Dreamers

Großbritannien 2025

In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Joy Gharoro-Akpojotor die Liebesgeschichte zweier geflüchteter Frauen im britischen Abschiebezentrum. Inmitten von Unsicherheit, Gewalt, Angst und drohender Abschiebung geben sie ihre Träume, Hoffnung und Liebe nicht auf, sondern stärken sich in Zusammenhalt und Solidarität, um für Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen – ein berührendes Portrait über Sehnsucht, Gemeinschaft und das Recht auf ein Leben in Freiheit.

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Sozialkunde, Politik, Geschichte, Religion, Philosophie, Psychologie

Themen

Migration, Asylsystem, institutionelle Gewalt, Macht/Machtstrukturen, Isolation, Flucht/Geflüchtete, Menschenrechte/-würde, mentale Gesundheit, Trauma, Widerstand, Resilienz, Solidarität, Gender, LGBTQIA+, Liebe, Sexualität, Identität, Selbstbestimmung, Freiheit

Kinostart

11.12.2025

Isio lebt und arbeitet mehrere Jahre ohne Papiere in Großbritannien, bis sie festgenommen und in ein Abschiebezentrum gebracht wird. Dort hofft sie auf eine ehrliche Prüfung ihres Asylantrags. Ihre Zimmergenossin Farah ist schon länger dort und misstraut dem System. Durch Farah beginnt Isio zu verstehen, wie gering die Chancen auf ein gerechtes Asylverfahren tatsächlich sind. Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Annäherung. Mit der Zeit lernt Isio auch Farahs Freundinnen Nana und Atefeh kennen, bei denen sie trotz Angst, Unsicherheit und drohender Abschiebung Gemeinschaft findet. Als ihr erster Asylantrag abgelehnt wird, wächst ihre Verzweiflung. Farah, Nana und Atefeh weihen Isio in ihre Fluchtpläne ein, doch Isio zögert: Sie wollte immer „auf dem rechtsstaatlichen Weg“ bleiben. Die Umstände spitzen sich zu, Farah wird abgeschoben und Isio erkennt: Wenn sie überleben und ihre große Liebe wiederfinden will, muss sie selbst entgegen aller Regeln handeln. Hoffnung, Liebe und Solidarität wachsen inmitten der Isolation, doch Freiheit bleibt schwer zu greifen.
DREAMERS entfaltet seine Wirkung durch eine beobachtende Inszenierung, die den Alltag im Abschiebezentrum zeigt, geprägt von Warten, Schweigen und Unsicherheit. Die Kamera bleibt oft nah an Isio, begleitet sie in langen Einstellungen, macht so ihre innere Anspannung spürbar und erzeugt ein Gefühl von Klaustrophobie und Eingesperrtsein. Enge Räume, harte Übergänge und ein reduziertes Farbkonzept betonen die institutionelle Isolation, während wärmere Töne, in Momenten von Nähe und Solidarität, die sich entwickelnden Beziehungen hervorheben. Besonders prägnant ist die wiederkehrende Masquerade-Figur, die Isios innere Dämonen visuell verdichtet: ein ästhetischer Bruch, der den strengen Realismus kurz verlässt und Isios Prozess der Selbstbehauptung antreibt. DREAMERS erzählt eine nuancierte Geschichte, die den Figuren Raum gibt und das System von Asyl und Abschiebung durch die ernüchternde Atmosphäre des Lebens im Lager erfahrbar macht.
DREAMERS greift zentrale Themen wie Flucht, Asyl, Menschenrechte und queere Liebe auf. Der Film zeigt, wie Menschen in Extremsituationen mit Unsicherheit, Isolation und drohender Abschiebung umgehen und welche Rolle Solidarität, Freundschaft und Hoffnung dabei spielen. Schüler*innen können diskutieren, was es heißt, in einem restriktiven System zu leben, das über die eigene Existenz entscheidet, was Freiheit unter welchen Bedingungen bedeutet und wie Individuen unter menschenfeindlichen Umständen ihre Selbstbestimmung behaupten können. Der Fokus auf Isio und Farah macht Flucht und Asyl greifbar: Es sind keine anonymen Zahlen, sondern Menschen mit Träumen und Ängsten. Die filmische Gestaltung lässt sich analysieren anhand von Kameraperspektiven, Bildkomposition, Licht, Farbe und Raumgestaltung – etwa enge Zimmer, kahle Wände oder improvisierte Gemeinschaftsräume. Es kann diskutiert werden, wie realistisch die Darstellungen sind und wie sie aktuelle politische Debatten über Asyl, Flucht und Migration reflektieren.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Golschan Ahmad Haschemi , 02.12.2025 , letzte Aktualisierung: 03.12.2025

Regie

Joy Gharoro-Akpojotor

Buch

Joy Gharoro-Akpojotor

Darsteller*innen

Ronkẹ Adékoluẹjo, Ann Akinjirin, Diana Yekinni, Aiysha Hart, Harriet Webb, Jamie Bacon Hedges u. a.

Länge

79 Min

Sprachfassung

englische Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Salzgeber

Festivals

(Auswahl 2025) Berlinale, Sektion Panorama; Queer Film Festival Berlin; Pink Apple Zürich; Everybody’s Perfect Queer Filmfestival Genf; Black Film Festival Zürich, Crossroads Filmfestival Graz

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