Inhalt
Eine Bush- und kriegskritische Äußerung der US-Country-Stars "Dixie Chicks" bei einem Konzert in London 2003 führt in der ganz auf "Krieg gegen den Terror" eingestimmten amerikanischen Öffentlichkeit zur Hexenjagd auf das Musikbusiness. Politische Attacken, mediale Hetzkampagnen, zensierende Radioboykotte und Morddrohungen überrollen das zu "Landesverrätern" und "Saddam-Engeln" degradierte Frauenensemble. Die Dixie Chicks knicken jedoch nicht ein, sondern gehen offensiv mit Kritik und Anfeindungen um. Der Film dokumentiert den emotionalen, strategischen und zivilcouragierten Kampf der Band um ihre Integrität und verfolgt, wie das singende Texas-Trio trotz widrigster Umstände am erfolgreichen Vorantreiben ihrer Karriere menschlich wie künstlerisch wächst.
Umsetzung
Temporeich und mit zahlreichen Zeitsprüngen operierend, rekapituliert der Film die Demontage der Dixie Chicks in einer Collage aus Nachrichtenbildern, TV-Mitschnitten und selbstgedrehtem Material. Die zwischen Konzertsälen, Backstagebereich, Privatzimmern, zwischen den solidarisch zusammenge¬schweißten Freundinnen, ihren strategisch vorgehenden Managern und taktischen Produzenten "eingebettete" Kamera, eröffnet intime Einblicke vor und hinter die Kulissen des Musikbusiness. Hierbei werden Verletzung und Fassungslosigkeit, Ängste und Zweifel der New-Country- und Bluegrassband ebenso unkommentiert vor Augen geführt wie die Energie und Leidenschaft, der Humor und die Gelassenheit, mit der die drei Geschäftsfrauen in den Jahren 2003 bis 2006 den bitteren Erfahrungs- und Lernprozess vom Höhepunkt ihrer Popularität über den Karriere-Knick bis hin zum erfolgreichen Pop/Rock-Comeback durchlaufen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
"Dixie Chicks: Shut up & sing" ist ein mit medien-, kultur- und gesellschaftskritischem Subtext unterfüttertes Zeitdokument. Als solches stellt der Dokumentarfilm nicht nur die US-Kriegspolitik, den amerikanischen Patriotismus oder den eigenwilligen Umgang der Medien mit dem demokratischen Grundpfeiler der freien Meinungsäußerung zur Reflexion. Auch die Machenschaften einer monopolisierten Kulturindustrie, das auf Kommerz ausgerichtete Kalkül im Musikbusiness, die Entwicklung von Persönlichkeiten im Rampenlicht, und nicht zuletzt ein von Amerikaressentiments getränkter Zeitgeist bilden die thematischen und fächerübergreifenden Anknüpfungspunkte des emotional gefärbten Bandportraits. Der nicht weniger sozialkritisch angehauchte Dixie-Chicks-Soundtrack lädt darüber hinaus zu einer Beschäftigung mit politischen Inhalten und Themen in der Musikgeschichte ein.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
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wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Katrin Miller
,
29.11.2021
,
letzte Aktualisierung:
29.11.2021
Regie
Barbara Kopple und Cecilia Peck
Darsteller*innen
Natalie Maines, Martie Maguire, Emily Robison, Simon Renshaw, Rick Rubin, Adrian Pasdar
Länge
93 Min
Sprachfassung
Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Central Film