Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse, X-Verleih

Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse

Deutschland 2025

Geschichte ist, was du draus machst: Durch einen ehrgeizigen Journalisten wird Videothekenbesitzer Michael Hartung 30 Jahre nach der Wende unverhofft zum Helden einer angeblichen Massenflucht aus der DDR geschrieben. Der plötzliche Ruhm wiegt schwerer als Fakten – ist die Vergangenheit also eine bloße Interpretationssache? Der letzte Film von Wolfgang Becker ist eine vergnügliche und scharfsichtige Satire auf die Rituale deutscher Erinnerungskultur.

Genre

Tragikomödie , Satire

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Deutsch, Ethik, Philosophie, Sozialkunde, Medienkunde

Themen

(deutsche) Geschichte, Bürgerrechtler*innen, deutsche Teilung, DDR, Erinnerungskultur, Medien, Satire, Stasi, Wiedervereinigung

Kinostart

11.12.2025

DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE | Trailer 2 | ab 11. Dezember 2025 im Kino
Michael Hartung schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben, als er von einer fast vergessenen Episode aus seiner Vergangenheit eingeholt wird: Der gewiefte Reporter Alexander Landmann macht ihn ausfindig, weil er zum 30. Jahrestag des Mauerfalls die ganz große Story wittert: Hartung soll damals absichtlich eine Weiche falsch gestellt haben, so dass eine S-Bahn aus Ost-Berlin in den Westen fuhr. Damit ist er der bis dato unbekannte Held der größten Massenflucht der DDR. Dass die Weiche aus ganz anderen Gründen falsch stand, verschweigt der finanziell angeschlagene Mann dem Journalisten zunächst. Die Geschichte schlägt ein wie eine Bombe, es folgen Talkshowauftritte, Werbeverträge und sogar eine Rede vor dem Bundestag ist geplant. Dafür wird der ursprünglich vorgesehene DDR-Bürgerrechtler Harald Wischnewsky ausgeladen. Doch der nimmt seine Degradierung nicht so einfach hin und beginnt in den Archiven zu recherchieren. Das Lügengebäude von Hartung und Landmann droht einzustürzen, aber was, wenn ihre Geschichte einfach so schön ist, dass sie wahr sein muss?
In seinem letzten Film greift der im Dezember 2024 verstorbene Regisseur Wolfgang Becker Themen auf, die ihn schon in seinem Welterfolg GOODBYE LENIN (2003) beschäftigt haben: Das Verhältnis von Geschichte, Geschichtsschreibung und Inszenierung und die Rolle der Medien dabei. Virtuos jongliert die Tragikomödie mit zahlreichen Handlungssträngen und Figuren. Michael Hartung wird im Zuge der Geschichte mit einem tiefen Schmerz aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Als Ausgleich dafür darf er aber auch eine ironisch leicht überhöhte Liebesgeschichte erleben. Trotz satirischer Überspitzung gerät keine Figur zur Karikatur, weil alle vielschichtig gezeichnet sind. Der Film ist eine Auseinandersetzung damit, dass die mediale Vermittlung von Geschichte und die öffentliche Erinnerung sich nicht nur an Fakten orientieren, sondern immer auch Wunschbildern und politischen Interessen folgen. Nicht zuletzt spielt DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE mit zahlreichen Filmreferenzen.
Jugendliche können erzählen, was sie mit der Deutschen Einheit verbinden: Was wird genutzt – von Gedenktagen über Denkmäler zu Büchern und Filmen – um Ereignisse im öffentlichen Gedächtnis zu halten? Der Film bietet eine Anregung, um sich mit den Mechanismen von kollektiver Erinnerung auseinanderzusetzen: Wie gehen wir damit um, dass Geschichte weder nur einer Perspektive folgt noch beliebig (um)interpretierbar ist? Dabei sollte die wichtige Rolle von Quellen und Fakten erarbeitet werden. Weiterhin können die Schüler*innen aufschlüsseln, welche Bilder von der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland der Film zeichnet. Außerdem kann mit den Schüler*innen diskutiert werden, was eine*n Held*in ausmacht – und sie können aufschlüsseln, wie der „Held vom Bahnhof Friedrichstrasse“ inszeniert wird. Zudem kann analysiert werden, wie und durch welche formalen Mittel satirische Überspitzung als Stilmittel funktioniert. Auch zur eigenen Familiengeschichte zu recherchieren und den Berührungspunkten mit dieser Zeit, regt der Film an.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Dörthe Gromes , 21.11.2025 , letzte Aktualisierung: 02.12.2025

Regie

Wolfgang Becker

Buch

Wolfgang Becker, Constantin Lieb nach dem Roman von Maxim Leo

Darsteller*innen

Charly Hübner, Christiane Paul, Leon Ullrich, Leonie Benesch, Thorsten Merten u. a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung, barrierefreie Fassungen über Greta & Starks verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

X-Verleih

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