Inhalt
Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter zieht die jüdisch-britische Rebecca mit ihrem Vater nach Jerusalem, in ein Haus, das ihr Großvater einst gekauft hat. Traumatisiert von dem Verlust fällt es ihr schwer, wieder ins Alltagsleben zurückzufinden, der Umzug soll dabei helfen. Nachdem sie im Garten eine alte Puppe findet, fängt es jedoch an, im Haus zu spuken. Bald trifft Rebecca auf eine andere traumatisierte Seele, den Geist des Mädchens Rasha. Nur Rebecca kann Rasha sehen und es stellt sich heraus, dass diese einst in eben diesem Haus lebte, bis ihre Familie 1948 während des Krieges vor Soldaten floh – Rasha wartet bis heute auf ihre Eltern, die zurückkommen und sie holen werden „wenn es sicher ist“. Die gemeinsame Verlusterfahrung bringt die zwei Mädchen näher und in Rasha findet Rebecca endlich jemanden, der sie in ihrer Trauer zu verstehen scheint. Zum Dank versucht Rebecca, Rashas Familie zu finden, gerät dabei aber immer wieder mit den israelischen Behörden in Konflikt. Dennoch schafft sie es, heimlich nach Bethlehem zu gelangen und findet dort vermeintlich Rashas Mutter. Ist sie es wirklich?
Umsetzung
Muayad Alayan inszeniert die tragische Geschichte der palästinensischen Geflüchteten aus dem israelischen Unabhängigkeitskrieg bzw. der Nakba 1948 als mystisches Drama mit Horrorelementen. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden ungefähr 12-jährigen Mädchen – Rebecca, die Jüdin aus der Gegenwart und Rasha, die Palästinenserin aus der Vergangenheit – zwischen denen eine Verbindung entsteht aufgrund ihrer geteilten traumatischen Verlusterfahrung. Auch wenn Rasha als spukender Geist auftritt, entpuppt sich das israelische Militär bzw. die Vertreibung und Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung bald als der eigentliche Horror, dem die zwei Mädchen gegenüberstehen. EIN HAUS IN JERUSALEM zeigt, wie zwei junge Mädchen gemeinsam ihre Traumata verarbeiten und sich gegenüber festgefahrenen Vorstellungen, einem repressiven System und verständnislosen Erwachsenen behaupten müssen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit dem Film können zum einen Tod, Verlust und Trauer behandelt werden. Dargestellt werden verschiedene Umgangsweisen, hier in besonderer Weise aus der Sicht von Kindern. Das zweite Thema des Films ist die palästinensische Erfahrung der israelischen Unabhängigkeit als Nakba (Katastrophe). Unterdrückung und Trauma von, sowie Ungerechtigkeiten gegenüber den vertriebenen/geflohenen Palästinenser*innen und der Umgang der (aktuellen) israelischen Staatsgewalt mit diesen werden für ein junges Publikum altersangemessen dargestellt. Im weitesten Sinne geht es damit um den Nahostkonflikt im Allgemeinen. Ein spannendes Narrativ des Films ist die Annäherung von jüdischer und palästinensischer Erfahrung auf emotionaler Ebene (gemeinsame Trauerarbeit), die als sehr fruchtbar darstellt wird. Dieser Ansatz könnte im Rahmen der Erarbeitung der Konfliktlinien und der Suche nach Friedensstrategien im Israel/Palästina-Konflikt diskutiert werden. Die Schüler*innen können typische Elemente des Horrorfilms – etwa unheimliche Geräusche, düstere Räume oder huschende Geistererscheinungen – anhand des Films herausarbeiten und analysieren, wie diese genutzt werden, um reale Ängste und historische Traumata spürbar zu machen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Charlotte Kühn
,
01.12.2025
,
letzte Aktualisierung:
03.12.2025
Regie
Muayad Alayan
Buch
Rami Alayan, Muayad Alayan
Darsteller*innen
Johnny Harris, Miley Locke, Sheherazade Makhoul Farrell u. a.
Länge
103 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, Originalfassung in Englisch, Hebräisch und Arabisch
Format
digital, Farbe
FSK
liegt noch nicht vor
Verleih
missingFILMs