Filmplakat Der große Ausverkauf

Der große Ausverkauf

Deutschland 2006

Was haben moderne Kriegsführung und Wirtschaftspolitik gemein? Beide basieren auf dem Prinzip der Entmenschlichung ihrer Prozesse. Mit dieser Einsicht eines Ökonomen beginnt der Dokumentarfilm über die zunehmende Privatisierung ehemals staatlicher Institutionen.

Originaltitel

Der große Ausverkauf

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

14 bis 18 Jahre

Unterrichtsfächer

Geografie, Politik, Wirtschaft, Ethik

Themen

Arbeit, Armut, Energie, Globalisierung, Macht, Medien, Medizin, Sozialstaat, Widerstand, Wirtschaft

Kinostart

17.05.2007

Was haben moderne Kriegsführung und Wirtschaftspolitik gemein? Beide basieren auf dem Prinzip der Entmenschlichung ihrer Prozesse. Mit dieser Einsicht eines Ökonomen beginnt der Dokumentarfilm über die zunehmende Privatisierung ehemals staatlicher Institutionen. Der Film sucht die Orte der Privatisierung weltweit auf und führt Beispiele dafür an: In Südafrika ist es die Stromversorgung, in England die Bahn, das Gesundheitssystem auf den Philippinen, die Wassersorgung in Bolivien. Der Film lässt die Menschen zu Wort kommen, die nicht von diesen Entwicklungen profitieren. Ihnen werden die Vertreter der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Weltgesundheitsorganisation gegenübergestellt, die für die globalen Privatisierungstendenzen mitverantwortlich sind.
Der Film "Der große Ausverkauf" zeigt Individuen in ihren alltäglichen Situationen und lässt die von Privatisierung Betroffenen die Situation beschreiben. Von der sozialen Mikrostruktur, die zusätzlich durch die im Bild eingeblendeten Vornamen der Menschen unterstrichen wird, schließt der Film auf die globale Makrostruktur und zeigt, wie Privatisierungsprozesse weltweit Ausschluss produzieren. Mit der Nähe der Kamera zu den Figuren und ihrem Leben steuert der Film gegen die Entmenschlichung dieser Prozesse an. Es bietet sich daher an, den Dokumentarfilm in seiner Struktur zu erörtern. Dazu gehören die Montage von konträren Positionen, das Einfügen von Werbeclips und Ausschnitten aus Fernsehsendungen sowie die informierenden Schriftinserts. Anhand der Struktur kann die Frage herausgearbeitet werden, ob und wie der Film Stellung zum Thema bezieht.
Was den Film für den Einsatz im pädagogischen Bereich besonders auszeichnet, ist die induktive Herangehensweise an das Thema: Es wird vom Einzelnen, vom Individuum, auf das Ganze, die globalisierte Welt, geschlossen. Auf diesem Wege erscheinen Wirtschaftsthemen weniger abstrakt und lassen sich auch für Schüler der Sekundarstufe I exemplarisch nachvollziehen. Der Abstraktionsschritt auf die Makroebene wird im Film durch die Montage der einzelnen Beispiele von Privatisierungsmaßnahmen und ihren Folgen erreicht. Wie ein Puzzle setzen sich die Teile zusammen und bestätigen die Annahme, dass auf globaler Ebene staatliche Institutionen in ihren Funktionen zunehmend von privaten Unternehmen abgelöst werden. Da wegen des anstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm in der Öffentlichkeit mit globalisierungskritischen Diskursen zu rechnen sein wird, lohnt der Einsatz des Films im Unterricht nicht zuletzt wegen seiner Aktualität.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Stefanie Schlüter , 07.03.2007 , letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Florian Opitz

Buch

Florian Opitz

Länge

94 Min

Sprachfassung

Englisch u. spanisch mit deutschen Untertiteln

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Majestic Filmverleih GmbH

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