Copa 71, Grandfilm

Copa 71

Großbritannien 2024

Ohne den Film wäre das beeindruckende Archivmaterial eines der größten Ereignisse der Frauensportgeschichte womöglich für immer verloren gegangen – ebenso wie die berührenden, erzählten Erinnerungen der Spielerinnen von damals. Der Film tritt mit großer Leidenschaft und Überzeugung für diese lange verschwiegene Geschichte des Frauenfußballs ein. Besonders hervorzuheben ist die überaus gelungene Montage – sowohl auf der Bild- als auch auf der Soundebene.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Sport, Geschichte, Politik, Sozialkunde, Ethik, Englisch, Psychologie, Deutsch

Themen

Fußball, Sportgeschichte, Frauenrechte, Feminismus, feministische Bewegungen, Diskriminierung, Machtmissbrauch, Herkunft, Working Class, Identität, Solidarität

Kinostart

26.06.2025

Copa 71 (offizieller dt. Trailer) | von den Produzentinnen Serena & Venus Williams und Alex Morgan
Der Dokumentarfilm COPA 71 beleuchtet die fast vergessene und jahrzehntelang verschwiegene Geschichte der ersten inoffiziellen Frauenfußball-WM 1971 in Mexiko. Vor 110.000 begeisterten Fans spielten Teams aus sechs Ländern im legendären Acteca-Stadion – ohne Unterstützung der FIFA, die das Turnier bis heute nicht als offizielle Weltmeisterschaft anerkennt. Die Spielerinnen beeindruckten mit technisch anspruchsvollem und athletischem Fußball. Fast alle hatten in ihrer Kindheit und Jugend hart darum kämpfen müssen, überhaupt Fußball spielen zu dürfen. Über 50 Jahre später berichten sie in bewegenden und oft auch humorvollen Interviews, wie tiefgreifend dieses Turnier ihr Leben geprägt hat. Der Film würdigt diese Pionierinnen des Frauenfußballs und setzt ihnen und dem ersten Weltcup der Frauen endlich ein Denkmal.
Der Film von Rachel Ramsay und James Erskine überzeugt durch eindrucksvolles Archivmaterial vom Turnier und zahlreiche farbenfrohe Fotos der Spielerinnen und Teams von 1971. Jedes Nationalteam der Copa 71 hatte mindestens eine*n Fotograf*in dabei. 50 Jahre später besuchen die Filmemacher*innen die ehemaligen Spielerinnen in England, Frankreich, Italien, Argentinien, Dänemark und Mexiko. Ihre lebendigen Erinnerungen und persönlichen Erzählungen machen den Kern des Films aus. Die Dokumentation wechselt geschickt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Fotos und Filmaufnahmen werden auf der Soundebene so feinfühlig unterlegt, dass man sich direkt ins Stadion versetzt fühlt – mitten in die Spannung, den Aufbruch und die vielen kleinen und großen Dramen des Turniers. Selten gelingt es einem Dokumentarfilm so überzeugend, Geschichte emotional erlebbar zu machen.
Der Film bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um über Gleichberechtigung, Diskriminierung und die mangelnde Anerkennung und Sichtbarkeit von Frauen im Sport zu sprechen. Besonders spannend ist die Frage, warum dieses bedeutende Sportereignis jahrzehntelang verschwiegen wurde – und was das über Macht und Geschichtsschreibung im Sport verrät. Die persönlichen Geschichten der Spielerinnen regen dazu an, über Rollenbilder, Mut und Zusammenhalt nachzudenken: Welche Hürden mussten sie überwinden? Wer unterstützte sie – und wer nicht? Und wie würden Jugendliche heute reagieren, wenn ihnen ähnliche Barrieren begegnen würden? Auch eine forschende Nachfrage ist möglich: Schüler*innen könnten bei der FIFA schriftlich nachfragen, warum die „Copa 71“ bis heute nicht als offizielle Weltmeisterschaft anerkannt wird. Ästhetisch lohnt sich ein genauer Blick auf die Montage des Archivmaterials, der historischen Fotos und die Gestaltung der Tonebene: Wie gelingt es dem Film, daraus Spannung zu erzeugen? Welche Wirkung haben die Filmmusik und die Soundeffekte dabei?
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Tom Weller , 02.06.2025 , letzte Aktualisierung: 14.07.2025

Regie

Rachel Ramsay, James Erskine

Buch

Rachel Ramsay, James Erskine, Victoria Gregory

Darsteller*innen

Mitwirkende: Brandi Chastain, Alex Morgan, Elena Schiavo, Elba Selva, Carol Wilson und viele andere

Länge

93 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Grandfilm

Festivals

Toronto International Film Festival 2023; BFI London Film Festival 2023; IFDA International Documentary Film Festival Amsterdam 2023; Internationales Frauen Film Fest 2024, 11mm Fußball Film Festival Berlin 2025: Preis der großen Jury als bester Film; Pink Apple Queer Film Festival Zürich 2025: bester Dokumentarfilm

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