Filmplakat zu Enzo

Enzo

Frankreich, Belgien, Italien 2025

ENZO trifft den Kern der Zeit – vor allem junger Generationen. Weltschmerz, Selbstfindung und Entfremdung von der eigenen Familie stellen die Frage: Wer bin ich und warum fühlt sich mein Zuhause nicht wie meines an? Der 16-jährige Enzo beginnt zum Unverständnis seiner reichen Familie eine Maurerlehre. Als er Vlad, einen Ukrainer, trifft, spitzt sich seine Suche nach Identität zu. Ein humanistischer Film über das Ringen um Zugehörigkeit in einer komplexen Welt.

Genre

Drama , Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Französisch, Sozialkunde, Politik, Ethik, Kunst

Themen

Identität, Selbstfindung, Weltschmerz, Konflikte, soziale Dynamiken, soziale Ungleichheit, Familie, Entfremdung, Krieg, Migration, Kunst, Männlichkeit, LGBTQIA+, Homosexualität, Identität/Selbstfindung, Konflikte, soziale Ungleichheit, Familie, Entfremdung, Krieg / Kriegsfolgen, Migration, Kunst, Kunst, Männlichkeit, Queer

Kinostart

26.03.2026

SchulKinoWochen

In Südfrankreich entscheidet sich der 16-jährige Enzo, entgegen den Erwartungen seiner reichen und akademisch geprägten Familie, für eine Ausbildung als Maurer. Vor allem sein Vater ist enttäuscht und schwankt zwischen Verständnis und Ablehnung. Enzo ist introvertiert, ruhig und künstlerisch begabt. Auf der Baustelle hat er es schwer, dennoch will er etwas Bleibendes schaffen. Sein Alltag wird besonders durch Vlad geprägt, einem etwas älteren Kollegen, der vor dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflohen ist. Durch Vlad setzt sich Enzo mit der Lage junger Männer, die kämpfen müssen, und den vielen Zerstörungen in der Ukraine auseinander. Vlad wird für Enzo zum männlichen Vorbild und gleichzeitig zum heimlichen Schwarm. Beide sind ihren Familien entfremdet und freunden sich an. Das wachsende Unverständnis in Enzos Familie und seine Gefühle für Vlad spitzen die Situation immer mehr zu. Auch steht Enzo ständig vor der Frage, welchen Weg er für sein Leben eigentlich einschlagen will.
Der Film überzeugt mit Ruhe und Sanftheit, indem er tiefsitzende Konflikte zärtlich übermittelt. Dabei setzt die Regie bewusst auf Langsamkeit, die gelegentlich an Fahrt gewinnt. Enzo sucht gleichzeitig Nähe und Distanz, was sich im Film widerspiegelt: Die Distanz wird durch die weite Landschaft Südfrankreichs mit Seen und Bergen dargestellt, die Nähe durch intensiven Filmsound und Nahaufnahmen. Das Zirpen der Grillen ist besonders laut und wird teilweise von Pop- und Rapmusik ersetzt. Besonders auffallend sind Szenen, in denen Figuren in die Sphären anderer hineintreten – etwa wenn ärmere Menschen in die Orte reicherer Menschen eintreten und umgekehrt. Bei Dialogen nutzt der Film die Schuss-Gegenschuss-Technik. Diese Technik gewinnt ihre besondere Wirkung dadurch, dass in bestimmten Momenten bewusst einzelne Nahaufnahmen der Figuren eingesetzt werden, um ihre Einsamkeit und innere Orientierungslosigkeit zu betonen.
Schüler*innen können Krieg anhand der Figur Vlad empathisch nachvollziehen und über weltweite Gleichgültigkeit sowie inneren Weltschmerz reflektieren. Dramaturgisch zeigt sich eine klassische Eskalationsstruktur. Zentral sind Männlichkeitsbilder: Vlad, Enzo und sein Vater Paolo verkörpern verschiedene Facetten von Patriarchat, Macht und Normen. Zudem können Schüler*innen queere Ausdrucksformen in männlich kodifizierten Räumen reflektieren, da der Film einen Ursprung solcher Subkulturen in maskulinen Arbeitswelten wie Baustellen und Soldatentum aufzeigt. Enzos künstlerisches Aufbegehren entsteht im Kontext dieser Räume. Methodisch eignet sich die Analyse der Schuss-Gegenschuss-Technik und gezielter Nahaufnahmen in Dialogen und Konflikten. Die ästhetisierte Architektur- und Naturdarstellung in Kombination mit Laurent Cantets humanistischer Figurenzeichnung lädt zur Analyse komplexer menschlicher Dynamiken ein.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: İlyas İnevi , 03.09.2025 , letzte Aktualisierung: 23.02.2026

Regie

Robin Campillo

Buch

Robin Campillo, Laurent Cantet, Gilles Marchand

Darsteller*innen

Eloy Pohu, Pierfrancesco Favino, Élodie Bouchez, Maksym Slivinskyi, Nathan Japy, Vladyslav Holyk, Malou Khebizi, Philippe Petit u. a.

Länge

103 Min

Sprachfassung

französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 16 Jahre

Verleih

Salzgeber

Festivals

(2025) Internationales Filmfestival von Cannes; Sydney Film Festival; Queerfilmfestival

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