Inhalt
Wenn man sich mit einem Gewehr in den Kopf schießt, stirbt man. Allerdings gelingt dem 16-jährigen Mike selbst das nicht. Eingeschlossen von weiten Wäldern lebt er in einem verschlafenen Ort in der kanadischen Provinz und ist des Lebens überdrüssig. Von seinen Mitschülern wird er als Sonderling ausgelacht, von seiner dominanten Mutter gegängelt. Trotz des misslungenen Selbstmordes kann Mike dennoch auf einen schnellen Tod hoffen. Bei der Untersuchung seiner Schussverletzung wird - sehr zu seiner Freude - ein bösartiger Hirntumor entdeckt, den er vor allen geheim hält. Doch plötzlich steht Mikes bis dahin unbekannter Vater vor der Tür. Mike lernt außerdem Miranda kennen, eine charmante junge Frau, die sich ebenfalls für ihn zu interessieren scheint. Langsam fängt das Leben wieder an zu schmecken, bis eine Tragödie erneut alles durcheinander bringt.
Umsetzung
„Coconut Hero“ lotet in einer eigenwilligen Mischung aus schwarzem Humor und aufwühlenden Ereignissen die Sehnsucht eines jugendlichen Außenseiters nach Ausbruch aus seinem beengten Umfeld aus. Mit Mikes Selbstmordversuch beginnt der Film. In der Folge kommen sich Mikes Vorbereitung auf den Tod durch den Hirntumor und neu auftuende Beziehungen in die Quere, die dem Leben wieder einen Sinn geben. Obwohl schräge Typen und überspitzte Situationen dominieren, unterwandern nachdenkliche, poetische und tragische Szenen die komödientypische Darstellung. Komische Übertreibungen lassen stets ihre tragische Kehrseite durchschimmern. So wirken etwa Mikes Begegnungen mit dem Bestattungsunternehmer und mit dem Priester oder die Bändertanzgruppe „für neuen Lebensmut“ äußerst skurril, entlarven aber gleichzeitig die lähmende Beschaulichkeit, die das Dorf fest im Griff zu haben scheint.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Unter dem Brennglas einer schwarzhumorigen Tragikomödie macht „Coconut Hero“ typische Identitätsfindungsprozesse in der Pubertät deutlich. Hier kann unmittelbar an Erfahrungen der Schüler/innen angeknüpft werden: Welche Bedeutung kommt Eltern, Freunden, der ersten Liebe, der Schule… bei der Identitätsbildung zu? Was ist ausschlaggebend für die Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl? Wie kann man damit umgehen, wenn man „anders“ als die anderen ist? Da der Film diesen Fragen anhand von Selbstmord, Unfalltod und Trauer nachgeht, ist zudem eine Auseinandersetzung mit diesen sensiblen Themen anzuraten. Eine Bearbeitung der Problemstellungen des Films über eine kritische Diskussion der Form ist ebenfalls möglich, ausgehend von der Frage, ob die schräge tragikomische Inszenierung den ernsten Ereignissen im Film gerecht wird oder nicht.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Marguerite Seidel
,
16.07.2015
,
letzte Aktualisierung:
17.05.2016
Regie
Florian Cossen
Buch
Elena von Saucken
Darsteller*innen
Alex Ozerov, Bea Santos, Krista Bridges, Sebastian Schipper u.a.
Länge
97 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe, Cinemascope
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Majestic Filmverleih
Festivals
Filmfest München 2015; Filmfest München 2011: Tankred-Dorst-Drehbuchpreis