Inhalt
Schweden in den 1920er Jahren: Astrid Ericsson ist ein hellwacher Backfisch mit sehr eigenem Kopf. Ihre liebevollen, streng religiösen Eltern unterstützen sie, als ihr die Stelle einer Volontärin bei der örtlichen Zeitung in der Kleinstadt Vimmerby angeboten wird. Durch diese interessante Tätigkeit blüht Astrid geradezu auf und ihr sprachliches Talent wird offenbar. Doch als sie mit nur 18 Jahren von ihrem verheirateten Chef, in den sie sich verliebt hat, ungewollt schwanger wird, wendet sich das Blatt. Um einen Skandal zu vermeiden, verlässt die junge Frau ihre Heimat und fängt in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin an. Nach der Geburt ihres Sohnes Lasse muss Astrid ihn zunächst bei einer Pflegemutter lassen. Ihre Lage als alleinstehende, schlecht bezahlte Frau erlaubt ihr nicht, das Kind zu sich zu holen. Daraus erwächst Astrid ein tiefer Schmerz. Trotzdem entscheidet sie sich gegen die Vernunftehe mit dem sehr viel älteren Geliebten und für ihr Kind.
Umsetzung
Eine knapp gehaltene Rahmenhandlung zeigt die alte Astrid Lindgren beim Sichten ihrer umfangreichen Post. Viele Briefe stammen von Kindern, Zitate daraus werden als Voice Over über einige stille Zwischenszenen gelegt. Ansonsten konzentriert sich der wunderbar fotografierte Film auf prägende Lebensjahre seiner Protagonistin, in denen ihr künftiger literarischer Weltruhm noch nicht zu erahnen war. Lebensnah und äußerst berührend schildert er den Schmerz der jungen Mutter um ihr abwesendes Kind, aber auch ihren starken Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen und ihre große Sensibilität. Gehörte doch damals viel Mut dazu, als Frau einen Lebensweg einzuschlagen, der sich nicht primär auf die Versorgung der Familie konzentrierte. Dabei ist es vor allem der herausragenden Leistung von Hauptdarstellerin Alba August zu verdanken, dass sich die Zuschauer mit der jungen Astrid sofort verbunden fühlen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
"Astrid" lädt ein, sich mit der Biografie der Schriftstellerin zu beschäftigen, die sich lebenslang für Kinder- und Tierrechte einsetzte. Inwiefern hat diese wichtige Lebensphase Astrid Lindgrens späteres Werk und ihre Haltung zu Kindern geprägt? Anknüpfend an den Film lässt sich fragen, welche Rolle Lindgrens Bücher und Figuren im Leben der Schülerinnen und Schüler spielen oder gespielt haben. Auch bietet er einen sehr guten Anlass zur Beschäftigung mit der Geschichte der weiblichen Emanzipation: Ab wann durften Frauen überhaupt wählen und ohne Zustimmung ihres Ehemannes arbeiten? Hat die Emanzipation ihre Ziele mittlerweile erreicht? Welche Rolle spielt dabei Vereinbarkeit von Familie und Beruf und was bewirken Kampagnen wie #metoo in der Gesellschaft? Welche Rollen- und Familienbilder präferieren die Schülerinnen und Schüler und warum?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dörthe Gromes
,
23.11.2018
,
letzte Aktualisierung:
29.11.2021
Regie
Pernille Fischer Christensen
Buch
Kim Fupz Aakeson, Pernille Fischer Christensen
Darsteller*innen
Alba August, Trine Dyrholm, Magnus Krepper, Maria Bonnevie, Hendrik Rafaelsen u. a.
Länge
123 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar
Format
digital, Farbe, Cinemascope
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
Verleih
DCM
Festivals
Berlinale 2018, Sektion Berlinale Special Gala sowie Auszeichnung für Hauptdarstellerin Alba August als "European Shooting Star"