Inhalt
Nichts ist in Palermo wie es scheint. Da ist sich Arturo, dessen Leben seit seiner Zeugung im Jahr 1969 scheinbar schicksalhaft mit den bösartigen Machenschaften der Mafia verknüpft ist, sicher: Während nämlich die Spermien seines Vaters durch den Eileiter seiner Mutter schwammen, rasten vier Mafiosi in ihrem Wagen durch das Tunnelnetz Palermos und sorgten mit ihren Todesschüssen in der Straße der Liebenden dafür, dass nur ein etwas verwirrtes, unerschrockenes Spermium zum Ziel kam. Seither geht Arturo die Mafia nicht mehr aus dem Kopf. So sehr, dass sein erstes Wort „Mafia“ ist, er seiner Mitschülerin Flora jahrelang seine Liebe nicht gestehen kann und er auf seinem journalistischen Werdegang absonderliche Bahnen einschlägt. Erst als die mafiosen Strukturen wirklich zugreifen, scheint alles wieder so zu sein, wie es ist. Eine spritzige Geschichte, in der schwarzer Humor auf schmutzige Intrigen trifft.
Umsetzung
Selbst in Palermo geboren und aufgewachsen präsentiert Pierfrancesco Diliberto in seinem Debütfilm eine beschwingte Komödie über das kriminelle Mafia-Milieu. Auf der Suche nach Antworten auf die Frage, wie sich die Mafia in seinem Heimatland derartig ausbreiten konnte und warum ihr aus der Gesellschaft heraus kein Widerstand entgegengebrachte wurde, verwebt der sizilianische Filmemacher eine fiktive Geschichte mit historischen Ereignissen und formt einen mokant hinterfragenden Blick auf eine von kriminellen Bündnissen beherrschte Öffentlichkeit. Bearbeitetes Archivmaterial des sizilianischen Fernsehens und Amateuraufnahmen imitierende Sequenzen, die der Gestaltung der Rahmenhandlung dienen, wechseln sich mit der klassisch realisierten Haupthandlung des Films ab. Die kindlichen Beschreibungen des Ich-Erzählers, die immer wieder in herzhaft gespielte Szenen übergehen, begleiten die Zuschauer/innen dabei durch die verschiedenen Existenzphasen Arturos und der Mafia.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Dass die Mafia nicht nur im Sommer mordet und dass Verlieben nicht per se tödlich verläuft, wird Arturo und den Zuschauer/innen schnell bewusst. Wenn es jedoch um die Strukturen der Mafia und ihre Geschichte geht, wird die Sache schon komplexer. Indem die Komödie einen humorvollen Zugang zur organisierten Kriminalität auf Sizilien schafft, lädt sie dazu ein, den Blick auf weltweite Operationen der Mafia und anderer Verbrecherorganisationen zu werfen und die Auswirkungen mafioser Strukturen zu beleuchten. Anknüpfend an den Film können politische und wirtschaftliche Zustände und Konsequenzen thematisiert, Bezüge zur aktuellen politischen Situation verschiedener Ländern hergestellt und Aspekte wie Journalismus und Pressefreiheit miteinbezogen werden. Darüber hinaus kann im Rahmen einer filmspezifischen Auseinandersetzung ein Bogen zu internationalen Mafiafilmen gespannt werden. Hintergrundinformationen können somit erweitert und Darstellungs- und Erzählformen verglichen werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Lisa Haußmann
,
25.05.2015
,
letzte Aktualisierung:
17.05.2016
Regie
Pif (Pierfrancesco Diliberto)
Buch
Pif, Michele Astori, Marco Martani
Darsteller*innen
Pif, Cristiana Capatondi, Ginevra Antona, Alex Bisconti, Claudio Gioè, Ninni Bruschetta, Barbara Tabita, Rosario LIsma, Teresa Mannino u.a.
Länge
90 Min
Sprachfassung
italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
missingFILMS
Festivals
European Film Award 2014: Beste Komödie; David di Donatello 2014: Bester Nachwuchsregisseur