Inhalt
Salomon Sorowitsch, "König der Fälscher" und Lebemann der Berliner Halbwelt, wird verhaftet. Zuerst interniert im KZ Mauthausen, wird er 1944 nach Sachsenhausen überstellt, wo die Nazis eine Fälscherwerkstatt eingerichtet haben. Streng abgeschottet vom übrigen Lager, stellt das aus inhaftierten "Fachleuten" zusammengesetzte Kommando unter Leitung des Sturmbannführers Herzog im großen Stil Falschgeld von Pfund- und Dollarnoten her, um die Wirtschaft der alliierten Kriegsgegner zu schwächen. Während der "Überlebenskünstler" Sorowitsch tut, was von ihm verlangt wird, versucht sein Gegenspieler, der aus politischen Gründen inhaftierte Adolf Burger, das Nazi-Unternehmen still und heimlich zu sabotieren ...
Umsetzung
Mit Blick auf historische Begebenheiten um das NS-"Unternehmen Bernhard" im KZ Sachsenhausen greift die Erzählung Augenzeugen-Erinnerungen auf, wobei das besondere Interesse des Films der schillernden Figur eines jüdischen "Fälschers" und "Überlebenskünstlers" gilt. Hauptschauplatz ist die stilisiert nachempfundene Fälscherwerkstatt. Im Ensemble widerstreitender Figuren, Haltungen und Handlungen verdichtet sich hier die Darstellung dramatisch bis zur nahenden Befreiung und wird zur Parabel vom Überleben zwischen Anpassung und Widerstand.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Ohne die künstlerische Qualität, emotionale Dichte und thematische Einschlägigkeit zu erreichen, die neuere Spielfilme zu diversen Aspekten des Nationalsozialismus gerade auch für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen empfehlenswert machten, eröffnet "Die Fälscher" hier gleichwohl Zugangsmöglichkeiten. Neben einer Betrachtung der besonderen Geschichte der "Fälscherwerkstatt im KZ" bietet sich die Herausarbeitung des dramatischen Konflikts und des moralischen Dilemmas an. Indem der Film Protagonisten wie Antagonisten zwischen Anpassung und Verweigerung, tief verstrickt in Widersprüchen zeigt, wird verständlich, was es für den einzelnen existentiell heißt, im "Ausnahmezustand" ständig drohender Vernichtung zu handeln, um zu überleben.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Middel
,
01.02.2007
,
letzte Aktualisierung:
24.04.2020
Regie
Stefan Ruzowitzky
Buch
Stefan Ruzowitzky nach Erinnerungen des Augenzeugen Adolf Burger
Darsteller*innen
Karl Markovics, August Diehl, Devid Striesow, August Zirner, Martin Brambach, Sebastian Urzendowsky, Tilo Prückner u. a.
Länge
98 Min
Sprachfassung
Deutsch
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Universum Film
Festivals
Wettbewerb Internationale Filmfestspiele Berlin 2007; Deutscher Filmpreis 2007: Lola für die beste männliche Nebenrolle; Academy Awards 2008: Oscar für den besten fremdsprachigen Film