Inhalt
Eines Morgens stiehlt sich der Teenager Simon aus dem Haus, um sich in aller Frühe mit seinen Freunden beim Surfen in die Wellen zu stürzen. Auf dem Rückweg vom Strand geraten die Jugendlichen in einen Autounfall, den zwei von ihnen mit leichten Verletzungen überstehen. Simon hingegen landet mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma und wird nur noch von den Maschinen am Leben gehalten. Seine geschockten Eltern Marianne und Vincent müssen daher schon bald eine schwere Entscheidung treffen. Im entfernten Paris verschlechtert sich unterdessen der Zustand der herzkranken Claire dramatisch, die ihre angeschlagene Verfassung besonders vor dem jüngeren ihrer beiden Söhne zu verbergen versucht. Die Ärzte sind sich sicher, dass nur dann Besserung eintreten wird, wenn sie ein Spenderorgan bekommt.
Umsetzung
Basierend auf Maylis de Kerangals gleichnamigem Roman, entwirft die französische Regisseurin und Drehbuchautorin Katell Quillévéré („Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“) ein unter die Haut gehendes Drama, das ohne plumpe Effekthascherei auskommt und die ganze Zeit nah an seinen Figuren bleibt. Unterschiedliche Stränge werden auf sensible Weise verbunden und veranschaulichen, dass Tod und Leben, Trauer und Hoffnung nicht selten eng beieinander liegen. Getragen wird die unaufgeregt erzählte Buchadaption von einem mitreißend aufspielenden Ensemble, dem oftmals kleine Gesten und Blicke ausreichen, um viel über die Protagonisten und ihr Innenleben zu verraten. Beeindruckend und ungewöhnlich für einen Spielfilm ist auch die Genauigkeit, mit der Quillévéré medizinische Eingriffe dokumentiert.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit seiner feinfühligen Verzahnung zweier dramatischer Schicksale regt „Die Lebenden reparieren“ eine ausführliche Diskussion über das Thema Organspende an. In den Mittelpunkt rücken sollte dabei in besonderem Maße die schwierige Entscheidung von Simons Eltern. Wie viel Kraft kostet es in ihrer Lage, in ihrem Schockzustand, anderen Menschen zu helfen? Und wäre es verständlich, wenn Marianne und Vincent den Körper ihres Sohnes nicht freigäben? Daneben ließe sich erörtern, welchen großen Herausforderungen sich Ärzte und Pflegebedienstete tagtäglich stellen müssen, während vielerorts Personalmangel herrscht. Vergleichen könnte man auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Buch und Film und sich dabei die Frage stellen, mit welchen Mitteln der*die Leser*in bzw. Zuschauer*in emotional involviert wird.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Christopher Diekhaus
,
25.10.2017
,
letzte Aktualisierung:
09.11.2022
Regie
Katell Quillévéré
Buch
Katell Quillévéré und Gilles Taurand nach dem Roman von Maylis de Kerangal
Darsteller*innen
Gabin Verdet, Tahar Rahim, Emmanuelle Seigner, Bouli Lanners, Anne Dorval, Kool Shen, Monia Chokri, Alice Taglioni, Karim Leklou, Finnegan Oldfield u.a.
Länge
103 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Wild Bunch Germany
Festivals
(Auswahl) Internationale Filmfestspiele Venedig 2016; Toronto International Film Festival 2016; London Film Festival 2016; International Film Festival Rotterdam 2017; Seattle International Film Festival 2017; Jerusalem Film Festival 2017