Inhalt
Ahmet ist ein 15-jähriger yörükischer Junge, der in einem Dorf in Nordmazedonien lebt. Im Auftrag seines strengen Vaters hütet er die Schafe und kümmert sich rührend um seinen jüngeren Bruder Naim, der zum Ärger des Vaters noch kein Wort spricht. Vor dem Vater und der Dorfgemeinschaft geheim gehalten, hat Ahmet eine große Leidenschaft für Musik, die er auf seinem Handy hört. Beim Nachbarhaus begegnet er plötzlich der schönen Aya, die aus Deutschland in das Dorf zurückgekehrt ist. Hals über Kopf verliebt er sich in sie – doch sie ist einem anderen Mann versprochen. Wäre das nicht genug, muss Ahmet mitansehen, wie sein Vater Naim zu einem Heiler bringt, der ihn zum Sprechen bringen soll. Aya und Ahmet begegnen sich wieder bei einem abgelegenen Konzert, in dem für Ahmet die Leidenschaft für das Auflegen von Musik entflammt. So wird aus ihm DJ Ahmet – ausgerüstet mit alten Musikboxen am Traktor und Ayas Tanzeinlagen. Der Tag von Ayas Hochzeit rückt immer näher – und Ahmet wird vor das Dilemma gestellt, Vater und Gemeinschaft zu gehorchen oder seine Liebe zu Aya zu bekunden.
Umsetzung
DJ AHMET überzeugt mit einer zärtlichen und authentischen Kraft. Mit Humor zeichnet der Film die Dorfgemeinschaft und findet dabei einen respektvollen Ton für den Generationskonflikt. Auffallend sind hierbei Kameraarbeit und Montage: Bei Tanzeinlagen wirken die Szenen wie Musikvideos. Während der Dialoge wird zwischen Totalen und Nahaufnahmen gewechselt, um die Menschen nicht nur in ihrer persönlichen Beziehung, sondern auch in der Beziehung zur Natur zu erfassen. Dementsprechend lassen sich folkloristische Elemente in Bezug zur Symbolik der Wälder, Berge und beispielsweise der Schafe finden. Ein relevanter Faktor ist die Musik als filmästhetisches Mittel: Sie wird gekonnt eingesetzt, um Gefühle und Rebellion zu unterstreichen und hebt ebenso den Kontrast zwischen den Konstrukten Tradition und Moderne hervor.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Für Schüler*innen ist die Darstellung des Generationskonflikts interessant. Nicht nur, weil es sich um ein universelles Thema handelt, sondern auch, weil er in einem Dorf am Rand der Mehrheitsgesellschaft verortet ist. Ebenso zentral sind die historischen Bezugspunkte der Region und der fein ausgestaltete Konflikt zwischen den Wertvorstellungen der Konstrukte von Tradition und Moderne. Auf filmsprachlicher Ebene können Schüler*innen den bewussten Einsatz von Musik analysieren – vor allem in ihrer Lautstärke, dem plötzlichen Auslassen und den teils entschleunigten Kamerafahrten mit Fokus auf die Hauptdarsteller*innen. Interessant für den Unterricht ist auch die Analyse der narrativen Funktion der älteren Dorffrauen, die als kommentierende Instanz in weiten Einstellungen in der Natur erscheinen. Weitere Anknüpfungspunkte lassen sich für sprachaffine Schüler*innen in Form des Dialekts (Yörükisch) finden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: İlyas İnevi
,
11.02.2026
,
letzte Aktualisierung:
23.02.2026
Regie
Georg M. Unkovski
Buch
Georg M. Unkovski
Darsteller*innen
Arif Jakup, Agush Agushev, Dora Akan Zlatanova, Aksel Mehmet, Selpin Kerim, Atila Klince, Metin Ibrahim u. a.
Länge
99 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, yörükische/türkische Originalfassung mit Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
liegt noch nicht vor
Verleih
Neue Visionen Filmverleih