Die jüngste Tochter, Alamode Film

Die jüngste Tochter

Frankreich, Deutschland 2025

Fatima ist 17, die jüngste von drei Töchtern, und lebt mit ihrer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Sie liebt Fußball, hängt in der Schule mit den lautesten Jungs ab und hat einen Freund, der bereits ans Heiraten denkt. Ihr fällt es jedoch zunehmend schwer, ihre Liebe zu Frauen zu ignorieren. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, eröffnet sich ihr eine neue Welt zwischen Familie, Glauben, Erwachsenwerden und Selbstbestimmung.

Originaltitel

La Petite Dernière

Genre

Drama , Coming-of-Age , Literaturadaption

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Religion, Französisch Philosophie, Sozialkunde, Politik, fächerübergreifend: Erziehung zur sexuellen Selbstbestimmung

Themen

(kulturelle und postmigrantische) Identität, Selbstbestimmung, Zugehörigkeit, Sexualität, Coming-Out, LGBTQIA+, Religion, Familie, Bildung, Gender-/Geschlechterrollen, Migrationsgesellschaft, Intersektionalität

Kinostart

25.12.2025

SchulKinoWochen

DIE JÜNGSTE TOCHTER | Trailer deutsch | Ab 25.12. im Kino!
Fatima ist 17 und wächst als jüngste von drei Töchtern einer liebevollen französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort auf. Während ihre Schwestern andere Wege gehen, beginnt sie ein Philosophiestudium in Paris und bewegt sich zwischen familiären Erwartungen, ihrem Glauben und eigenen Sehnsüchten: Es fällt ihr zunehmend schwer, ihre Liebe zu Frauen zu ignorieren. Erste intime Begegnungen, das Leben zwischen Vorlesungen, Gebeten und rauschenden Partys sowie die intensive Beziehung zu Ji-Na lassen sie immer stärker ihre Identität erforschen. Zum ersten Mal erlebt sie eine Liebe, die sie tief erfüllt und ihr zugleich Herzschmerz bereitet. Ihre innere Zerrissenheit spiegelt sich in Asthmaanfällen, Momenten von Freude, Lust, Scham und Zurückweisung ebenso wider wie im Ringen zwischen Religion und Selbstbestimmung. Hafsia Herzi erzählt ein Jahr im Leben einer jungen Frau – geprägt von Fragen nach Identität und Freiheit, der Möglichkeit, Glaube und queeres Leben miteinander zu vereinbaren und der Suche nach einem Platz, an dem sie sie selbst sein kann.
Hafsia Herzi inszeniert mit großer Nähe zu ihrer Hauptfigur. Gedreht überwiegend mit Handkamera und Laiendarsteller*innen, entsteht ein intensiver Realismus. Die Kamera von Jérémie Attard folgt Fatima in Nahaufnahmen, fängt kleinste Gesten und Emotionen ein. Die Erzählstruktur ist nach Jahreszeiten gegliedert, wodurch Übergang und Wandel sichtbar werden. Szenen familiärer Enge wechseln mit Momenten queerer Freiheit in Paris. Herzi reduzierte das Drehteam bewusst, um Intimität zu ermöglichen, und probte lange mit den Darsteller*innen, sodass Alltagssituationen authentisch wirken. Die Musik von Amine Bouhafa setzt sparsame Akzente, inspiriert von Herzis Referenzen wie die Erinnerung an eine Spieluhr aus der Kindheit. Die Mischung aus dokumentarfilmartiger Unmittelbarkeit und poetischer Bildsprache macht Fatimas Ringen um Identität eindrucksvoll erfahrbar.
Der Film eröffnet Diskussionsräume zu Themen, die Jugendliche unmittelbar betreffen: Identität, Liebe, Coming-Out, Familie, Religion. Fatimas Suche nach einem Platz zwischen familiären Erwartungen, Glauben und queerer Lebensweise lädt ein, über Selbstbestimmung, Freiheit und (Selbst-) Akzeptanz zu sprechen. Im Unterricht können Fragen nach der Vereinbarkeit von Glauben und sexueller Orientierung thematisiert werden. Auch bietet sich die philosophische Auseinandersetzung mit Schuld, Scham, Freiheit und Emanzipation an. Der Vergleich von Fatima Daas’ Roman mit Herzis Film lässt unterschiedliche literarische und filmische Erzählweisen erschließen. Filmisch lassen sich der Einsatz von Handkameras, Nahaufnahmen, die Strukturierung der Handlung durch Jahreszeiten sowie die Musik untersuchen, und wie sie Fatimas innere Welt widerspiegeln. Auch der Kontrast von Licht und Farbe im Zusammenspiel der Alltags- und Nachtszenen ermöglicht eine filmästhetischer Analyse.
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Golschan Haschemi , 25.09.2025 , letzte Aktualisierung: 06.01.2026

Regie

Hafsia Herzi

Buch

Hafsia Herzi frei nach dem gleichnamigen Roman von Fatima Daas

Darsteller*innen

Nadia Melliti, Ji-Min Park, Amina Ben Mohamed, Rita Benmannana, Mélissa Guers, Razzak Ridha, Louis Memmi, Anouar Kardellas, Joven Etienne, Waniss Chaouki u. a.

Länge

113 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, französische Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Alamode Film

Festivals

(Auswahl 2025) 78. Internationalen Filmfestspielen Cannes: Preis für die beste Darstellerin; Queer Palm Cannes 2025; Locarno Film Festival

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