Filmplakat Die Farbe des Ozeans

Die Farbe des Ozeans

Deutschland, Spanien 2011

Die Kanarischen Inseln – ein Urlaubsparadies für Nathalie und ihren Freund, aber auch ein wichtiges Etappenziel für Bootsflüchtlinge aus dem Senegal. Zola und sein Sohn Mamadou gehören zu den Überlebenden einer solchen Überfahrt. Die spanische Polizei möchte sie abschieben, Schlepper wollen mit ihnen Geld verdienen – und Nathalie steht vor der schwierigen Entscheidung, ob und wie sie Vater und Sohn helfen soll. Ein Flüchtlingsdrama der etwas anderen Art.

Originaltitel

Die Farbe des Ozeans

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Geografie/Erdkunde, Deutsch, Religion/Ethik, Politik, Französisch, Spanisch

Themen

Afrika, Migration, Europa, Flüchtlinge, Heimat, Globalisierung, Menschenrechte/-würde, Drogen, Solidarität, Werte, Zivilcourage

Kinostart

17.05.2012

Inhalt


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Auf einer der Kanarischen Inseln wird die deutsche Touristin Nathalie bei einem Kurzurlaub über Silvester unfreiwillig Zeugin eines Flüchtlingsdramas. In einem an den Strand gespülten Boot aus dem Senegal gibt es nur wenige Überlebende, darunter Zola mit seinem siebenjährigen Sohn Mamadou. Nathalie lernt beide kurz kennen, bevor sie in ein Internierungslager gebracht werden und auf Betreiben des spanischen Polizisten José bald abgeschoben werden sollen. Durch einen sich hilfsbereit gebenden Afrikaner gelingt den beiden die Flucht in ein Erlebnisschwimmbad. Von dort aus bittet Zola Nathalie telefonisch um Geld, um die Insel heimlich verlassen zu können. Gegen den Widerstand ihres Freundes ist sie dazu bereit, doch alle haben die Rechnung ohne die Gier der Schlepper gemacht.

Umsetzung


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Der gängigen Dramaturgie eines Flüchtlingsdramas zwischen Action und Sozialdrama läuft dieser Film bewusst zuwider. Gleich die ersten Szenen, die erst viel später ein weiteres zwischenmenschliches Drama enthüllen, lassen eher eine Geschichte aus dem Drogenmilieu ahnen als das, was der Touristin wie aus heiterem Himmel widerfährt. Poetische Bilder eines beliebten Urlaubsparadieses, eine verhaltene, leise Erzählweise, die vieles nur in Andeutungen zeigt, statt es episch auszuführen, sowie Hauptfiguren, deren Verhalten sich nicht gleich erklären lässt, wirken wie Verfremdungseffekte. Sie regen über das reine Mitgefühl hinaus zum Nachdenken an – von der Flüchtlingsproblematik über soziale Ungerechtigkeit bis hin zur Frage, wie man selbst in einem solchen Fall reagieren würde.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Das Thema Migration hat viele Facetten, die nicht nur wichtige curriculare Bezugspunkte in mehreren Fächern und Klassenstufen aufweisen, sondern auch in der Zusammensetzung einer Klasse zu finden sind. Dennoch bleibt das, was in den Medien von Bootsflüchtlingen aus Afrika zu sehen ist, oft abstrakt. Im Urlaub, etwa auf den Kanaren, möchte niemand damit konfrontiert werden. Trotz oder gerade wegen seiner Erzählform, die unbedingt mit zu thematisieren ist, bietet der Film Anknüpfungspunkte zur Auseinandersetzung über die Ungleichverteilung von Arm und Reich, über die „Festung Europa“ und die Folgen solcher Abwehrstrategien, über Lebensbedingungen in vielen Teilen Afrikas und Flüchtlingsströme, über Moral und Gewissen sowie über Möglichkeiten und Grenzen der Hilfe.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Holger Twele, 27.03.2012, letzte Aktualisierung: 09.01.2019

Regie

Maggie Peren

Buch

Maggie Peren

Darsteller/innen

Sabine Timoteo, Hubert Koundé, Alex Gonzalez, Friedrich Mücke, Alba Alonso, Nathalie Poza, Dami Adeeri u. a.

Länge

97 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Movienet

Festivals

Filmfest München 2011 (Bernhard Wicki Friedenspreis ‘Die Brücke’); Internationale Hofer Filmtage 2011 (Förderpreis Deutscher Film ‘Bestes Szenenbild’); Bayerischer Filmpreis 2012 (VGF Nachwuchsproduzenten-Preis); Ophüls-Festival Saarbrücken 2012; Berlinale 2012, German Cinema

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