Inhalt
BLAME erzählt die Geschichte von drei Wissenschaftler*innen, die seit vielen Jahren gefährliche Viren erforschen, die von Tieren auf Menschen überspringen können. Schon lange vor dem Ausbruch von Corona warnten sie vor einer neuen Pandemie, doch ihre Forschungsergebnisse wurden kaum beachtet. Als sich Ende 2019 das Coronavirus von China ausgehend verbreitete, bewahrheiteten sich ihre Befürchtungen. Während der Pandemie gerieten die Forschenden selbst unter Verdacht: Bei Fragen nach dem Ursprung des Virus entsteht auch die Vermutung, das Virus sei in ihrem Labor entstanden oder von dort entwichen. Der Film geht diesen Beschuldigungen nach und zeigt, dass es dafür keinen abschließenden Beweis gibt. Er vertritt die These, dass ein natürlicher Ursprung des Virus wahrscheinlicher ist. BLAME zeigt, wie die Debatte zunehmend geprägt ist von Desinformation, Verschwörungsmythen und Schuldzuweisungen und wie Populist*innen die Menschen verunsicherten und aufhetzten.
Umsetzung
Der Film wird essayistisch aus der Perspektive der drei Wissenschaftler*innen erzählt. Regisseur Christian Frei ist darin stark präsent: Er spricht mit den Forschenden, ordnet das Geschehen in seinem Off-Kommentar ein und versucht, eine möglichst sachliche Perspektive auf eine emotionalisierte Debatte zu bieten. Der Film verbindet Interviews, Laboralltag, historische Rückblicke, Naturaufnahmen und Medienausschnitte. Insgesamt wird der Kontrast zwischen gründlicher wissenschaftlicher Langzeitforschung und einer schnelllebigen, oft vereinfachenden Medienwelt deutlich. Der Film bezieht klar Position für die Wissenschaft. Das ist wichtig und gut gemeint, aber dafür mangelt es stellenweise an kritischer Distanz zu den porträtierten Personen. Letztendlich ist weder die Laborunfallhypothese noch ein natürlicher Ursprung des Virus belegt. Trotz seiner Länge bleibt BLAME stellenweise an der Oberfläche, was auch der Vielzahl der behandelten Aspekte und inhaltlichen Wiederholungen geschuldet ist. Zudem sind die vielen Zeitebenen und Informationen nicht immer leicht zuzuordnen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Durch das Miterleben der Corona-Pandemie besteht ein persönlicher Bezug der Schüler*innen zur Thematik: Wie blicken sie auf ihren Alltag in dieser Zeit zurück, welche Änderungs- und Verbesserungsvorschläge haben sie, z. B. in Bezug auf das Krisenmanagement? Damit wird auch an die Filminhalte angeknüpft: Die genannten Positionen können rekapituliert, hinterfragt und durch die Erarbeitung weiterer Informationen ergänzt werden. Kann die Schuldfrage hinsichtlich der Entstehung und Verbreitung des Coronavirus abschließend beantwortet werden? Welche Aufgaben hatten Wissenschaft und Forschung während Corona und wurden sie den Herausforderungen gerecht? Der Film bietet zudem eine Reihe von Medienbeispielen im Umgang mit der Corona-Pandemie und ist selber eines. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten können insbesondere in Bezug auf die Darstellung belegbarer Fakten und den Umgang mit Falschinformationen festgestellt werden?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Olaf Selg
,
06.01.2026
,
letzte Aktualisierung:
08.04.2026
Regie
Christian Frei
Buch
Christian Frei, Co-Autorin Trine Piil
Darsteller*innen
Dr. Linfa Wang, Dr. Peter Daszak, Dr. Zhengli Shi, Jane Qiu, Philipp Markolin
Länge
128 Min
Sprachfassung
Originalfassung in Deutsch und Englisch
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Rise and Shine Cinema
Festivals
(Auswahl 2025) Visions du Réel, Schweiz; DOK.fest München, Deutschland; CinemAmbiente Festival, Italien, Doc Edge Festival, Neuseeland; International Festival Signes de Nuit, Thailand