Inhalt
SCHATTENJÄGER erzählt die Geschichte von Hamid, einem syrischen Geflüchteten, der sich einer geheimen Organisation anschließt, die Kriegsverbrecher des Assad-Regimes verfolgt. Nachdem er zufällig einen seiner früheren Folterer in Straßburg erkennt, begibt er sich auf eine gefährliche Mission, um sich seiner traumatischen Vergangenheit zu stellen. Der Film stellt zentrale Fragen zur Moral, Schuld und Gerechtigkeit. Dabei wird das Dilemma der Rache und die Frage nach einem möglichen Neuanfang inmitten von Trauma und Konflikten intensiv behandelt. Der Protagonist muss zwischen den Zielen der Organisation und seinen eigenen moralischen Überzeugungen balancieren. Mit einer düsteren, realistischen Erzählweise, die die psychologischen Kämpfe der Hauptfigur in den Vordergrund stellt, zeigt Schattenjäger die verheerenden Folgen von Krieg und Folter auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene.
Umsetzung
SCHATTENJÄGER ist von einer dichten, spannungsgeladenen Erzählweise geprägt, die die inneren Konflikte des Hauptcharakters Hamid eindrucksvoll aufzeigt. Regisseur Jonathan Millet setzt auf realistische Bilder und eine zurückhaltende, fast minimalistischen Inszenierung, die die emotionalen und psychologischen Belastungen der Figur verstärkt. Das düstere visuelle Design und die zurückhaltende Musikuntermalung erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, die die Zuschauer*innen in den inneren Strudel der Figur zieht. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Hamid durch Adam Bessa, der mit einer Mischung aus innerer Zerrissenheit und Entschlossenheit brilliert. Der Film verzichtet auf dramatische Action-Sequenzen und konzentriert sich stattdessen auf subtile, aber kraftvolle emotionale und moralische Dilemmata. Die Bildsprache und die minimalistische Regie fangen die Zerrissenheit und die Konsequenzen des Krieges auf beeindruckende Weise ein.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film behandelt die Themen Rache, moralische Verantwortung und die Folgen von Krieg, Flucht, Vertreibung, Exil und Gewalt, die auf vielfältige Weise im Schulunterricht thematisiert werden können. Auch für eine Auseinandersetzung mit den Themen Asyl und internationale Beziehungen bietet er gute Möglichkeiten. Ein weiterer Ansatzpunkt der vertiefenden Beschäftigung ist die Frage nach den Auswirkungen von Kriegstraumata und die moralischen Dilemmata bei der Entscheidungsfindung von Einzelpersonen unter extremen Umständen sein. Zudem eignet sich der Film für eine Analyse der filmischen Erzähltechniken: Durch welche Gestaltungsmittel auf der Bild- und Tonebene wird die beklemmende Atmosphäre des Films geschaffen? Und wie nutzt Regisseur Jonathan Millet diese Atmosphäre und das visuelle Storytelling zur Darstellung innerer Konflikte?
Hinweise
Inhaltsvermerk: Der Film thematisiert Krieg, Gewalt, Flucht und Rassismus.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Mohammad Scheikani
,
10.02.2025
,
letzte Aktualisierung:
21.03.2025
Regie
Jonathan Millet
Buch
Jonathan Millet
Darsteller*innen
Adam Bessa, Tawfeek Barhom, Julia Franz Richter, Hala Rajabm Safiqa El Till u. a.
Länge
108 Min
Sprachfassung
Originalfassung in Arabisch und Französisch, mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
ImmerGuteFilme
Festivals
(Auswahl 2024) El Gouna Film Festival: Bester Spielfilm und Bester Schauspieler für Adam Bessa, Louis-Delluc-Preis: Bester Debütfilm; Lisbao Film: Revelation Award