Das freiwillige Jahr, Grandfilm

Das freiwillige Jahr

Deutschland 2019

Die 18-jährige Jette hat gerade das Abitur abgeschlossen und steht kurz vor einem freiwilligen sozialen Jahr in Costa Rica. Sie soll ihren Horizont erweitern und das Leben in der westfälischen Provinz hinter sich lassen. So lautet zumindest der Plan ihres Vaters Urs. Aber was will Jette? Der Film verhandelt Fragen zur individuellen Lebensgestaltung, die viele junge Menschen, nicht nur Abiturient*innen, betreffen.

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Sozialkunde, Ethik, Philosophie, Pädagogik, Kunst

Themen

Erwachsenwerden, Erziehung, Familie, Liebe, Generationenkonflikt

Kinostart

06.02.2020

Inhalt


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Die 18-jährige Jette hat gerade das Abitur abgelegt und steht kurz vor einem freiwilligen sozialen Jahr in Costa Rica. Sie soll ihren Horizont erweitern und das Leben in der westfälischen Provinz hinter sich lassen. So lautet zumindest der Plan ihres Vaters Urs. Jette möchte nämlich gar nicht unbedingt ins Ausland. Auf dem Weg zum Flughafen wirkt sie betrübt, schaut verlegen aus dem Fenster. Die Begegnung mit Mario, ihrer Jugendliebe, und ein harmloser Unfall am Flughafen lassen Jette zögern: Sie verpasst den Flug und fährt mit Mario fort, um sich vor dem Vater zu verstecken. Während Urs nach seiner Tochter sucht, wird Jette auch von Mario mit Zukunftsplänen konfrontiert. Doch sie weiß nicht, was sie eigentlich will. Urs will nach ihrer Rückkehr allerdings nicht von seinem Plan abrücken.

Umsetzung


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„Das freiwillige Jahr“ ist ein gemeinsames Projekt von Ulrich Köhler und Henner Winckler. Die beiden Autoren und Regisseure werden mit dem Stil der sogenannten Berliner Schule assoziiert und sind mit Filmen wie „Bungalow“ (Köhler) oder „Lucy“ (Winckler) bekannt geworden. Reduzierte Alltagsszenarien, präzise lange Einstellungen und eine ruhige Schnittfrequenz zeichnen ihr Kino aus. Oftmals zeigt sich der wesentliche dramatische Konflikt in einer sich fast unmerklich zuspitzenden Erzählweise oder dem Schweigen der Figuren. So ist Jette in „Das freiwillige Jahr“ nie in der Lage, ihrem alleinerziehenden Vater die eigenen Bedürfnisse oder ihr Unbehagen an seinem Verhalten mitzuteilen. In der zweiten Hälfte beleuchtet der Film dann auch aus dessen Perspektive das Phänomen „Helikopter-Eltern“: Urs hat als Vater vermeintlich gute Absichten, handelt aber stets übergriffig. Es scheint, als projiziere er eigene Bedürfnisse auf das Leben seiner Tochter.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film knüpft an die konkrete Situation vieler Jugendlicher kurz vor ihrem Schulabschluss an. Implizit werden Fragen zur individuellen Lebensgestaltung verhandelt: Möchtest du in deiner Heimatregion bleiben oder in die „Welt“ hinausziehen? Wie beeinflusst diese Entscheidung deine engsten sozialen Beziehungen? Weißt du schon, was du willst, oder musst du es noch herausfinden? Diese Fragen ermöglichen Schüler*innen einen Zugang zum Film und zur Charakterisierung der Hauptfigur Jette, auch über die Altersgruppe der 18-Jährigen hinaus. Desweiteren bietet die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung Anknüpfungspunkte für den Unterricht. Das soziale Milieu der Familie – bürgerliche Mittelschicht, ländlicher Raum – ist im Kontext der elterlichen Überbehütung durchaus relevant. Der minimalistische Stil des Films erfordert allerdings eine genaue filmästhetische Analyse. Die Plansequenzen, der Verzicht auf Filmmusik und die falsche Fährte einer Genre-Story (lovers on the run) vermitteln den Konflikt der Figuren: Sie versuchen auszubrechen aus ihren Strukturen, aber mehr als ein Versuch ist es eben nie.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Jan-Philipp Kohlmann, 05.02.2020, letzte Aktualisierung: 06.02.2020

Regie

Ulrich Köhler, Henner Winckler

Buch

Ulrich Köhler, Henner Winckler

Darsteller/innen

Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver, Daniel Nocke u.a.

Länge

86 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Grandfilm

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