Filmplakat zu "Die Jungfrau, die Kopten und ich"

Die Jungfrau, die Kopten und ich

Frankreich, Katar, Ägypten, 2012

Der Filmemacher Namir Abdel Messeeh stammt aus einer Familie koptischer Christen, die von Ägypten nach Frankreich emigriert ist. Bei einem Familienessen vermeint Namirs Mutter auf einem Video eine Erscheinung der Jungfrau Maria zu sehen, während Namir rein gar nichts erkennen kann. Die Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden ist der Ausgangspunkt für eine Recherchereise nach Kairo, die den Filmemacher im weiteren Verlauf bis in das Heimatdorf seiner Mutter führt. Als Namirs Erkundungen ins Leere laufen, entscheidet er sich kurzerhand dazu, selbst eine Marienerscheinung in dem Dorf seiner Familie zu inszenieren. Für das Gelingen seines Projekts gilt es jedoch zunächst, das Vertrauen und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung zu gewinnen. Mit ihrem Sinn für Finanzen steigt spontan Namirs Mutter als Produktionsleiterin in das Vorhaben mit ein und reist ihrem Sohn hinterher.

Originaltitel

Die Jungfrau, die Kopten und ich

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Religion/Ethik, Sozialkunde, Französisch, Kunst

Themen

Religiöse Minderheiten, Naher Osten, Glaube, Familie, Migration

Kinostart

13.06.2013

Der Filmemacher Namir Abdel Messeeh stammt aus einer Familie koptischer Christen, die von Ägypten nach Frankreich emigriert ist. Bei einem Familienessen vermeint Namirs Mutter auf einem Video eine Erscheinung der Jungfrau Maria zu sehen, während Namir rein gar nichts erkennen kann. Die Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden ist der Ausgangspunkt für eine Recherchereise nach Kairo, die den Filmemacher im weiteren Verlauf bis in das Heimatdorf seiner Mutter führt. Als Namirs Erkundungen ins Leere laufen, entscheidet er sich kurzerhand dazu, selbst eine Marienerscheinung in dem Dorf seiner Familie zu inszenieren. Für das Gelingen seines Projekts gilt es jedoch zunächst, das Vertrauen und die Unterstützung der lokalen Bevölkerung zu gewinnen. Mit ihrem Sinn für Finanzen steigt spontan Namirs Mutter als Produktionsleiterin in das Vorhaben mit ein und reist ihrem Sohn hinterher.
Der Film beginnt wie ein klassischer investigativer Dokumentarfilm. Namir reist nach Kairo, um Zeugen der Erscheinungen aus den Jahren 2007 und 1968 zu interviewen und Belege über das Phänomen zu sammeln. Er sucht Priester auf, durchstöbert alte Fotosammlungen und interviewt Straßenpassanten. Mehrfach wird ihm jedoch die Auskunft verweigert, einige Hinweise lassen sogar auf politische Verschwörungen schließen. Nachdem die  wissenschaftlich kognitive Herangehensweise gescheitert ist, wendet sich der Film mit Namirs Suche nach einer intuitiveren Form des Verstehens ins Essayistische. Die Wiederbegegnung mit seiner Familie konfrontiert den Filmemacher auf eine viel persönlichere Weise mit Glaubensfragen und lässt ihn über seinen eigenen Lebensweg reflektieren. Nicht erst die Inszenierung der Marienerscheinung im letzten Drittel thematisiert zudem das Filmemachen an sich. Der gesamte Film legt seinen kreativen Entwicklungsprozess offen und kommt mit einem humorvollen Ton immer wieder auch auf die Produktionsschwierigkeiten zu sprechen.
Namir gelingt es erst, über das Mittel der Fiktionalisierung mehr über Glaubensfragen herauszufinden. Seine Erkenntnisse werden im Film jedoch nicht verbalisiert und sind für den Zuschauer eher intuitiv als kognitiv zu begreifen. Mit Schülern kann durch die Analyse der gewählten Mittel – Dokumentation und Fiktion – über die Frage diskutiert werden, wie man Glaube am besten verstehen und darstellen kann und worin die Vor- und Nachteile der beiden Filmgattungen liegen. Weitere sind die Themen Familie, Migration und die Unterschiede zwischen der bäuerlichen und der bildungsbürgerlichen Lebenswelt sowie der Status der Kopten als größte christliche Minderheit in Ägypten.  
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Anja Göbel , 22.05.2013 , letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Namir Abdel Messeeh

Buch

Namir Abdel Messeeh

Darsteller*innen

Mitwirkende: Siham Abdel Messeeh, Namir Abdel Messeeh

Länge

85 Min

Sprachfassung

Französisches Original mit dt. Untertiteln

Format

digital

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Universal International Pictures Germany

Festivals

Arsenal Filmverleih

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