Das geheime Stockwerk

Deutschland, Österreich, Luxemburg 2025

„Sind die Nazis noch an der Macht?“ – Der 12-jährige Karli entdeckt, dass ein alter Hotelaufzug eine Zeitmaschine ist und landet im Jahr 1938. Zusammen mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg löst er Rätsel um das geheimnisvolle Hotel. Durch die Verbindung von Detektivgeschichte und deutscher Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus lädt der Film zum eigenen Forschen ein und öffnet einen wichtigen Dialog über Erinnerung und Verantwortung.

Genre

Kinderfilm , Kinderkrimi

Klassenstufe

ab 5. Klasse

Altersempfehlung

ab 10 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Lebenskunde/Ethik, Politik

Themen

Nationalsozialismus, Antisemitismus, Widerstand, Flucht, Verfolgung, Freundschaft, Familie, Geschichte, Erinnerungskultur

Kinostart

12.03.2026

SchulKinoWochen

Der 12-jährige Karli zieht mit seinen Eltern in die Alpen. Dort möchten seine Eltern ein altes Hotel renovieren und neu eröffnen. Karli ist vom Umzug nicht begeistert und hilft nur widerwillig mit. Eines Tages entdeckt er, dass der alte Aufzug des Hotels eine Zeitreisemaschine ist. Mit ihr landet Karli im Hotel im Jahr 1938. Neugierig betritt er die ihm fremde Welt und freundet sich dort mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzer Georg an. Außerdem lernt er den Pianisten Bruno kennen. Im Hotel scheint jemand Geld zu stehlen. Georg wird beschuldigt und Hannah sowie Karli setzen alles daran, den wahren Dieb zu finden. Dabei bemerken sie, dass im Hotel geheimnisvolle Dinge vor sich gehen. Karli erkennt außerdem, dass Hannah und ihr Vater – vor allem von der Nazifamilie Hartwig – angegriffen werden. Er beginnt, in seiner Zeit über den Nationalsozialismus zu recherchieren und sorgt sich, dass ihnen etwas Schlimmes passieren könnte.
Der Film erzählt kindgerecht von verschiedenen Aspekten des Antisemitismus im Nationalsozialismus. Auch Themen wie Fluchthilfe und Widerstand werden behutsam vermittelt, indem sie als Rätsel präsentiert werden, die die Kinder im Film nach und nach entschlüsseln. So entsteht eine Form der Wissensvermittlung, die junge Zuschauer*innen nicht überfordert, sondern ihnen – ähnlich wie bei einem eigenen Forschungsauftrag – historische Zusammenhänge schrittweise eröffnet. Besonders interessant ist die Verbindung mit Elementen des Kriminal- und Detektivfilms, die für Spannung sorgen: rasche Schnitte, auffallende Musik und ein authentisch wie aufwändig gestaltetes historisches Setting. Die Zeitreise, die Karli unternimmt, wird so auch für das Publikum zu einer Reise in die Vergangenheit, unterstützt durch die angepasste Sprache und Kostüme. Im Vordergrund stehen die Kinder; sie agieren selbstständig und selbstbewusst.
Im Schulunterricht kann der Film als Anlass zu eigenen Rechercheaufgaben über den Nationalsozialismus genutzt werden. Zu untersuchende Aspekte könnten sein: Antisemitismus, antijüdische Gesetze, Denunziationen, systematische Verfolgung verschiedener Menschengruppen, sowie Flucht und Fluchthilfe. Filmästhetisch interessant sind das historische Setting und die spannende Inszenierung einzelner Szenen, in denen die Kinder rätseln und forschen. Auch die Figurenentwicklung, etwa bei Karli und Georg, bietet Ansatzpunkte für eine Analyse der Narration. Schüler*innen könnten untersuchen, wie mit Musik, Kamera und Schnitten Spannung erzeugt wird. Wichtig ist ein begleitender Dialog, um zu verdeutlichen, dass das Hotel im Film als Ort der Fluchthilfe eine Ausnahme darstellt. Ebenso erfordert die karikaturistische Darstellung der Nazifamilie eine begleitende Erklärung, um zu betonen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung partizipierte – und nicht nur einzelne Personen.

DDAS GEHEIME STOCKWERK wird beim Augen auf-Kinotag in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt/Main, Rostock und Stuttgart am 27. Januar und 28. Januar für Schulklassen sowie am Abend des 27. Januars für ein intergenerationelles Publikum gezeigt. Weitere Infos unter Filmbildung zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus : VISION KINO 

Autor*in: Ílyas Inevi , 05.11.2025 , letzte Aktualisierung: 23.02.2026

Regie

Norbert Lechner

Buch

Antonia Rothe-Liermann, Katrin Milhahn

Darsteller*innen

Silas John, Annika Benzin, Maximilian Reinwald, André Jung, Marie Jung, Marc Limpach, Maximilian Simonischek, Konstantin Horn, Tobias Resch, Ben Winkler, Lea Freund, Fanny Altenburger, Franz Buchrieser u. a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

farbfilm verleih

Festivals

Auswahl 2025) Goldener Spatz: bester fiktionaler Langfilm, Preis des Thüringer Minister-präsidenten für beste Regie, bester Darsteller für Maximilian Reinwald; Zlín: Children’s Jury Main Award; Junges Filmfestival Köln: Publikumspreis

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