Inhalt
Michel Munier liebt den Wald und das Einssein mit der Natur. Der Naturforscher und Ökologe streift durch die einsamen Baumbestände der Vogesen und beobachtet die Wildtiere. Um besonders scheue Tiere wie den Luchs oder den Uhu zu erblicken, richtet er sich in einem getarnten Lager unter den tiefen Zweigen einer großen Tanne ein. Mehr als 800 Nächte verbrachte er geduldig in der Wildnis. Seine Leidenschaft für die Fauna der Wälder hat er an seinen Sohn, den Wildtierfotografen und Dokumentarfilmer Vincent Munier, weitergegeben, der ihn seit dem zwölften Lebensjahr hin und wieder begleitet. Inzwischen hat sich auch Vincents Sohn Simon (Jahrgang 2011) anstecken lassen. Die Kamera folgt dem Trio in die Vogesen, wo sie Füchse, Rehe, Hirsche, einen Specht oder einen Sperlingskauz beobachten. Im Gegenzug behalten auch die vorsichtigen Wildvögel die menschlichen Besucher im Blick. Weil der Auerhahn, das Krafttier Michels, dort verschwunden ist, reist das Trio nach Norwegen, um den sogenannten König der Wälder in freier Wildbahn zu beobachten.
Umsetzung
Der Dokumentarfilm ist geprägt durch einen gemächlichen Erzählrhythmus und lange Einstellungen. Die Kamera nimmt sich viel Zeit, um stille Berghänge oder verschneite Bäume zu zeigen und uns so die Schönheit der Natur nahezubringen. Die Montage wechselt geschickt zwischen Panoramaaufnahmen bzw. Totalen der Landschaft und Nah- bzw. Großaufnahmen der Tiere. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn ein Uhu oder ein Luchs mit starrem Blick in die Kamera schauen, als wollten sie die Beobachter erforschen. Michel und Vincent Munier steuern gelegentlich in Off-Kommentaren oder bei Zusammenkünften am Lagerfeuer oder in einer Waldhütte Erinnerungen und Erklärungen bei. Munier setzt häufig Musikinstrumente wie Streicher und Klavier ein, um einzelne Szenen zu emotional aufzuladen oder aber meditative Stimmungen zu erzeugen. In der Eröffnungssequenz unterstreicht zudem der mehrstimmige Gesang eines Chores den majestätische Anblick einer Landschaft, in der die Spitzen zahlreicher Nadelbäume allmählich aus breiten Nebelbänken auftauchen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der langsame Erzählrhythmus und die geduldigen Beobachtungen sorgen für eine Entschleunigung. Im Unterricht kann erörtert werden, warum man viel Geduld mitbringen muss, um scheue Wildtiere überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Indem der Film zum Innehalten und Lauschen einlädt, schärft er die Wahrnehmung des Publikums und erschließt die akustische Klangwelt des Erlebnisraums Wald. Passend dazu können die Schülerinnen und Schüler versuchen, Stimmen und Geräusche der Wildtiere zu identifizieren. Zudem können sie die Funktionsweise und Wirkung der variationsreichen Filmmusik und des Sounddesign kritisch analysieren. Das Beispiel des Auerhahns verdeutlicht, wie bedroht manche Waldtierarten sind. Die eindrucksvollen Aufnahmen eines Hahns liefern Anschauungsmaterial, um über das spannungsreiche Verhältnis von Mensch und Natur zu diskutieren: Haben die Menschen eine Fürsorgepflicht gegenüber Pflanzen und Tieren? In welchen Fällen stößt sie an ihre Grenzen?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Kleber
,
16.01.2026
,
letzte Aktualisierung:
25.03.2026
Regie
Vincent Munier
Buch
Vincent Munier
Darsteller*innen
Mitwirkende: Michel Munier, Vincent Munier, Simon Munier
Länge
100 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe, Scope-Format
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Pandora Film
Festivals
Zurich Film Festival 2025