekannt sind. So ist nur allzu gut nachzuvollziehen, wie wichtig dem Mädchen sowohl das Abenteuer als auch die Befreiung aus der Bevormundung der behütenden Eltern ist. Die Freundschaft zu Sho hingegen zeigt, wie fremde Welten sich respektvoll treffen können - auch wenn der Film deutlich macht, dass die Menschen immer eine Bedrohung für das Volk der Borger darstellen werden. Durch den Verzicht auf ein klassisches Happy-end und ein offenes Ende regt der Film zum Nachdenken an. Über die inhaltliche Betrachtung kann vor allem in künstlerischen Fächern auf die Gestaltung und Wirkung eingegangen werden, zum Beispiel durch einen Vergleich japanischer und US-amerikanischer Animationsfilme oder eine Beschäftigung mit der stilisierten Gestaltung der japanischen Figuren mit den ungewohnt großen, ausdrucksstarken Augen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
24.05.2011
,
letzte Aktualisierung:
29.09.2016
Regie
Hiromasa Yonebayashi
Buch
Hayao Miyazaki, nach der Romanreihe Die Borger" von Mary Norton
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Universum Film
Festivals
Awards of the Japanese Academy 2011: Bester Animationsfilm; Nippon Connection 2011: Nippon Cinema Award