Inhalt
Weite Landschaften und ein ewig blauer Himmel Sommer in einem norwegischen Dörfchen irgendwo am Meer. Die 12-jährige Selma hat beschlossen, dass sie sich niemals mit einem Jungen einlassen will. Denn Liebe oder Sexualität da ist sie sich ganz sicher bringen nichts als Ärger. Schließlich ist ihre eigene Mutter bei ihrer Geburt gestorben auch das eine Folge der Liebe und zwischen ihrer Tante Nora und deren Dauerverlobten Richard fliegen ständig die Fetzen. Also hat Selma entschieden, Wissenschaftlerin zu werden und den Unwägbarkeiten menschlicher Leidenschaften mit rationaler Kühle zu begegnen. Aber das erweist sich als gar nicht so einfach, wenn ein gut aussendender Junge wie Andy auftaucht und die eigenen Sehnsüchte dem Verstand ein Schnippchen schlagen.
Umsetzung
Humorig und tiefgründig schildert die hauptsächlich als Autorin tätige norwegische Regisseurin Torun Lian in ihrem zweiten Spielfilm die Ängste und Aufregungen der Pubertät aus der Perspektive eines jungen Mädchens. Altklug und witzig kommentieren Selmas philosophische und naturwissenschaftliche Betrachtungen aus dem Off über weite Strecken das Geschehen. Die Bilder schaffen dabei häufig eine zweite Bedeutungsebene, indem das Gezeigte im Widerspruch zu Selmas Worten steht. Lange, meist unbewegte Einstellungen setzen die Figuren in Beziehung zueinander und lassen den Zuschauenden Zeit, das Geschehen zu reflektieren. Episodisch mit eindringlichen, manchmal grotesken Situationen entwickelt sich die chronologisch erzählte Filmhandlung, an deren Ende Selma in ihrer Entwicklung einen wichtigen Schritt nach vorne getan hat.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Insbesondere im Sozialkunde- oder Biologieunterricht bietet sich für Schüler/innen ab der vierten Klasse eine sinnvoll-vertiefende Auseinandersetzung mit dem vorrangigen Thema der Pubertät an. Psychologisch feinfühlig und authentisch thematisiert "Die Farbe der Milch" die Gefühlswirrungen, die mit dem Übergang von der Kindheit zur Jugend verbunden sind. Die emotionale Unsicherheit, die Phantasien und die Ängste die mit dieser Umbruchsphase verbunden sind, können ebenso diskutiert oder im Rollenspiel dargestellt werden, wie soziale Erwartungen, der Wunsch nach Nähe und Zugehörigkeit und die aufkeimende Sexualität.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ula Brunner
,
01.02.2007
,
letzte Aktualisierung:
04.10.2016
Regie
Torun Lian
Buch
Torun Lian
Darsteller*innen
Julia Krohn, Bernhard Naglestad, Andrine Sæther, Reidar Sørensen, Ane Dahl u. a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Synchronfassung
Format
35 mm, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Arsenal Filmverleih
Festivals
Empfehlung Arbeitskreis Filmbildung (AKF), Olympia Film Festival 2004: Beste Regie, Bester Spielfilm; Europäisches Filmfest Vlaanderen 2005: Bester Spielfilm; Newport Internationales Filmfestival 2005: Publikumspreis