Filmplakat Der Himmel über Berlin

Der Himmel über Berlin

Deutschland, Frankreich 1987

West-Berlin vor dem Mauerfall: Der Engel Damiel ist es leid, die Menschen nur zu beobachten. Er will leben wie sie, Freude und Schmerz erfahren, schmecken und fühlen. Wim Wenders’ mehrfach ausgezeichnetes Meisterwerk von 1987 fasziniert als bleibendes Dokument der geteilten Stadt und einer versunkenen Epoche. Zwei Jahre später fiel die Mauer. Die digital restaurierte Fassung zeigt die poetische Ode an das Leben erstmals in optimaler Qualität – schwarzweiß und in Farbe.

Genre

Drama , Fantasy

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Kunst, Religion, Ethik, Philosophie, Darstellendes Spiel

Themen

(Deutsche) Geschichte, Krieg/Kriegsfolgen, Religion, Großstadt, Einsamkeit, Sinnsuche, Verwandlung

Kinostart

12.04.2018

DER HIMMEL ÜBER BERLIN Trailer Deutsch | 4K restaurierte Wiederaufführung ab 12. April 2018 im Kino!
Die Engel Damiel und Cassiel waren da, bevor es Menschen gab. Im West-Berlin der 1980er Jahre lauschen sie den Gedanken der Erdenbürger und spenden unbemerkt Trost. Darüber hinaus nicht ins Leben eingreifen zu können, frustriert Damiel. Als er sich in die einsame Trapezkünstlerin Marion verliebt, fasst er den Entschluss, sein körperloses Dasein aufzugeben und Mensch zu werden. Die sinnliche Erfahrung erweist sich als überwältigend: Damiel kann schmecken, riechen und fühlen und sieht die Welt erstmals in Farbe.
„Der Himmel über Berlin“ ist ebenso Hommage an das alte West-Berlin wie an die Filmkunst an sich. Ästhetische Mittel des Stummfilms verdichten sich mit modernen Elementen zu einer unwirklichen Großstadtpoesie. Auf sich überlagernden Tonspuren hören wir die Gedanken von Engeln und Menschen, philosophische Fragen zu Dasein und Endlichkeit stehen gleichberechtigt neben dem Alltäglich-Banalen. Auch die elegant schwebenden Kamerafahrten mit zahlreichen Obersichten aus Himmelsperspektive erzeugen eine traumartige Atmosphäre. Dass die Rätsel himmlischer Existenz – so können etwa Kinder die Engel sehen, Erwachsene aber nicht – nie ganz erklärt werden, lässt der Fantasie Freiräume. Der Entschluss, die Engel schwarzweiß sehen zu lassen, die Menschen hingegen in Farbe, erwies sich als folgenreich: Die technisch komplizierte Mischung von Farb- und Schwarzweißmaterial resultierte in einem deutlichen Verlust an Schärfe und Auflösung. Durch die digitale Restaurierung erscheint der Film nun erstmals in der intendierten Form.
Die Wiederaufführung des Klassikers macht deutlich, wie sehr dieser selbst das filmische Erinnern zum Prinzip hat. So ist die fantastische Handlung durchsetzt von Archivbildern, die das zerstörte Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen. Zu den Wunden der Stadt gehört auch die Mauer, die Damiel und Cassiel einmal gar gen Osten durchqueren. Als Dokument der deutschen Teilung eignet sich der Film mithin hervorragend für den Geschichtsunterricht. In Religion und Philosophie können Darstellung und Bedeutung der Engel erörtert werden. Gespielt von Bruno Ganz und Otto Sander, kennzeichnen sie allein lange Mäntel und ein kleiner Zopf als Himmelswesen. Wirken sie neben heutigen digitalen Superhelden wie aus der Zeit gefallen, ist das von ihnen verkörperte Verlangen nach sinnlicher Erfahrung und „echtem Leben“ doch weiterhin aktuell. In technischen Fächern wie Physik ist auch die Umwandlung von analogem Film auf digitales Material ein spannendes Thema.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Philipp Bühler , 28.03.2018 , letzte Aktualisierung: 05.05.2020

Regie

Wim Wenders

Buch

Wim Wenders, Peter Handke, Richard Reitinger

Darsteller*innen

Bruno Ganz, Otto Sander, Solveig Dommartin, Curt Bois, Peter Falk u.a.

Länge

128 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, schwarz-weiß, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

FBW

Prädikat "wertvoll"

Verleih

StudioCanal (Wiederaufführung)

Festivals

IFF Cannes 1987: Preis für die beste Regie; Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold, Preis für die beste Kamera; Europäischer Filmpreis 1988: Beste Regie, bester Nebendarsteller (Curt Bois); Bayerischer Filmpreis 1988: Regiepreis

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