Filmplakat Das leere Grab

Das leere Grab

Deutschland, Tansania 2024

Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit den Folgen der deutschen Kolonialgeschichte in Tansania. Er begleitet zwei tansanische Familien, die Mbanos und die Kaayas, die um die Rückgabe der menschlichen Überreste ihrer Vorfahren kämpfen. Der Film zeigt die verschiedenen Ebenen des kolonialen Raubs und die Herausforderungen, die mit den Reparationen dieses Unrechts verbunden sind. Ein Film, der emotional berührt und zum Nachdenken anregt.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Ethik, Erdkunde, Kunst, Sozialkunde, Psychologie, Philosophie

Themen

Kolonialismus, postkoloniale Verantwortung und Restitution, Museen, transgenerationelle Traumata, Spiritualität, Forschung, Rassismus, Krieg, Recht und Gerechtigkeit, kulturelle Identität, Verantwortung

Kinostart

23.05.2024

Inhalt


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DAS LEERE GRAB ist ein bewegender Dokumentarfilm, der die tiefen Narben aufzeigt, die der deutsche Kolonialismus in Tansania hinterlassen hat. Im Mittelpunkt steht der Kampf zweier tansanischer Familien – der Mbanos und der Kaayas – um die Rückführung der Gebeine ihrer Vorfahren. Diese menschlichen Überreste, die während der Kolonialzeit für ausbeuterische, rassistische Forschung und als makabre Trophäen nach Deutschland gebracht wurden, liegen heute in Museumsdepots und symbolisieren nicht nur das ungeheuerliche Unrecht der damaligen Zeit, sondern auch das bleibende Erbe des Kolonialismus. Der Film enthüllt die komplexen Schichten kolonialer Ausbeutung und die komplizierten emotionalen und bürokratischen Herausforderungen, die mit den Reparationen dieses historischen Unrechts verbunden sind. DAS LEERE GRAB wirft Licht auf eine schmerzhafte Geschichte, die bis heute die Nachfahren derer betrifft, deren Gebeine geraubt wurden.

Umsetzung


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Die Erzählweise der beiden Regisseurinnen ist direkt und einfühlsam, geprägt von großem Respekt vor dem Thema und dem historischen Kontext, wobei die persönlichen Geschichten der betroffenen Familien im Vordergrund stehen. Das verleiht der Erzählung Authentizität und emotionale Tiefe. Die Kamera kontrastiert die lebendigen Landschaften Tansanias mit den kühlen und sterilen deutschen Archivräumen in einer unaufdringlichen, aber überzeugenden Visualität. Die Struktur des Films ist einfach und wirkungsvoll. Er stellt intime persönliche Geschichten in den Mittelpunkt, um übergeordnete Themen wie Restitution, Generationentrauma und Gerechtigkeit zu untersuchen. Durch die geschickte Mischung von Interviews, Feldaufnahmen und Archivmaterial vermittelt der Dokumentarfilm seine Botschaft klar und eindringlich, ohne das Publikum zu überwältigen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Film bietet nicht nur eine eindrucksvolle Fallstudie über die Auswirkungen des Kolonialismus, sondern regt auch zu Diskussionen über die Ethik historischer Forschung, die anhaltenden Auswirkungen von Rassismus und die Notwendigkeit von Reparationen und kultureller Restitution an. Er hält dazu an, über die Verantwortung von Museen und Regierungen bei der Aufarbeitung historischen Unrechts, über die Auswirkungen rassistischer Ungerechtigkeiten und über die Bedeutung historischer Erinnerung nachzudenken. Die Analyse der Erzähltechniken des Films, wie die Verwendung von Interviews, Archivmaterial und Vor-Ort-Dokumentation, hilft den Schüler*innen, die wichtige Rolle des Dokumentarfilms in der historischen Aufarbeitung und im Engagement für soziale Gerechtigkeit zu erkennen. Sie werden dazu angeregt, kritisch über die Darstellung historischer Narrative und die Rolle des kulturellen Gedächtnisses bei der Prägung zeitgenössischer Identitäten nachzudenken.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Cila Yakecã, 24.04.2024, letzte Aktualisierung: 06.06.2024

Regie

Agnes Lisa Wegner, Cece Mlay

Buch

Agnes Lisa Wegner, Cece Mlay

Darsteller*innen

Mitwirkende: John Mbano, Cesilia Molle u. a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

Originalfassung in Suaheli, Deutsch und Englisch, teilweise mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Salzgeber

Festivals

Berlinale 2024: Special

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