Filmplakat Close

Close

Belgien, Frankreich, Niederlande 2022

Die 13-jährigen Freunde Léo und Rémi sind sich so nah und vertraut wie einander liebende Brüder. An der neuen Schule wird dies skeptisch beäugt und uminterpretiert. Verunsichert durch diese Außenwahrnehmung distanziert sich Léo zunehmend von Rémi, ihre Freundschaft zerbricht. Es kommt zur schlimmstmöglichen Tragödie. Einfühlsam portraitiert der Film die innige Verbindung der beiden Jungen und den Umgang mit Verlust, Trauer und Schuldgefühlen.

Genre

Drama, (Jugend-)Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Religion, Psychologie, Französisch, Sozialkunde, Philosophie

Themen

Freundschaft, Gender/Geschlechterrollen, sexuelle Identität, Familie, Pubertät, Entfremdung/Distanzierung, Schule, Peer Groups, Kommunikation, Suizid,Tod, Verlust, Trauer, Schuldgefühle, Verdrängung, Trauerbewältigung, Mobbing

Kinostart

26.01.2023

Inhalt


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Unzertrennlich sind Léo und Rémi. Die Dreizehnjährigen lieben einander wie Brüder, Rémis Mutter Sophie nennt Léo ihren „Herzenssohn“. Die Freunde laufen durch die blühenden Blumenfelder der Gärtnerei von Léos Familie, erfinden fantasievolle Spiele und Geschichten. Ganz selbstverständlich übernachten sie im selben Bett und schmieden Pläne für die gemeinsame Zukunft, in der Léo Rémis Karriere als Oboist sieht. Mit dem Start an der neuen Schule endet diese Unbefangenheit: Die Mitschüler*innen unterstellen ihnen eine Liebesbeziehung. Verunsichert beginnt Léo, sein Verhältnis zu Rémi mit den Augen der anderen zu sehen. Er distanziert sich zusehends von ihm, beginnt mit Eishockey, findet neue Freunde. Auf dem Schulausflug ans Meer fehlt Rémi. Bei der Rückkehr erreicht Léo und seine Klasse die Nachricht von Rémis Suizid. Von Trauer und Schuldgefühlen gequält verschließt sich Léo, will Normalität erzwingen. Bis sich die Aussprache mit Sophie nicht länger vermeiden lässt …

Umsetzung


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Der Titel CLOSE ist Programm: physische Nähe und häufige Close-Ups ihrer Gesichter drücken die innige Beziehung der beiden Jungen aus. Wichtiges Gestaltungsmittel sind Farben: ihre Freundschaft wird in bunter Sommerblumenidylle etabliert. In hartem Kontrast stehen Eishockey-Szenen in kaltem Blau-Weiß. Mit dem gewählten Zeitpunkt am Übergang von Kindheit zu Pubertät verändert sich die Wahrnehmung des Freundschaftsverhältnisses. Auf dem Schulhof wird Rollenverhalten geübt und bewertet. Der Film hinterfragt damit auch gängige Männlichkeitsbilder. Nach dem nicht näher benannten Suizid widmet sich die zweite Filmhälfte dem Thema Trauer und Verlust und den Unterschieden im Umgang damit. Die schulische Trauerbewältigungshilfe lehnt Léo ab, lenkt sich mit körperlicher Arbeit in der Gärtnerei ab. Léos unterdrückte (Schuld-)Gefühle kommen schließlich in der kathartischen Szene mit Rémis Mutter heraus.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Ihr wirkt irgendwie enger als beste Freunde!“ Eigene Definitionen von Freundschaft helfen zu begründen, ob und inwiefern dieses Filmzitat von den Schüler*innen geteilt wird und welche Rolle die Meinung anderer für sie bei Freundschaften spielt. Wie der Film z. B. Freundschaft, Nähe, Entfremdung oder Trauer vermittelt, lässt sich gut anhand von Kameraeinstellungen, Farb-/Lichtgestaltung, Montage, Musik usw. untersuchen. Im Klassengespräch hinterfragen die Schüler*innen, warum Léo sich die Schuld an Rémis Tod gibt. Dabei kann der Unterschied zwischen „Schuld“ und „Schuldgefühlen“ herausgearbeitet werden. Den Begriff der Katharsis führt die Schlüsselszene zwischen Léo und Rémis Mutter (im Auto/Wald) ein. Der unterschiedliche Umgang mit Tod, Suizid, Trauer und Verlust kann anhand der Filmfiguren und Trauerbewältigungsszenen in Léos Klasse analysiert und um eigene Ansichten ergänzt werden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_Close.pdf

Autorin: Ulrike Seyffarth, 02.01.2023, letzte Aktualisierung: 30.01.2023

Regie

Lukas Dhont

Buch

Lukas Dhont

Darsteller*innen

Eden Dambrine, Gustav De Waele, Émilie Dequenne, Léa Drucker, Igor van Dessel, Léon Bataille u. a.

Länge

105 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Pandora Film Verleih

Festivals

(Auswahl 2022) Internationale Filmfestspiele Cannes: Wettbewerb - Grand Prix der Jury; Filmfest Hamburg: Arthouse Cinema Award; Sidney Film Festival: Bester Film; vier Nominierungen für den Europäischen Filmpreis

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